SPD für Olympiabewerbung 2022

Traunstein - Lange haben sie das Für und Wider abgewägt, doch jetzt hat sich herauskristallisiert: Trotz schlüssiger Gegenargumente will die SPD-Fraktion Olympia 2022.

Auch die SPD-Kreistagsfraktion spricht sich für eine Olympiabewerbung 2022 aus. Obwohl sie Verständnis für die Gegner der Spiele zeigt, sieht sie in der Umsetzung für den Landkreis die Chance, „nachhaltige Spiele“ zu bekommen, die die Infrastruktur stärken und die Umwelt dennoch weitestgehend schonen. Ihr Appell richtet sich an die Bevölkerung, möglichst zahlreich an die Urnen zu gehen.

Die Olympiabewerbung der Region für 2022 ist derzeit in aller Munde, Podiumsdiskussionen finden allenthalben statt mit dem Ziel, die Meinungsbildung in der Bevölkerung zu festigen. Schließlich ist bereits am 10. November der Volksentscheid.

Dass hier möglichst viele hingehen, ist einhelliger Wunsch in der SPD-Kreistagsfraktion. Sie selbst hat sich ihre Meinung zum Thema bereits gebildet. Ruhpoldings Bürgermeister weiß aus erster Hand, was es bedeutet, ein solches Großereignis in die Region zu bringen – Ruhpolding richtet schon seit etlichen Jahren Biathlon-Weltcup-Veranstaltungen aus. Dennoch will auch Claus Pichler keine überdimensionierten Spiele und stattdessen möglichst „nachhaltige Spiele“, wie er selbst sagt und meint damit Infrastrukturmaßnahmen bei gleichzeitig schonendem Umgang mit der Natur.

Dass es kein rein Ruhpoldinger Thema oder ein Thema für den südlichen Landkreis ist, betonte Trostbergs Kreisrat Hans-Michael Weisky. „Auch der Norden profitiert davon, schließlich sind Handwerker auch von hier gefragt und gefordert, wenn es um die Vorbereitung der Olympiade geht“, so Weisky, wozu ihm Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler beipflichtete.

Aus Sicht der tourismusorientierten Gemeinden wie Grassau ist ein solch großes Event "die Chance für den Tourismus" in der Region, so Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke. Den „Eingriff in die Natur so gering wie möglich halten“ will auch Stellvertretender Landrat Sepp Konhäuser. Wichtig war ihm vor allem, bei der Vertragsgestaltung mit dem internationalen olympischen Komitee nicht ins Hintertreffen zu geraten.

Klar, dass die Sponsoren da ein Wörtchen mitreden wollen, so Konhäuser. Er persönlich rechne mit vielen Projekten, die bei einem Zuschlag auf den Landkreis zukommen werden und so die heimische Wirtschaft ankurbeln helfen. Auch der öffentliche Personennahverkehr werde von dem Ereignis profitieren, genauso wie der Straßenbau. Er wollte keinen Vergleich mit Sotschi, für das mitten in der riesigen Waldregion am Schwarzen Meer das Areal gerodet und betoniert wurde. „Wir sehen das von Haus aus sensibler“, so Konhäuser.

Kreisvorsitzender Dirk Reichenau lobte die Einigkeit in der Fraktion in dieser Haltung. Für ihn sei bereits jetzt die Region gut gerüstet und bekomme dazu noch Schützenhilfe von München durch Christian Ude. Wichtig sei ihm auch, dass Bund und Land sich an den Kosten entsprechend beteiligen, schließlich profitieren auch sie von den Spielen.

Auch Reichenau relativierte die Eingriffe in die Natur: Die Erdbewegungen seien weitaus geringer als die Gegner dies behaupten. “Wenn man selbst Gast in fremden Ländern ist, erwartet man, gut aufgenommen zu werden“, betonte Fridolfings Bürgermeister Hans Schild. Daher stehe für ihn Gastfreundschaft ganz oben. Damit einher gehen sowohl schnelle Verbindungen als auch ausreichend und gut ausgestattete Hotels und Pensionen.

Die SPD-Kreistagsfraktion hat sich erst nach langen eingehenden Beratungen für eine Olympiabewerbung ausgesprochen, erklärte die Fraktionsvorsitzende Traudl Wiesholer-Niederlöhner. „Der Fraktion ist es daher wichtig, sich auch mit den sachlichen Argumenten der Olympiagegner“ auseinanderzusetzen. „Wir verkennen nicht die Risiken“, so die Fraktionsvorsitzende, "meinen aber, dass die „positiven Aspekte für Olympia überwiegen. Entscheiden wird der Bürger.“ Und so hofft die SPD-Fraktion, dass viele Wählerinnen und Wähler zur Abstimmung gehen, damit der Bürgerwille klar erkennbar ist.

Pressemitteilung SPD-Kreistagsfraktion Traunstein

Rubriklistenbild: © dpa

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