Zu Besuch in Vachendorf

Abgeordnete hört Sorgen des "Dorfladls"

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Vachendorf - Schule und Kindergarten waren die Themen. Bundestagsabgeordnete Dr. Bärbel Kofler informierte sich über Vachendorfer Gemeinde.

Nachdem der SPD-Ortsverein Vachendorf eingeladen hatte, informierte sich die SPD-Bundestagsabgeordnete Bärbel Kofler über aktuelle Fragen der Gemeindepolitik. Im neuen "Dorfladl" konnten Bürger mit der Bundestagsabgeordneten diskutieren.

Das "Dorfladl" wird seit kurzem von einer Vachendorfer Firma betrieben, "weil ihre Mitarbeiter bei der Edeka plötzlich vor verschlossenen Türen standen", sagt Geschäftsführerin Borislava Beuschlein.

Sie beklagte sich darüber, dass es für junge Firmen schwierig sei, Kredite zu bekommen, wenn sie Ideen und Visionen hätten. Sie sprach vom täglichen Kampf, ob man sich die Mitarbeiter oder neue Lieferanten noch leisten könne.

Supermärkte zu weit weg

Bärbel Kofler sprach sich für passgenaue staatliche Förderungen für kleine Projekte aus. Das Problem bei der Versorgung seien ältere Leute und Mütter ohne Auto mit Kindern, sagte Bürgermeister Rainer Schroll. 

Für sie seien die Discounter zu weit weg. Für diese Leute biete das "Dorfladl" innerhalb von Vachendorf einen Lieferservice an, erklärte Borislava Beuschlein. Für sie bedeute das "Dorfladl" ein Stück Unabhängigkeit, betonte Rainer Schroll.

Für die SPD-Ortsvorsitzende Agnes Göhle ist das "Dorfladl" auch ein Ort der Gemeinschaft und Unterhaltung. Die Leute kämen dort auch zu einem "Ratsch" zusammen. In einem Eck des "Dorfladls" werden dafür Kaffee und Kuchen und Brotzeiten angeboten.

Ein Laden gehöre zu einem Dorf dazu, meinte Bärbel Kofler. Erfreut stellte sie fest, dass es viele regionale Produkte gebe, wie zum Beispiel Obst und Gemüse, Eier und Nudelprodukte. Das Obst und Gemüse sei keine abgepackte Ware, betonte die Geschäftsführerin. Auf diese Weise könnten die Kunden beispielsweise auch nur einen Apfel kaufen.

Barrierefreier Zugang für Schule

Über die Schulsituation erkundigte sich Bärbel Kofler bei der Leiterin der Grundschule, Irmgard Asenkerschbaumer. Von den 91 Schülern seien 34 in der Mittagsbetreuung, die von Marion Haunerdinger und zwei weiteren Frauen organisiert werde.

Gebucht werden könne sie ab zwei Tagen mit und ohne Mittagessen. Das Essen liefere eine gelernte Hauswirtschafterin aus Vachendorf. Geboten werde am Nachmittag eine Hausaufgabenbetreuung.

Die Eltern nähmen die Mittagsbetreuung gerne an, weil ihre Kinder dort gut aufgehoben seien, sagt Marion Haunerdinger. Die Mittagsbetreuung sei keine Pflicht, sagte Irmgard Asenkerschbaumer, dies habe den Vorteil, dass die Eltern ihre Kinder jederzeit abholen könnten, zum Beispiel wenn sie mit ihnen bei schönem Wetter zum Baden gehen wollen.

Irmgard Asenkerschbaumer sagte, in der Grundschule sei ein Kind mit Handicap und Schulbegleitung sowie ein spastisches Kind im Rollstuhl. Im kommenden Schuljahr werde es zwei Kinder mit Schulbegleitung geben.

Auf die Frage von Bärbel Kofler nach der Barrierefreiheit in der Grundschule meinte die Schulleiterin, es gebe im rückwärtigen Bereich einen barrierefreien Zugang. Marlies Kruse sagte dazu, man müsse mit den Sachen leben, die vorhanden seien.

Wo die Schüler nach Beendigung der Grundschule hingingen, wollte Bärbel Kofler wissen. Die Schulleiterin sagte, der eine Teil gehe auf die Realschule nach Traunstein, der andere auf die Mittelschule in Siegsdorf. 

Gute Erzieher schwierig zu finden

In den Kindergarten gingen 90 Kinder, berichtete Leiterin Veronika Bauer, damit sei der Kindergarten nicht ganz voll. Der Kindergarten arbeite gruppenübergreifend, sodass jedes Kind unter pädagogischer Anleitung in eine andere Gruppe wechseln könne.

Die Räume seien überall gleich, um die Kinder zu motivieren, in einen anderen Raum zu gehen. Veronika Bauer wies die Bundestagsabgeordnete auf den Erziehungsnotstand hin. Bei den Erzieherinnen gebe es viele Teilzeitjobs.

Es gebe zwar engagierte Leute, aber fast fünfzig Prozent arbeiteten berufsfremd. Deshalb sei es schwer, gutes Personal zu bekommen. Bürgermeister Rainer Schroll erklärte, die Kindertagesstätte bekomme mehr Platz. Die Gemeinde werde sie erweitern. 

Er bedauerte, dass die Gemeinde bis jetzt für 2017 noch keine Zuschusszusage erhalten habe. Ferner kritisierte Rainer Schroll die gesetzlich vorgeschriebene Bedarfsplanung. Sie koste der Gemeindeverwaltung Zeit und Geld. Sie müsse die Eltern mehrfach anschreiben, weil sie keine Rückmeldung erhalte. Zudem würden oft Kinder im Bedarfsplan angemeldet, die dann doch nicht kämen.

Haus der Dorfgemeinschaft entkernt

Schließlich erkundigte sich Bärbel Kofler über den Stand des "Hauses der Dorfgemeinschaft". Nachdem es in den vergangenen Monaten entkernt worden sei, habe der Aufbau begonnen, sagte Bürgermeister Rainer Schroll. Unterbracht würden dort Räume für die Ortsvereine und ein Veranstaltungssaal.

bjr

Rubriklistenbild: © xe

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