Spitzenmedizin nur im Team möglich

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In einer Feierstunde im Klinikum Traunstein wurde der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Professor Dr. Ulrich Bürger, verabschiedet und sein Nachfolger Dr. Gerherd Wolf vorgestellt. Unser Foto zeigt (von links) den Aufsichtsratsvorsitzenden der Kliniken Südostbayern AG, Landrat Georg Grabner, den Ärztlichen Direktor Professor Dr. Rupert Ketterl, Dr. Gerhard Wolf, Professor Dr. Ulrich Bürger, den stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden, Landrat Her-mann Steinmaßl, und Klinik-Vorstand Stefan Nowack.

Traunstein - Mit stehendem Applaus wurde der Chefarzt der Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums Traunstein, Professor Dr. Ulrich Bürger, nach über 25 Jahren Tätigkeit verabschiedet.

Zugleich vorgestellt wurde Dr. Gerhard Wolf als sein Nachfolger, der die Abteilung seit dem 1. Januar leitet. Er ist Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin, Neonatologe und führt die Bezeichnung spezielle pädiatrische Intensivmedizin. Dr. Wolf ist "Visiting Assistant Professor of Anesthesia" an der Harvard Medical School. Er studierte an der LMU München Medizin und absolvierte seine Facharztzeit in der Kinderklinik an der Lachnerstraße in München.

Wolf absolvierte das Fellowship für Kinderintensivmedizin am Boston Children's Hospital. Er war dort von 2006 bis 2012 Oberarzt für Kinderintensivmedizin sowie seit 2009 "Assistant Professor of Anesthesia" in der Harvard Medical School. Ebenfalls war er kinderärztlicher Direktor von Boston Medflight, der Rettungsflugwacht von Boston, die mit drei Hubschraubern, einem Flugzeug und zwei bodengebundenen Intensivtransportfahrzeugen die Mehrzahl der schwerkranken Kinder in Neu-England verlegt. Dr. Wolf ist Mitglied in namhaften Fachgesellschaften und Autor zahlreicher wissenschaftlicher Publikationen.

Der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Kliniken Südostbayern AG, Landrat Hermann Steinmaßl, verwies auf den Geburtenrekord 2012 im Klinikum Traunstein. Wenn ein Kind einmal krank sei, dann sei es gut zu wissen, dass es jemand gebe, der in der Lage sei zu helfen. "Dass Traunstein hier gut aufgestellt ist, haben wir Professor Bürger zu verdanken, der vor über 25 Jahren die Pädiatrie aufgebaut hat." Inzwischen bestehe die Pädiatrie aus stationären 60 Betten und einer Kinder-Intensivstation mit Schwerpunkt Neonatologie. "Mit anfänglich 20 Mitarbeitern baute er die Abteilung zur größten Pädiatrie im südbayerischen Raum aus. Inzwischen werden von über 200 Mitarbeitern jährlich etwa 15000 Kinder ambulant und stationär behandelt", so Steinmaßl. Dies zeige das große Vertrauen in Professor Bürger. Bei ihm spüre man das Herz und die Liebe zu Kindern.

"Wir setzen großes Vertrauen in Sie." Mit diesem Worten hieß der Landrat den Nachfolger Dr. Wolf willkommen. "Sie treten in große Fußstapfen. Diese sind bekanntlich kein Hindernis, sondern Herausforderungen. Und sie bieten die Gelegenheit, eigene Spuren zu hin-terlassen." Dr. Wolf sei menschlich und fachlich ein großer Gewinn für das gesamte Klinikum Traunstein und vor allem für die Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin.

Professor Bürger sei eine Mischung aus Menschlichkeit, natürlicher Autorität, unstillbarem Interesse an Medizin und Leidenschaft für seinen Beruf, sagte Klinik-Vorstand Stefan Nowack. Er habe die Traunsteiner Kinderabteilung in den vergangenen 25 Jahren zu einer der angesehensten in ganz Bayern gemacht. Zudem habe er weitsichtig verschiedene Bereiche aufgebaut. Als Beispiele nannte Nowack das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ), die Kinder-Tagesklinik und die Abteilung für Kinderchirurgie.

Zu Dr. Wolf gewandt meinte Nowack: "Es freut uns ganz besonders, Sie als Nachfolger gewinnen zu können, weil Sie von einer der angesehensten Kinderkliniken weltweit zu uns nach Traunstein kommen."

Auf Bürgers wissenschaftlich und klinisch geradlinige Ausbildung verwies der Ärztliche Direktor, Professor Dr. Rupert Ketterl. Deshalb sei es ein Glücksfall gewesen, ihn 1987 als Chefarzt gewonnen zu haben. Seine Abteilung habe eine sehr hohe Akzeptanz. Neben der Zuwendung für die Kinder gehe er auch auf die Wünsche und Vorstellungen der Eltern ein.

In zum Teil sehr persönlichen Grußworten schilderten Dr. Ralf Brangenberg, Leitender Oberarzt der Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Bernd Geffken und Dr. Marc Jorysz, Belegärzte Kinderchirurgie, und der niedergelassene Kinderarzt Dr. Jürgen Geuder ihre Erlebnisse und Erfahrungen mit Professor Bürger.

Der scheidende Chefarzt ließ die vergangenen 25 Jahre mit dem Aufbau der ver-schiedenen Bereiche noch einmal Revue passieren. Er habe versucht, eine Spezialisierung zu erreichen und neue Therapiekonzepte einzuarbeiten, sagte er. Wichtig sei ihm sein Personal gewesen. "Nur als ein Team aus Ärzten, Schwestern und Therapeuten kann man eine gute medizinische Versorgung durchführen." Eine optimale Versorgung erfordere auch, freundliches und kinderliebes Personal zu haben.

Nach elf Jahren in Boston habe es ihn und seine Familie zurück nach Bayern gezogen, meinte Dr. Wolf. "Ich habe mich gefreut, eine solch exzellente Abteilung übernehmen zu können." Sein Ziel sei es, weiterhin Spitzenmedizin auf höchstem Niveau mit ständiger Neuorientierung am medizinischen Fortschritt zu bieten. Spitzenmedizin sei jedoch nur im Team möglich.

bjr/Chiemgau Zeitung

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