Bauantrag abgelehnt

Extrawünsche eines Ateliers: Bürgermeister "angefressen"

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Vachendorfs Bürgermeister Rainer Schroll.

Vachendorf - Schon einmal kam ihr die Gemeinde entgegen und änderte eine Satzung - nun wollte die Bauwerberin eines Ateliers diese wieder überschreiten: Bürgermeister Schroll war "angefressen".

Den Bauantrag zur Errichtung eines Atelierhauses im Ortsteil Spielwang lehnte der Gemeinderat Vachendorf in seiner Sitzung einstimmig ab. Die Bauwerberin wollte nämlich bei der Bauausführung Befreiungen von den Festsetzungen der Ortsabrundungssatzung „Spielwang“ bezüglich der Höhe der Bodenplatte, der Baugrenze und der Dachneigung. Bürgermeister Rainer Schroll war einigermaßen „angefressen“, denn der Gemeinderat hatte die Ortsabrundungssatzung erst auf Antrag der Bauwerberin geändert

„Da macht man eine Satzung, wie sie's gerne hätte, und dann kommt sie mit Überschreitungen daher“, so Schroll ärgerlich. Deshalb habe er ein Problem damit, wenn der Gemeinderat schon extra das Verfahren durchziehe. Auch in der Runde hatte kaum einer Verständnis für dieses Vorgehen. Marlies Kruse meinte, sie hätte sich zuvor mit ihrem Planer absprechen müssen. 

Gemeinde übernimmt Kosten für besonderen Schaukasten

Nach kurzer Debatte über die Stellplatzsituation war das Gremium mit dem Antrag zum Ausbau eines Dachgeschosses zu einer vierten Wohneinheit mit Einbau eines Querfirstes in Vachendorf bei einer Gegenstimme einverstanden. Bürgermeister Schroll sagte dazu, der Bauantrag habe dem Gemeinderat schon einmal vorgelegen, sei aber wegen des fehlenden Stellplatznachweises abgelehnt worden. Kruse meinte zwar, der vorgelegte Stellplatzplan sei wegen der Enge nicht realistisch. Dem entgegnete Schroll, es sei nicht das Problem der Gemeinde, ob und wie die Autofahrer rangieren müssten. Der Bauherr habe den Stellplatznachweis erbracht. 

Einverstanden war das Gremium mit der Übernahme der Kosten von 411 Euro für einen Schaukasten in Geiselprechting, in dem eine Kopie eines historischen Militärdiploms ausgestellt wird. In Geiselprechting wurde das älteste Militärdiplom eines Römers in Bayern teilweise aufgefunden. Das Original ist jetzt in München. Franz Haberlander hatte den gemeindlichen Schaukasten mit einigen Mitbürgern hergerichtet. 

Neuer Sauger fürs Schwimmbad

Ferner stimmten die Gemeinderäte für eine weitere Beteiligung an der Finanzierung des Chiemgau Tourismus e.V. für die Jahre 2018 bis 2020. Der Bürgermeister erklärte, die Landkreis Traunstein finanziere den Chiemgau Tourismus mit einer Million Euro. Der Rest werde über die Landkreisgemeinden abgedeckt. Jeder Gemeinde zahle 12,5 Cent pro Übernachtung. Auf die Gemeinde Vachendorf entfielen dadurch durchschnittlich 350 Euro im Jahr. Der Chiemgau Tourismus laufe gut, betonte er, die Übernachtungszahlen nähmen zu. 

Schließlich fassten die Gemeinderäte den Beschluss, einen neuen Sauger für das Schwimmbad anzuschaffen, weil der alte defekt ist. Die Mietkosten für einen Leihsauger hätten über 800 Euro betragen, so Schroll. Das neue Gerät sei erprobt worden und mache einen guten Eindruck. Auf die Gemeinde Vachendorf kommen rund 12 000 Euro an Anschaffungskosten zu. Kämmerer Peter Maier informierte den Gemeinderat über die bisher angefallenen über- und außerplanmäßigen Ausgaben im Haushalt. Er ging aufgrund der Entwicklung davon aus, dass die Gemeinde im Laufe des Herbstes einen Nachtragshaushalt werde aufstellen müssen. 

Bjr

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