"Turboentzug": BGH bestätigt Urteil

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Traunstein/Oberaudorf - Mehr als zehn und elf Jahre liegen zwei Todesfälle in einer Arztpraxis in Oberaudorf zurück. Jetzt ist erneut eine Entscheidung gefallen.

Eine 31-jährige Frau aus dem Raum Ulm sowie ein 33 Jahre alter Mann aus Freiburg verloren am 4. Juli 1998 und am 16. Januar 1999 bei einem "Turbodrogenentzug unter Narkose" ihre Leben. Ein inzwischen 58 Jahre alter Internist hatte die Drogenabhängigen mittels der umstrittenen Außenseitermethode von ihrer Sucht befreien wollen.

Sechs Gerichte haben die damaligen Vorfälle mittlerweile untersucht - das Amtsgericht Rosenheim, das Schwurgericht Traunstein, das Oberlandesgericht München, der Bundesgerichtshof (BGH), ein anderes Traunsteiner Schwurgericht und zuletzt erneut der Bundesgerichtshof.

Das Fazit: Alle Gerichte erkannten auf eine Schuld des Angeklagten. Jetzt verwarf der Erste Strafsenat des Bundesgerichtshofs die Revision des Arztes gegen das letzte Traunsteiner Urteil als "unbegründet". Die Überprüfung des Urteils habe keine Rechtsfehler zum Nachteil des Angeklagten ergeben, so der Erste Strafsenat in seinen Ausführungen.

Damit wurde der Schuldspruch durch die Erste Strafkammer vom 10. Februar 2009 gegen den alle Schuld leugnenden Mediziner rechtskräftig - 15 Monate Freiheitsstrafe, ausgesetzt auf zwei Jahre zur Bewährung, wegen "vorsätzlicher Körperverletzung mit Todesfolge", allerdings nur für den zweiten Todesfall. Der Fall der toten Frau war schon früher eingestellt worden, mit Blick auf das Gewicht der verbleibenden Tat.

Der Angeklagte hatte stets behauptet, er habe keine Pflichtverletzungen begangen. Seine Verteidiger hatten immer Freispruch gefordert und nach jedem Urteil Rechtsmittel eingelegt.

kd/Oberbayerisches Volksblatt

Lesen Sie hierzu auch:

Tod nach "Turboentzug"

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Traunstein

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser