Sind 30 Meter Höhe wirklich nötig für den Standort?

Gemeinderat lehnt Bau eines zweiten Funkmastes in Vachendorf ab

Vachendorf – Einhellig lehnte der Gemeinderat Vachendorf den Bauantrag zur Errichtung eines 30 Meter hohen Stahlgittermastes für Funkdienste der Telekom Deutschland in der Nähe des Kapellenwegs ab. Er sehe aus wie ein Bohrturm, kritisierte Bürgermeister Rainer Schroll. Auch andere Gemeinderäte äußerten ihre Zweifel, ob die Höhe überhaupt notwendig sei, zumal nicht weit davon entfernt bereits ein Funkmast von Vodafone mit einem Viertel der Höhe steht.

Zuvor hatte Christian Plenk von der Telekom Deutschland den Gemeinderäten erklärt, der Mobilfunk brauche ein Netz von Stationen, um möglichst alle Bereiche abdecken zu können. Da Funkmasten in Traunstein im Norden und in Bernhaupten im Süden stünden, sei die ICE-Bahnstrecke im Bereich von Vachendorf schlecht versorgt. Versorgungslücken bestünden ebenfalls in Vachendorf besonders innerhalb der Häuser. Mit dem neuen Standort schließe die Telekom diese Lücken. 


Die Bundesnetzagentur überprüfe, ob die jeweiligen Standorte die Grenzwerte einhalten. Der Mobilfunk stelle daher keine Gefahr dar. Auf den Einwurf von Bürgermeister Schroll, die Gemeinde habe Probleme im Westen, sagte Plenk, der Funkmast werde so ausgerichtet, dass auch die Gemeinde versorgt werde. Die Höhe des Funkmastes brauche die Telekom wegen der Topografie des Geländes. 

Ob Vodafone möglicherweise plane, mit auf den neuen Funkmast zu gehen, konnte er nicht beantworten. Geschäftsleiter Andreas Schultes hegte Zweifel, ob Vodafone mitmachen werde. Weil beide Funkmasten nah beieinander stünden, würde dies sich jedoch anbieten. Vorauf Plenk meinte, jedes Unternehmen habe sein eigenes Konzept, versuche aber Synergieeffekte zu schaffen. Im Augenblick gebe es jedoch keine Abstimmung mit Vodafone.


Marlies Kruse wollte wissen, warum das Funkdienst 30 Meter hoch sein müsse. Worauf Plenk sagte, die Telekom baue keine 15-Meter-Funkmasten. 30 oder 40 Meter Höhe seien Standard. Die Höhe sei wegen der Versorgung der Bahnlinie erforderlich. Dritter Bürgermeister Andreas Schroll wollte wissen, ob es denn keine Alternative gebe. Plenk meinte, es gebe keinen Ersatzstandort. Dies sei so errechnet. Zudem stehe er am Ortsrand draußen. So gesehen sei die Beteiligung der Gemeinde eigentlich eine „Farce“, stellte der Geschäftsleiter fest.

Zweiter Bürgermeister Josef Huber war über die 30 Meter „nicht begeistert“. Anders wäre es, wenn die Zusage von Vodafone sicher sei. Die Gemeinde werde das Bauvorhaben nur verhindern können, wenn dem öffentliche Belange entgegen stünden, machte Geschäftsleiter Schultes deutlich. Ansonsten werde das fehlende gemeindliche Einvernehmen vom Landratsamt ersetzt, weil Versorgungsunternehmen privilegiert seien. 

Der Bürgermeister führte dann als Gründe für die Ablehnung des Bauantrags die schlechte Optik durch zwei nah beieinander stehende Funkmasten, die fehlende Gewährleistung, dass Vodafone mit auf den neuen Funkmast geht, sowie die Höhe von 30 Meter als Verstoß gegen öffentliche Belange an.

Bjr

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