SPD diskutiert Forderungen zum ÖPNV

Traunstein - Die SPD-Kreistagsfraktion hat mehrere Punkte vorgestellt, mit denen ein nachhaltiges Konzept für den Nahverkehr entstehen soll.

Ein erster Schwerpunkt des neuen ÖPNV-Gesamtkonzeptes, der kürzlich durch den ÖPNV-Beauftragten im Landratsamt Traunstein Hans Pagatsch, im Rahmen einer SPD-Veranstaltung zum ÖPNV vorgestellt wurde, enthält nun auch zwei wesentliche Forderungen der SPD-Kreistagsfraktion: das Vermeiden von Bus-Bahn-Parallelfahrten sowie einen Haltepunkt am Klinikum Traunstein.

Das im Frühjahr in Auftrag gegebene ÖPNV-Gesamtkonzept beleuchte den Landkreis Traunstein in zwei Stufen, so Pagatsch. Die nun vorliegende erste Stufe befasste sich mit dem Schwerpunkt „Traun-Alz-Achse“.

Bahn soll attraktiver werden

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Ziel war es, ein Konzept zu entwickeln, das zur Versachlichung der Diskussion und einem bestmöglichen ÖPNV-Angebot für den Landkreis Traunstein beiträgt. Gleichzeitig erwartet man sich eine dauerhafte Steigerung der Fahrgastzahlen, die auch durch eine Verbesserung der Attraktivität der Bahn erreicht werden soll. Dazu zählen wiederum schnellere Verbindungen und vor allem kurze Wartezeiten bei Anschlussverbindungen, so Pagatsch.

Aus Sicht der SPD-Kreistagsfraktion sehr erfreulich sei die Aufnahme ihrer bereits mehrere Jahre alten Forderungen, so Fraktionsvorsitzende Waltraud Wiesholer-Niederlöhner. Im Teilgutachten wird vorgeschlagen, dass, wie von der SPD seit geraumer Zeit gefordert, Busfahrten zu Gunsten der Bahn reduziert werden sollen. Laut Gutachterbüro, spare man damit gleichzeitig 130.000 ÖPNV-Kilometer im Jahr ein. Zum anderen werde auch der von der SPD eingeforderte Halt am Traunsteiner Klinikum im Konzept berücksichtigt. „Schließlich sind vor allem die älteren Generationen vermehrt auf kurze öffentliche Wege zu Kliniken und Reha-Einrichtungen angewiesen“, so die Fraktionsvorsitzende.

Wichtig war der SPD auch der Erhalt der Anbindung Traunreuts und des Landkreisnordens. „Wenn die Gleise einmal stillgelegt sind, ist der Zug für die Bahnanbindung dieser Region wortwörtlich abgefahren“, erklärte Landratsstellvertreter Josef Konhäuser. Und auch Fridolfings Bürgermeister Hans Schild betonte, dass dieses Konzept eine „einmalige, wenn nicht sogar letzte Chance für eine nachhaltige ÖPNV-Infrastruktur“ sei. Von „halbherzigen Lösungen“ riet er daher deutlich ab.

Industrie bei ÖPNV berücksichtigen

Dass ein ÖPNV-Konzept vor allem die Symbiose von Bahn und Bus benötige, forderten Grassaus Bürgermeister Rudi Jantke und Michael Mayer ein, vor allem da Buslinien die Flächenversorgung unter ökologischen Gesichtspunkten sicherstellen. Traunreuts Zweiter Bürgermeister Ernst Ziegler betonte die Bedeutung der Nordanbindung des Landkreises für die Traunreuter Industrie als auch für eine Direktanbindung des Münchner Flughafens. Da, wie Hans Pagatsch bestätigte, grundsätzlich alle acht Jahre die gesetzlichen Genehmigungen für Buslinien neu erteilt werden (für die Buslinie Traunstein – Garching das nächste Mal 2018) sollte man hier „dran bleiben“ und frühzeitig die „Weichen stellen“, so Ziegler.

Rudi Jantke empfahl für den ländlichen Raum zusätzlich mit neuen Konzepten zu arbeiten, etwa mit Sammeltaxis oder „spontanen Mitnahmesystemen“ wie sie oft in südlichen Ländern anzutreffen seien. Pagatsch informierte hierzu, dass der Landkreis konzeptionell für den ländlichen Raum zusätzlich das Programm „Immer Mobil“ verfolge, über das künftig Außenbereiche via Sammeltaxis und ähnlich flexible Transportsysteme erschlossen werden könnten.

Pressemitteilung SPD im Landkreis Traunstein

Rubriklistenbild: © mw

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