Bionik - was ist das?

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Referent Knut Braun vom internationalen Bionikzentrum in Saarbrücken

Traunstein - „Aus Natur mach Technik“ war der Titel eines Vortrags zum Thema Bionik am Chiemgau Gymnasium Traunstein.

Schüler des P-Seminars Biologie mit Knut Braun und dem Modell eines „Finray“-Greifers

Wohl den wenigsten ist bewusst, dass wir es tagtäglich mit Gegenständen zu tun haben, die nach dem Vorbild der Natur gebaut sind, wie dem Klettverschluss oder Schwimmanzügen mit Haifischhauteffekt. In der Bionik werden biologische Strukturen auf die Technik übertragen, allerdings nicht durch reines Kopieren, sondern durch Anpassen an die technischen Gegebenheiten. Diesen relativ neuen Wissenschaftszweig, der aber mittlerweile kaum mehr aus der modernen Produktentwicklung wegzudenken ist, hat am vergangenen Donnerstag Knut Braun, der stellvertretenden Vorsitzenden des Internationalen Bionik-Zentrums in Saarbrücken, am Chiemgau-Gymnasium in Traunstein vorgestellt.

Dabei ging er vor allem auf die technische Umsetzung der aus der Natur gewonnen Erkenntnisse in den Bereichen Luftfahrt, Medizin sowie Leicht- und Automobilbau ein. Beispiele wie das Bionic-Car von Mercedes Benz, welches dem Körperbau und somit den Strömungseigenschaften des Kofferfisches nachempfunden ist – damit erreicht das Auto eine ähnlich gute Aerodynamik wie ein Delfin – machen das Prinzip der Bionik besonders anschaulich. Auch für kleinere Neuerungen, etwa bei der Reifenentwicklung, wird im tierischen und pflanzlichen Bereich nach Inspiration gesucht.

Knut Braun erklärte in seinem Vortrag unter anderem auch auf die Vorgehensweise eines Bionikers, der ein neues Produkt mitentwickeln soll. Zumeist bekommt der Bioniker von einem Unternehmen den Auftrag, eine Lösung zu einem Problem, wie zum Beispiel in der Automobilindustrie die schlechte Aerodynamik der Fahrzeuge, zu finden. Es wird also nach Analogien in der Natur gesucht und beobachtet, wie die ensprechenden Tiere oder Pflanzen das Problem gemeistert haben, um die gewonnenen Erkenntnisse anschließend beim Design des Produktes zu berücksichtigen.

Dieser Prozess vom Problem zur Lösung und Umsetzung nimmt jedoch oft viel Zeit in Anspruch, was der Grund dafür ist, dass bis jetzt noch nicht allzu viele bionisch inspirierte Produkte auf dem Markt sind. Den Vortrag beendete Herr Braun mit einem, für die Schüler sehr interessanten Thema – den Studienmöglichkeiten und Jobaussichten im Bereich der Bionik. Leider gibt es nocht nicht sehr viele Hochschulen, die ein Studium der Bionik anbieten, doch findet man nach erfolgreichem Abschluss eines solchen Studiums, nach Angaben Herr Brauns, zu beinahe 100% einen Arbeitsplatz.

Insgesamt war der Vortrag, den das P-Seminar Biologie unter der Leitung von Studienrätin Veronika Schubert organisiert hatte, nicht nur hochinteressant und lehrreich, sondern konnte vielleicht sogar manch einen der anwesenden Schüler für ein Studium der Bionik begeistern.

Presemitteilung Chiemgau-Gymnasium Traunstein

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