Pizzaboten-Überfall: Lange Haftstrafen

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Traunstein - Im November 2009 hatten zwei Chiemgauer einen Pizzaboten ausgeraubt. Am Dienstag gestanden Sie die Tat vor Gericht. Heute fiel das Urteil:

UPDATE: 16.30 Uhr 

Der 24-Jährige wurde heute zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren verurteilt. Sein 21-Jähriger Komplize zu drei Jahren, ebenfalls ohne Bewährung. Der jüngere Täter wurde nach dem Jugendstrafrecht verurteilt, weil er zum Zeitpunkt der Tat noch Jugendlicher war.

Die Tat im November 2009

Der 5. November 2009 wird den 21-jährigen Pizzaboten aus Traunreut bestimmt noch lange verfolgen. Am Abend gegen 20 Uhr sollte er vier Nudelgerichte nach Weisbrunn ausliefern. Eigentlich ein ganz normaler Auftrag. Doch als er die Ware ausladen wollte, stürmten plötzlich zwei maskierte Männer auf ihn zu und schubsten den 21-Jährigen von seinem Auto weg. Einer der Räuber bedrohte den Pizzaboten dabei mit einer Waffe. Wie sich später herausstelle, handelte es sich dabei um eine "CO2-Waffe". Das wusste der 21-Jährige allerdings nicht.

Als er dann versuchte, sich zur Wehr zu setzen, zog ihn einer der Angreifer hinter eine Hecke und hielt dem Opfer die Pistole an die rechte Schläfe. Dabei soll der Täter dem Pizzaboten gedroht haben, ihn zu erschießen. In der Zwischenzeit steckte der andere Täter den Geldbeutel und die Nudelgerichte in eine mitgebrachte Plastiktasche. Anschließend flüchteten beide.

Im Februar 2012 konnte die Kripo zwei Täter (21 und 24 Jahre) aus dem Landkreis Traunstein festnehmen. Bei einem konnte auch die wahrscheinliche Tatwaffe sichergestellt werden.

"Wir waren ziemlich abgebrannt"

Die beiden Angeklagten gestanden am Dienstag vor dem Traunsteiner Landgericht die Tat. Zu den Hintergründen meinte der 21-Jährige: "Wir waren zu diesem Zeitpunkt ziemlich abgebrannt. In der Wohnung wurde sogar schon der Strom abgedreht." Bei einem gemeinsamen Spaziergang sei dann der 24-jährige Angeklagte auf den Plan gekommen, einen Pizzaboten auszurauben. Der jüngere Täter habe den Plan nach eigenen Angaben zuerst als "zu krass" empfunden. "Doch wir waren so verzweifelt, dass wir es dann doch gemacht haben", so der 21-Jährige vor Gericht.

Er bestreitet allerdings, dass er dem Pizzaboten während der Tat gedroht habe, ihn zu erschießen. "Das habe ich nicht gesagt. Ich habe nur zu ihm gemeint, dass er sich auf den Boden legen soll." Auch sei die CO2-Waffe bei dem Überfall nicht geladen gewesen.

Nach dem Geständnis der Angeklagten machten die Beamten, die an den Ermittlungen beteiligt waren, ihre Aussage. Demnach sei die Polizei durch einen Zeugen auf die Angeklagten als Täter des Raubüberfalls gekommen. "Der Zeuge gab bei der Traunreuter Polizei an, dass er wisse, wer die Täter sind. Diese hätten im Freundeskreis mit dem Raub geprahlt", so einer der Kriminalbeamten. Danach habe die Polizei die Wohnungen der beiden jungen Chiemgauer durchsucht. Die beiden seien sehr kooperativ gewesen und hätten die Tat sofort eingeräumt.

red/ps

Rubriklistenbild: © dpa

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