Viel mehr Gewerbesteuer

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Traunstein - "Das Thema geht mir locker und leicht von den Lippen", sagte Oberbürgermeister Manfred Kösterke, als die "Nachtragshaushaltssatzung für das Haushaltsjahr 2012" an der Reihe war.

So konnte er von einer "guten Einnahmeentwicklung im laufenden Jahr für die Stadt Traunstein berichten.

"Bei allen bestehenden Risiken können wir sehr zufrieden sein", betonte der Oberbürgermeister. Steigende Einnahmen seien nicht postwendend wieder ausgegeben worden, sprach Kösterke von Ausgabendisziplin in der Verwaltung und im Stadtrat.

Kämmerer Pankraz Maier ging auf das Zahlenwerk im Detail ein und nannte einige herausragende Positionen. So spült die Gewerbesteuer heuer nicht nur - wie im Vorfeld angenommen - neun Millionen, sondern 10,8 Millionen Euro in die Kasse der Stadt. Netto verbleiben der Kommune laut Maier rund 8,8 Millionen Euro.

Den zunehmenden Immobilienaktivitäten, aber auch dem steigenden Preisniveau der verkauften Grundstücke, Wohnungen und Häuser in der Stadt folgte eine Erhöhung der Grunderwerbssteuereinnahmen um 400.000 Euro. Mit 1,05 Millionen überspringen sie erstmals die Millionengrenze. Positiv ausgewirkt hat sich auch die stabile Situation am Arbeitsmarkt, die der Stadt erwartete Einnahmen bei der Einkommensteuer von 8,15 Millionen Euro beschert.

Auch die Ausgabenseite hat einige dicke Brocken zu verzeichnen: So steigen die Ausgaben für verschiedene Kinderbetreuungseinrichtungen in der Stadt (kirchliche und frei-gemeinnützige Träger) um 480.000 auf 2,08 Millionen Euro. Und auch die in diesem Jahr beschlossene Erhöhung der Kreisumlage belastet den städtischen Haushalt zusätzlich mit rund 200.000 Euro.

Mit den Erhöhungen im Vermögenshaushalt (14,04 Millionen Euro auf 16,05 Millionen Euro) und dem Verwaltungshaushalt (von 41,60 Millionen Euro auf 44,86 Millionen Euro) überspringt der Haushalt mit einem Volumen von knapp 61 Millionen Euro erstmals die 60-Millionen-Grenze. Wichtigiste Veränderungen im Vermögenshaushalt sind unter anderem die Sanierung der Klosterkirche und der Ausbau der Güterhalle. Die vorgesehene Rücklagenentnahme reduziert sich durch verzögerte Investitionen im Berichtsjahr und die verbesserte Einnahmensituation deutlich. Der Stadtkämmerer verlieh seiner Hoffnung Ausdruck, dass das Jahr 2012 komplett ohne Rücklagenentnahme stattfindet. Der Schuldenstand der Stadt liegt zum Jahresende seinen Angaben zufolge voraussichtlich bei 17,15 Millionen Euro.

Oberbürgermeister Kösterke betonte, dass man "gut und wirtschaftlich solide aufgestellt ist". Die Stadt könne ihre Verpflichtungen erfüllen und sich etwas leisten - "aber alles mit Maß und Ziel". Er lobte die Betriebe für die hohe Beschäftigungsquote in der Stadt, brachte gleichzeitig aber auch seine Sorge über einen zunehmenden Facharbeitermangel zum Ausdruck. Dritte Bürgermeisterin Waltraud Wiesholer-Niederlöhner sagte, man habe in Traunstein zwar nicht die ganz großen Betriebe. Mit Blick auf die Gewerbesteuer sprach sie aber von Kontinuität.

wz/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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