Wo bleibt die Sicherheitswacht?

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Traunstein - Eigentlich hätte die Sicherheitswacht schon seit dem Sommer auf den Straßen von Traunstein patrouillieren sollen. Doch was ist aus dem Projekt geworden?

Bereits im Januar hatte der Stadtrat das Projekt "Sicherheitswacht Traunstein" abgesegnet. Im Sommer sollte die Aktion dann so richtig anlaufen, mit der Ausbildung der ersten Bewerber. Doch bislang ist noch nichts passiert. Maximilian Lex, stellvertretender Polizeidirektor der Inspektion Traunstein, erklärte uns warum: "Die Beteiligung ist unverändert schlecht. Wir haben bislang nur knapp zehn Bewerber, von denen wir leider einigen absagen mussten, weil sie entweder nicht im Einzugsgebiet der Polizeiinspektion Traunstein wohnen oder aus persönlichen Gründen nicht in Frage kommen." Und dabei bräuchte die Polizei lediglich acht Leute, um die Sicherheitswacht endlich starten zu können. Am Blattl-Sonntag möchte die Inspektion jetzt erneut die Werbetrommel für das Projekt rühren: "Wir haben einen Infostand mit zwei Beamten vor Ort. Wer Interesse hat, kann direkt am Stand einen Bewerbungsbogen ausfüllen."

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Doch woran liegt es, dass die Beteiligung in der Bevölkerung so gering ist? Sind die Anforderungen an diePrivaten-Sicherheitskräfte zu hoch? Laut den Vorschriften des Innenministeriums muss ein Bewerber zwischen 18 und 60 Jahre alt sein, eine abgeschlossene Schul- und Berufsausbildung haben, zuverlässig und verantwortungsbewusst sein. Oder liegt es vielleicht an der schlechten Vergütung von gerade einmal 7,16 Euro pro Stunde. "Das möchte ich nicht ausschließen. Aber die Arbeit bei der Sicherheitswacht soll kein lukrativer Nebenverdienst sein, sondern eine ehrenamtliche Tätigkeit."

Auch von vielen unserer User wurde das Projekt "Sicherheitswacht Traunstein" nicht gerade mit Begeisterung aufgenommen. "Motzki" kommentierte, dass "der Staat auf Kosten von 'ehrenamtlichen Hilfssherrifs' die personelle Unterbesetzung der Polizei auszugleichen sucht". Lex ist da allerdings anderer Auffassung. Es sei zwar richtig, dass die Polizei personell unterbesetzt sei, aber von einem Ausgleich durch die Sicherheitswacht könne keine Rede sein. "Diese ehrenamtlichen Mitarbeiter haben wesentlich weniger Befugnisse als ein Polizeibeamter. Sie sollen nur eine Ergänzung sein."

Unser User "Meinemutter" sprach in seinem Kommentar die Gefahren für die Mitarbeiter der Sicherheitswacht an. "Stellen Sie sich doch nur zwei Herrschaften von der Sicherheitswacht, vielleicht einen älteren Herrn und eine Hausfrau, nachts ausgestattet mit Kugelschreiber, Notizblock und Funkgerät im sog. 'Bermudadreieck' Traunsteins rund ums Kaufland vor". Seiner Meinung nach sei es "viel besser, tagsüber die Polizei durch Zivilangestellte z.B. bei kleineren Sachen wie Verkehrsüberwachung, Unfällen oder ähnlichem zu entlasten, damit die wiederum nachts mehr Kapazitäten hat, sich gut ausgebildet und ausgerüstet um die Sicherheit im Stadtbereich zu kümmern." Doch laut dem stellvertretenden Polizeidirektor komme das nicht in Frage. Für die Verkehrsüberwachung würden den Mitarbeitern der Sicherheitswacht die Befugnisse fehlen, die ein Polizist habe.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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