Traunstein startet neue Initiative zur Stadtentwicklung

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Nutzungskonzept und Investor für Grundstücke am Bahnhof gesucht: Das Foto von der Vertragsunterzeichnung zur Projektentwicklung im Umfeld des Traunsteiner Bahnhofs zeigt v.l. die Architektin Jutta Schaber als Vertreterin der Planungsgruppe Obermeyer, Professor Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement, Oberbürgermeister Manfred Kösterke und den Immobilien-Fachmann René Kasper.

Traunstein - Die Stadt Traunstein such ein Nutzungskonzept und einen Investor für den Bahnhofsbereich. Eine Variante ist der Bau einer Hochschule.

Auf den freien Grundstücken im Umfeld des Traunsteiner Bahnhofs soll ein attraktives Stadtviertel entstehen. Mit der Entwicklung eines zukunftsweisenden Nutzungskonzepts für diesen Bereich hat die Stadt Traunstein in dieser Woche ein Team von Projektentwicklern beauftragt und damit eine neue Initiative gestartet, um im Bahnhofsbereich wieder etwas voranzubringen. Die Projektentwickler haben die Aufgabe, ein Konzept zu erstellen und für das Projekt einen Investor zu finden. „Für die Stadtentwicklung ist die Nutzung des Bahnhofsgeländes von ganz entscheidender Bedeutung“, machte Oberbürgermeister Manfred Kösterke bei der Vertragsunterzeichnung im Rathaus deutlich. Eine ideale Variante aus Sicht der Stadt wäre laut Kösterke der Bau einer Hochschule.

Die Grundstücke im Bereich des stillgelegten Güterbahnhofs und der alten Bahnmeisterei mit einer Gesamtfläche von rund 30.000 Quadratmetern bezeichnete Kösterke als „Filetstück mit enormen Potential für die Stadtentwicklung“. Auf keinen Fall dürfe ein Fremdkörper entstehen, der einen Gegenpol zu den Angeboten im Stadtzentrum darstellt. Vielmehr müssten sich beide Bereiche ergänzen und gegenseitig anziehen. „Was wir nicht möchten, ist die Ansiedlung von großflächigem Einzelhandel“, sagte Kösterke. Das hat auch der Stadtrat zur Bedingung gemacht, als im Juli der Auftrag an die Projektentwickler aus München vergeben wurde.

„Wir möchten etwas entwickeln, was städtebaulich an dieses Stelle passt und Traunstein strukturell voranbringt“, betonte Professor Joachim Vossen vom Institut für Stadt- und Regionalmanagement in München. Die Hauptaufgabe des Teams, dem als weitere Mitglieder das Planungsbüro Obermeyer und der Immobilienplaner René Kasper angehören, besteht darin, für das Nutzungskonzept passende Investoren zu finden und sie mit den Eigentümern der Grundstücke an einen Tisch zu bringen. Die Grundstücke im Bahnhofsbereich gehören verschiedenen Tochtergesellschaften der Deutschen Bahn AG, einer Investmentgesellschaft und einem Privatunternehmen.

Nach der ersten Kontaktaufnahme mit den Grundstückseigentümern zeigte sich die Projektentwickler zuversichtlich, eine einheitliche Vermarktung der Flächen zu erreichen. Favorisiert werde die Ansiedlung einer Hochschule oder einer Bildungs- oder Forschungseinrichtung aus dem medizinischen Bereich, was sich aufgrund der Nähe zum Klinikum und der Bedeutung von Traunstein als Gesundheitsstandort anbiete.

Durch den Bau einer Hochschule würde das Bildungsangebot in der Großen Kreisstadt, in der aktuell 25 Schulen und Bildungseinrichtungen vorhanden sind, weiter ausgebaut. In direkter Nachbarschaft einer möglichen neuen Hochschule befindet sich der Neubau des Annette-Kolb-Gymnasiums, durch den das Viertel auf der Rückseite des Bahnhofs bereits eine deutliche Aufwertung erfahren hat. Für eine gute Anbindung zum Stadtzentrum sorgt die großzügig gestaltete Fußgängerunterführung, die von der Stadt Traunstein inzwischen mit Aufzügen auf beiden Seiten barrierefrei ausgebaut wurde. Neben einer Hochschul-Gründung werden die Projektentwickler noch weitere Optionen untersuchen – der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Wie der Oberbürgermeister betonte, wünsche sich die Stadt aber keine Vorschläge jenseits der Realität, sondern Projekte, die auch verwirklicht werden können. Die ersten Ergebnisse werden in vier bis fünf Monaten vorliegen.

Pressemeldung Stadt Traunstein

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