Nach dem plötzlichen Tod von Imke von Keisenberg

Traunsteiner Sommerkonzerte werden 2021 fortgeführt mit „Musik aus Israel“

Nach dem plötzlichen Tod der künstlerischen Leiterin der Traunsteiner Sommerkonzerte, Imke von Keisenberg, wird das Kammermusikfestival fortgeführt. Das bestätigte Traunsteins Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer.

„Die Traunsteiner Sommerkonzerte sind ein kulturelles Aushängeschild der Großen Kreisstadt Traunstein. Das renommierte Kammermusikfestival wird auch nach dem plötzlichen Tod der künstlerischen Leiterin Imke von Keisenberg fortgeführt.“

So Oberbürgermeister Dr. Christian Hümmer auf Nachfrage, wie es mit der beliebten Sommerkonzert-Reihe in Traunstein weitergehen soll. Imke von Keisenberg hatte bereits vor ihrem Tod ein vollständiges Konzertprogramm für den 1. bis 7. September 2021 ausgearbeitet und renommierte Künstler dafür gewonnen. Die Konzerte stehen heuer unter dem Motto „Musik aus Israel“.

Wie die Stadt weiter mitteilte, werde die Organisation der Sommerkonzerte vorübergehend vom Witwer Jochen von Keisenberg gemeinsam mit einem ehrenamtlichen Team und in enger Zusammenarbeit mit der Stadtverwaltung übernommen. Wie es 2022 mit der Konzertreihe weitergeht, werde erst in den kommenden Monaten besprochen.

Weitgehend unbekannte jüdische Komponisten

Das Programm der diesjährigen Sommerkonzerte integriert Werke von jüdischen Komponisten, die unter dem Druck der Diskriminierung und Verfolgung ab Mitte der 1920er Jahre ihre Heimat verließen und nach Palästina, das damalige Mandatsgebiet Israels, auswanderten.

Sie fassten in Israel Fuß und prägten die moderne Musik dort maßgeblich mit. In ihrem deutschen Herkunftsland sind diese Komponisten jedoch so gut wie unbekannt und tauchen, wie auch andere Komponisten mit jüdischen Wurzeln, im Konzertbetrieb hierzulande kaum auf.

Sofern die Konzerte wegen der Corona-Pandemie stattfinden können, wird neben Altbewährtem viel Neues und Erstaunliches im Programm 2021 zu entdecken sein. Alle Konzerte in der Klosterkirche beginnen um 19.30 Uhr.

Am Mittwoch, 1. September, spielt das Ensemble mit Silke Aichhorn Werke von Josef Tal, Avner Dorman, Tzvi Avni und Ludwig van Beethoven. Das Konzert am Donnerstag, 2. September bestreitet das Mandelring Quartett mit Laura Ferreres. Werke von Tzvi Avni und Johannes Brahms kommen zur Aufführung. Das Atos Klaviertrio ist am Freitag, 3. September, zu hören und spielt Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Avner Dorman, Hans Gal und Felix Mendeslssohn-Bartholdy.

Am Samstag, 4. September, spielt das Novus Quartett mit Kolja Lessing Werke von Wolfgang Amadeus Mozart, Tzvi Avni, Paul Ben-Haim, Abel Ehrlich und Johannes Brahms. Am folgenden Sonntag, 5. September, sind Werke von Tzvi Avni, Alexander Glasunow, Tomaso Giovanni Albinoni, George Gershwin und Michel Camilo zu hören. Es spielt das SIGNUM Saxophonquartett.

Werke von Mordecai Setzer, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Miecyslaw Weinberg und Johannes Brahms kommen am Montag, 6. September, zu Gehör, gespielt von David Orlowski, Anastasia Kobekina und Lauma Skride. Beim Abschlusskonzert am Dienstag, 7. September spielt das Vogler-Quartett mit David Orlowski Werke von Wolfgang Amadeus Mozart und Osvaldo Golijov. Eine Kartenreservierung ist unter der Telefonnummer 0861/2099667 möglich.

Christiane Giesen

Rubriklistenbild: © Jens Büttner / dpa

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