Traunstein: Strom- und Wärmeverbrauch senken

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Mit einem Energiekonzept für die öffentlichen Gebäude möchte die Stadt Traunstein die Strom- und Heizkosten senken und das Klima schützen. Das erste Projekt ist die Sanierung des Altbaus der Franz-von-Kohlbrenner-Schule in den Sommerferien. Für die Maßnahmen, darunter den Austausch der alten Fenster, hat der Stadtrat bereits Aufträge von insgesamt rund 300.000 Euro vergeben.

Traunstein - Ein Konzept zur Senkung des Energieverbrauchs in den Gebäuden der Stadt Traunstein hat ein Team des Instituts für Energietechnik an der Hochschule Amberg-Weiden erarbeitet.

Dies wurde am Donnerstag im Stadtrat vorgestellt. 15 Gebäude wie das Rathaus, die Musikschule oder das Feuerwehrhaus haben die Wissenschaftlern genau unter die Lupe genommen, um den Energieverbrauch zu ermitteln und Einsparmöglichkeiten aufzuzeigen. Insgesamt verbrauchen die untersuchten Gebäude jährlich rund 750.000 Kilowattstunden Strom und 3 Millionen Kilowattstunden Heizwärme, was 300.000 Litern Heizöl entspricht. Diese Werte haben die Institutsmitarbeiter vor Ort ermittelt und im nächsten Schritt mit den durchschnittlichen Verbrauchswerten des jeweiligen Gebäudetyps in Relation gesetzt. So zeigt sich, wo der größte Handlungsbedarf besteht, die Energiekosten zu senken und damit einen Beitrag für den Klimaschutz zu leisten.

Vertreter aller Fraktionen begrüßten im Stadtrat das neue Energiekonzept, das in Zukunft auch als Grundlage für Gebäudesanierungen dienen soll. „Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um die Zukunft der Energieversorgung nach dem Reaktorunglück von Fukushima wird die Bedeutung des Energiekonzepts, das die Stadt schon vor über einem Jahr angepackt hat, erst richtig deutlich“, betonte Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Der Stadtrat sei aber nicht an die Ergebnisse gebunden, sondern könne frei entscheiden, wann er welche Maßnahmen umsetzen möchte, je nach Nutzen und Finanzierbarkeit. Erstes konkretes Projekt ist die Sanierung des Altbaus der Franz-von-Kohlbrenner-Schule in den Sommerferien. Der Stadtrat hat dafür auch schon die Aufträge mit einem Volumen von insgesamt 300.000 Euro vergeben, unter anderem für den Austausch der alten Fenster. Das Schulgebäude an der Rosenheimer Straße ist eines von vier Gebäuden, das im Rahmen des Energiekonzepts noch genauer untersucht worden ist: Für die Kohlbrenner-Schule, die Ludwig-Thoma-Schule, das Kulturzentrum und den Bauhof mit Feuerwehr zeigt das Konzept nicht nur die Kennwerte für den Energiebedarf auf, sondern auch verschiedene Varianten zur Optimierung von Gebäuden und Anlagentechnik.

Wie Stephan Bruckner vom Institut für Energietechnik erläuterte, berücksichtigte das Team unter Leitung von Professor Markus Brautsch sowohl die Wirtschaftlichkeit auf einen Zeitraum von 20 Jahren als auch die Klima-Bilanz der verschiedenen Alternativen. Eine für die Stadtratsmitglieder interessante Erkenntnis ist, dass der Anschluss an eine Fernwärmeversorgung auf Basis erneuerbarer Energien fast immer die beste Lösung darstellt – und das sowohl im Hinblick auf Betriebskosten als auch auf den Klimaschutz. Aus diesem Grund werden die Stadtwerke Traunstein zusammen mit dem Landkreis ein Fernwärmekonzept für den Bereich Brunnwiese umsetzen, an das unter anderem auch die Ludwig-Thoma-Schule angeschlossen werden soll.

In den nächsten Wochen wird das Institut für Energietechnik das Energiekonzept auf rund 200 Seiten auch in gedruckter Form vorlegen. Als weitere Leistung erhält die Stadt Traunstein für alle untersuchten Gebäude eine Datenbank mit den Kennwerten des Strom- und Wärmeverbrauchs sowie die gesetzlich vorgeschriebenen Energieausweise, die als Leistung im Gesamtpaket enthalten sind. Die Kosten von 45.000 Euro werden zu 50 Prozent mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Rationellere Energiegewinnung und -verwendung“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums gefördert. Nach der Übergabe des Energiekonzepts im Mai möchte die Stadt Traunstein die Ergebnisse in einer öffentlichen Veranstaltung vorstellen, um möglichst viele private Hausbesitzer für das Energiesparen zu begeistern.

Pressemeldung Stadt Traunstein

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