AKO berichtet auf seiner Jahresversammlung

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Die Ambulanz der AKO

Traunstein/Tansania - Der Traunsteiner Aktionskreis Ostafrika traf sich in den vergangenen Tagen zur Jahresversammlung. Was sich im letzten Jahr getan hat:

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Auf der gut besuchten Jahresversammlung vom AKO – Aktionskreis Ostafrika präsentierte Vorstand Hans Siemer die zahlreichen Projekte des Traunsteiner Vereins, die viele Projektteams gleichzeitig durchführen. Das seit über 25 Jahren vom AKO unterstützte Kibosho Hospital erhielt eine neues Ambulanzfahrzeug, zur Notbeleuchtung des Bettenhauses wurde eine Photovoltaikanlage installiert und in der Tagesklink hat Dr. Christian Heiden eine HNO-Station aufgebaut, die inzwischen regen Patientenzulauf registriert. Die Zahnstation in Kibosho wurde mit einem Zahnlabor ausgestattet, in der Zahntechniker Reiner Hammann die Herstellung von Zahnprothesen aufnahm. Mit Daten des gespendeten EKG-Geräts werden über das Internet nun auch Ferndiagnosen eingeholt, der Schritt zur Telemedizin ist ein großer Sprung vorwärts. Mit Freude konnte der AKO eine stetige Zunahme der Patientenzahl feststellen, die in den vergangenen zwei Jahren um über 40% gewachsen ist. Zu dieser Entwicklung hat der AKO mit der im Jahr 2009 erbauten Tagesklinik entscheidend beigetragen. Über die vor wenigen Monaten erbaute Fußgängerhängebrücke über den Karanga Fluss ist das Hospital nun auch während der Regenzeit besser erreichbar. Die Wasserversorgung Singa Village ist abgeschlossen und versorgt einige tausend Menschen mit sauberem Wasser.

HNO-Arzt Dr. Christian Heiden in seiner Station.

Ein weiteres Feld, in dem sich der der AKO engagiert, ist die Ausbildung, von Kindergärten zu Grundschulen bis zur Berufsausbildung. Derzeit sind mehrere neue Kindergärten im Bau, bereits betriebene Kindergärten werden mit Nahrungshilfen und Lohnzuzahlungen unterstützt. Staatlichen Grundschulen fehlt oft Geld für notwendigste Renovierungen, auch hierfür engagieren sich einige AKO-Mitglieder. In der Grundschule in Chemka wurde der bisherige Holzverschlag mit offenen Kochstellen durch ein modernes Kantinengebäude ersetzt, in der Grundschule Kibosho wurden Lehrerunterkünfte renoviert und Schultoiletten gebaut. Zur Berufsausbildung wird die Handwerkerschule Leguruki und die Schwesternschule in Kibosho mit Stipendien unterstützt. In der Landwirtschaftsschule Mwangaria wurde eine Trinkwasserversorgung geschaffen, eine Kantine gebaut und die Bewässerung der Schulbeete verbessert. Nun sollen Fachbücher für eine Schulbibliothek beschafft werden.

Das Prinzip vom AKO seien Projektpartnerschaften, erläuterte Vorstand Klaus Böhme, die mehr bewirken und effizienter arbeiten, als die Entwicklungshilfe und manches groß angelegtes Programm. Projektpartnerschaften stützen sich auf bestehende Strukturen. Gerade dies habe aber bei den großen Wasserversorgungsprojekten in Mandaka und Singa zu Schwierigkeiten geführt, weil die auch vom tansanischen Gesetzgeber vorgegebenen Strukturen in Form von privaten Betreiberorganisationen erst aufgebaut werden müssen. Der AKO musste auch erfahren, wie leicht man dabei in lokalpolitische Querelen geraten kann. Derartige Schwierigkeiten hatten aber auch andere von der Bundesrepublik Deutschland geförderte Versorgungsprojekte.

Ulrike Wehner, Schatzmeierin im Vorstand, präsentierte den Jahrabschluss und Kassenbericht. Im Jahr 2011 betrugen die Ausgaben des AKO einschließlich der Sachspenden insgesamt 471.419 Euro, wovon nur 5,1% Verwaltungsausgaben waren. Große Sorge mache die hohe Inflation, die im Dezember 18% betragen habe. Dies mache Projetkalkulationen sehr schwer. Die Einnahmen betrugen 412.672 Euro. Bei 40 Freiwilligeneinsätzen in Tansania wurden ehrenamtlich 720 Arbeitstage geleistet. Hinzu kommen die Arbeitseinsätze in Deutschland zu Projektvorbereitungen und beim Beladen der Container.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte die Hungersnot am Horn von Afrika die Medien gefüllt. Auch der AKO hatte zu Spenden aufgerufen und für Flüchtlingslager in Äthiopien der Hilfsorganisation humedica in Kaufbeuren einen Betrag von 30.000 Euro übergeben. In seinem Gastvortrag berichtete Joachim Panhans von humedica, wie mit dieser Spende im großen Flüchtlingslager Malkadida im Süden Äthiopiens mit fast 40.000 Flüchtlingen und täglich neuem Zustrom eine Gesundheitsstation aufgebaut wurde, in der von europäischen Ärzten täglich etwa 300 Patienten behandelt, einheimische Mediziner geschult und Kinder mit Notnahrung versorgt und vor dem Verhungern bewahrt werden können.

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