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Traunstein will die Gartenschau

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Kommt die Landesgartenschau 2022 nach Traunstein? Wenn es nach dem Traunsteiner Stadtrat geht, soll das Großprojekt in die große Kreisstadt gelotst werden. Nicht zuletzt für den Tourismus verspricht man sich einen enormen Schub.

Traunstein - Die Stadt Traunstein wird sich für die Landesgartenschau im Jahr 2022 bewerben. Das hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Donnerstag einstimmig beschlossen.

Burghausen (2004) hatte sie schon, Rosenheim (2010) war auch schon dran. Dieses Jahr ist Tirschenreuth der Ausrichter und im kommenden Jahr ist es Deggendorf. Nun soll es, wenn es nach dem Traunsteiner Stadtrat geht auch eine Landesgartenschau in Traunstein geben. Am Donnerstag Nachmittag machte der Rat in seiner öffentlichen Sitzung den Weg dafür frei, das Großprojekt anzugehen. Billig ist die Ausrichtung dabei nicht. Kostet doch alleine die Erstellung der Bewerbungsunterlagen und die Begleitung der Öffentlichkeitsbeteiligung rund 50.000 Euro. Der Löwenanteil dabei sind Honorarkosten, die größtenteils für ein noch zu beauftragendes Büro zu zahlen sind, das die Bewerbungsunterlagen erstellt.

Die Fraktion der Unabhängigen Wähler im Stadtrat hatte bereits Anfang des Jahres den Antrag gestellt, die Möglichkeit einer Bewerbung zur Ausrichtung der LGS in Traunstein ab dem Jahr 2022 zu prüfen. Erste Ermittlungen von Flächenpotentialen und ein Ortstermin mit der Geschäftsführerin der Gesellschaft zur Förderung der bayerischen Landesgartenschauen, Dagmar Voß, ergab dass Traunstein unter den erwarteten vier Bewerbern „eine realistische Chance“ habe, wie es in der Stadtratsvorlage heißt. Die Bewerbungsfrist endet am 10. Januar 2014.

Dabei geht es bei den Gartenschauen längst nicht nur um ein bisschen Blumen und Pflanzenanbau. „Gartenschauen sind mittlerweile zu hochkomplexen, städtebaulichen, sozialen und sogar ökonomischen Instrumenten der Stadtentwicklung geworden“ heißt es von Seiten der Gesellschaft. Dabei werden langfristig positive Auswirkungen auf den Tourismus, der Lebensqualität und des Eigenimages erwartet. Auch würde das Investitionsklima gefördert und neue Arbeitsplätze geschaffen. „Letztlich geht es um positive Antworten auf drängende Fragen unserer Zeit“ heißt es weiter. Dieser Betrachtungsweise schloss sich auch Oberbürgermeister Manfred Kösterke an: „Es geht nicht um schöne Blumenwiesen, sondern um eine nachhaltige Entwicklung der Stadt, um Potentiale in den Stadtteilen.“ Für ihn sei die LGS eine „riesen Chance“, da auch ohne die Gartenschau künftig ein hoher Aufwand für die Stadtveränderung betrieben werden müsse. „Die Stadt nur zu konservieren ist der falsche Weg.“ Er hoffe im Rahmen einer Ideensammlung auf eine breite Bürgerbeteiligung im Herbst.

Das Umweltministerium sitzt dabei bei den Gartenschauen als Förderquelle ebenso im Boot, wie auch die Städtebauförderung, weshalb hier ein „Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK)“ angeregt wird, um sämtliche Fördermöglichkeiten optimal ausnutzen zu können. Gleichzeitig dämpft man von Seiten der Stadtverwaltung, wie auch von dem in die Vorplanungen eingebundenen Traunsteiner Stadtmarketing die Erwartungen: Die LGS sei keine gewinnorientierte Maßnahme, sondern eine nachhaltige Einrichtung und Mittel moderner Stadtplanung, was sich auch bei vielen der bisherigen Veranstaltungsorten zeige.

In der Sache einig

Dass eine Landesgartenschau in Traunstein enorme Chancen brächte wurde in der anschließenden Diskussion von allen Räten so gesehen. Wilfried Schott (Bündnis 90/ die Grünen) äußerte allerdings seine Besorgnis über ein erhebliches finanzielles Risiko der Stadt. Ein finanzielles Wagnis sah auch Zweiter Bürgermeister Hans Zillner (CSU): „Aber die Chancen und Vorteile sind größer als die Risiken und mögliche Nachteile. Das ist gut angelegtes Geld.“ Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner (SPD) betonte, dass die Stadt auch in den vergangenen Jahren „viel gemacht“ habe. Die LGS biete nun die Chance „auch andere Bereiche zu verändern, die bisher nicht zum Zug gekommen sind.“ Walburga Mörtl-Körner (Bündnis 90/ die Grünen) vermisste hingegen ein Stadtentwicklungskonzept. Ernst Haider (UW), aus dessen Fraktion der Anstoß zu einer Bewerbung Traunsteins kam, sah in einem möglichen Zuschlag für Traunstein die Chance, dass die Stadt Traunstein auch touristisch „einen großen Schub“ mache. Simon Steiner (Traunsteiner Liste) signalisierte für seine Fraktion Zustimmung, allerdings seien die Vorkosten in Höhe von 50.000 Euro „ein schöner Batzen“. Man müsse, wenn man schon so viel Geld für eine Planungsbüro ausgebe, sehr eng mit dem Büro zusammenarbeiten. „Denn wir wissen am besten, was für unsere Stadt gut ist.“ Dies wollten einige Räte so nicht unkommentiert lassen. Auch Oberbürgermeister Kösterke betonte, dies sei eine „gefährliche Haltung“ und ergänzte: „Wir müssen das Thema offen angehen und über den Tellerrand hinausschauen.“ Karl Schulz (CSU) sagte, man solle hier auch berücksichtigen, dass eine mögliche Olympiabewerbung der Region auf das Jahr 2022 falle. „Da gibt es Synergien, da müssen wir aufgestellt sein, da müssen wir uns dranhängen.“ Sein Fraktionskollege Josef Häusler betonte, man müsse die Stadt und das Umland gestalten und umgestalten und dabei vor allem die Bürger Traunsteins mit in den Prozess und die Ideenfindung mit einbeziehen.

In der anschließenden Abstimmung herrschte zu den einzelnen Abstimmungspunkten, die unter anderem auch die Vergabe eines Auftrags zur Erstellung der Bewerbungsunterlagen an das am besten geeignete Büro umfassten, die auch vom Oberbürgermeister erhoffte Einigkeit. Nur in der Frage der grundsätzlichen Bewerbung für die Ausrichtung stimmte Grünen-Stadtrat Schott dagegen, und hätte hier zuerst ein Stadtentwicklungskonzept und eine Beschlussfassung über eine mögliche Bewerbung erst im Dezember diesen Jahres gewünscht, was aufgrund der dann noch kurzen Bewerbungsfrist de facto eine Bewerbung für ein späteres Jahr zur Folge gehabt hätte. Sein Gegenantrag fand aber keine Mehrheit und bekam nur seine eigene Stimme.

Oberbürgermeister Kösterke freute sich über ein gesetztes „deutliches Signal, dass wir uns bewegen wollen.“ Man werde die Bürger auffordern, bei dem Projekt mitzumachen. Die Traunsteiner Bewerbung sehe er jetzt schon als chancenreich an: „Wir werden eine Bewerbung auf die Beine stellen, dass sich die Mitbewerber warm anziehen müssen.“

awi

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