Traunsteiner G9-Abiturienten verabschiedet

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Direktor Klaus Kiesl (links) und Kollegstufenbetreuer Stefan Russ (rechts) ehrten die besten Abiturienten am CHG: (von links) Lena Mallmann (Notendurchschnitt 1,1), Stefan Hell (1,1), Leonhard Kaindl (1,1) und Philipp Dufter (1,0).

Traunstein - Die Abiturfeier im Chiemgau-Gymnasium war heuer etwas ganz Besonderes: 19 Abiturienten hatten eine Eins vor dem Komma - und manche Absolventen erschienen bereits als Studenten.

Nicht mehr ganz in der Schule drin und auch noch nicht ganz draußen - die Abiturfeier ist normalerweise eine eigentümliche Zwischenstufe. Bei der Verleihung der Zeugnisse am Freitag im Chiemgau-Gymnasium Traunstein war es noch ein bisschen besonderer: Einige dürfen sich seit ein paar Tagen bereits Studenten nennen.

Der letzte neunjährige Gymnasialjahrgang hat besonders früh in diesem Jahr das Abitur abgelegt, damit die Absolventen sich schon im Sommersemester immatrikulieren konnten. Denn der erste G8-Jahrgang rückt bald hinterher - und dann droht es eng zu werden an den Universitäten. Der Stimmung hat es nicht geschadet.

Schon das Hornsolo von Philipp Dufter, das von der Brüstung über die Schüler, Eltern und Lehrer in der Aula hinwegtönte, hatte etwas Triumphiales. "Ihr habt in unruhigen Zeiten Großes geleistet," würdigte Kollegstufenbetreuer Stefan Russ die Leistungen der Abiturienten.

Auch die Elternbeiratsvorsitzende Marlies Viermetz beglückwünschte zum bestandenen Abitur und drückte "Erleichterung, Freude und Wehmut" über den Abschluss aus. In diesem Jahrgang sei das Sitzenbleiben die "Höchststrafe" gewesen, weil es einen Systemwechsel mit sich gebracht hätte, sagte Viermetz. In ihrer Rede nahm sie Bezug auf das Motto des Abistreichs "GSG 9" und meinte, der Jahrgang sei bestens für die Zukunft gewappnet. "Nehmt das Schöne und lasst den Frust in diesen Räumen zurück," riet sie den Abiturienten.

Ludwig Harkotte vom Verein der Freunde des Chiemgau-Gymnasiums warb dafür, dem Verein beizutreten, auch wenn einigen der Abschied momentan vielleicht leicht falle und manche regelrecht flüchten würden. Er wünschte allen, sie mögen ihren persönlichen Weg finden.

Nach dem Klavierauftritt von Felix Nagl, der sich als Musiker bereits einen Namen gemacht hat, dankten die Jahrgangsstufensprecher Wolfgang Bodensohn und Christina Demmelmair denen, die sie während der Schulzeit unterstützt hatten. Im Gymnasium hätten sie "Nützliches und Unnützliches" gelernt und sie hätten gelernt, beides zu unterscheiden, so die Redner, die bereits mit einigen Weisheiten für die Zukunft aufwarten konnten: Mancher Umweg werde sich im Nachhinein als Abkürzung darstellen, meinten die Jahrgangsvertreter vorrausschauend. Es liege nun an jedem selbst, das Beste aus der Zukunft zu machen.

Ähnlich sah es auch Direktor Klaus Kiesl. In seiner Rede schwang Wehmut darüber mit, dass er in diesem Jahr die letzte Kollegstufe verabschiedete. Viele Argumente für die Umstellung des Schulsystems seien bereits entkräftet, so Kiesl. Er freue sich, dass er wirklich allen 121 Prüflingen seinen Glückwunsch zum bestandenen Abitur aussprechen dürfe.

Kiesl ehrte zunächst diejenigen, die besondere Leistungen erbracht hatten, und sagte dann an alle gerichtet den abschließenden Satz: "Sie sind nun keine Schüler mehr." Und aus den Reihen der Gymnasiasten war ein "Krass eigentlich!" zu hören.

Wer die Tragweite dieses Tages bis dahin noch nicht gespürt hatte, der konnte sich spätestens bei der Verleihungszeremonie sichtlich nicht mehr einem gewissen Stolz erwehren. In festlicher Kleidung und zu selbstbestimmter Hintergrundmusik betraten die Jugendlichen die Bühne der Aula, schüttelten Hände, lächelten in Kameras und nahmen das Dokument entgegen, auf dem sich nun ihre berufliche Zukunft aufbauen wird. Dann ging es wieder hinunter in den Saal und von dort - schon als ehemalige Schüler des Gymnasiums - hinaus in den Pausenhof. Dem Sektempfang dort folgte am Abend die Abiturfeier am Chiemsee.

naw/Chiemgau-Zeitung

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