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Vachendorf sucht weiter nach Betreiber

Wie weiter mit leerem Dorfladen? Bürgerumfrage bringt einige Überraschungen

Seit Ende Januar ist der Dorfladen in Vachendorf zu. Jetzt wird ein neuer Betreiber gesucht.
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Seit Ende Januar ist der Dorfladen in Vachendorf zu. Jetzt wird ein neuer Betreiber gesucht.

Die Gedanken schweifen bei „Tante-Emma-Laden“ leicht ins Nostalgische, früher war ein kleiner Dorfladen im Ort Gang und Gäbe. Doch wie so oft sterben im Wandel der Zeit die kleinen Läden auf dem Land immer mehr aus. Vachendorf möchte diesen Wandel aufhalten. Erstes Mittel: Eine Bürgerumfrage, wie ihr Dorfladen aussehen soll.

Vachendorf - „Ein bisserl enttäuscht waren wir schon von der Umfrage“, räumt Bürgermeister Rainer Schroll auf Nachfrage von chiemgau24.de.ein. „Die Nachfrage nach einem eigenen Dorfladen ist doch nicht so groß, wie wir dachten.“

260 Rückmeldungen gab es aus der Bevölkerung in der kleinen 1800-Seelengemeinde. In der jüngsten Gemeinderatssitzung am Dienstagabend, (26. Juli), wurden die Ergebnisse dieser Befragung vorgestellt.

Einen Beschluss, wie es mit dem Dorfladen weitergehen soll gab es nicht, erklärt Schroll. Es habe sich lediglich um die Vorstellung der Ergebnisse gehandelt mit anschließender Diskussionsrunde.

Kein Interesse an Lieferservice sowie Brotzeit- und Café-Ecke

Unter den 13 Fragen standen unter anderem Öffnungszeiten und Sortimentswünsche im Fokus. Die Gemeinde wollte wissen, was sich die Menschen in Vachendorf genau wünschen und vorstellen. Soll es eine Brotzeit- und Café-Ecke geben und aus welcher Struktur besteht eigentlich der befragte Haushalt?

Überraschend war in der Ergebnisvorstellung für Schroll, dass beispielsweise ein Lieferservice gar nicht gefragt sei, kaum mehr Interesse bestand an einer Brotzeit- und Café-Ecke. „Hauptsächlich wird die Einkaufsmöglichkeit für Grundnahrungsmittel gewünscht, tatsächlich der klassische ‚Tante-Emma-Laden‘, wie man ihn seit jeher kennt“, konstatiert der Bürgermeister aus den Ergebnissen der Vachendorfer.

Potentielle Dorfladen-Betreiber im Gespräch

Doch ob sich der im kleinen Ort erneut etablieren kann? Die Frage kann auch Schroll nicht beantworten. Der bisherige Dorfladen, „s‘Ladl“, dessen Betreiberin Anfang des Jahres nach fünf Jahren aufhörte, soll also im besten Fall einen Nachfolger bekommen. Schließlich kenne man nun dank der Befragung die Wünsche der Bürger und Anforderungen an den Laden, fährt der Bürgermeister fort.

Was aber fehlt ist ein Betreiber. Mit einem potentiellen Interessenten sei man schon im Gespräch, es gebe noch einen zweiten im Hintergrund. „Doch jemanden zu finden, der sich den Hut aufsetzt und den Laden samt wirtschaftlichen Risikos in der aktuellen Krisenzeit schmeißt ist alles andere als leicht. Die Bürger können ihren Laden nicht selbst betreiben, so gern es manche tun würden. Wir brauchen einen Betreiber, der da steuer-, lebensmittel- und personalrechtlich verantwortlich ist.“

Vachendorfs größtes Problem: Die Nähe zu Traunstein

Die ehemalige Betreiberin habe Schroll zufolge wegen „zu wenig Umsatz“ aufgehört, auch Vorgänger Edeka Pfeilstetter schrieb jahrelang rote Zahlen, es folgte die Schließung Ende 2016. „Der Umsatz wird zu wenig, die Ware wird alt, läuft ab, das Sortiment schmälert sich und es werden weniger Leute - eine Abwärtsspirale“, weiß Schroll.

Genau dieser aber wollen sie in Vachendorf trotzen - und ihren Dorfladen nicht aufgeben. Doch: „Das größte Problem für unseren Dorfladen ist die Nähe zu Traunstein. In ein, zwei Kilometern Entfernung stehen sämtliche Supermärkte, die es in der Bundesrepublik gibt, zur Verfügung. Alles auf einem Fleck. Diejenigen, die mobil sind, fahren dort hin und diejenigen, die auf einen Dorfladen angewiesen sind, bringen den nötigen Umsatz für einen eigenen im Ort nicht zusammen“, erklärt Schroll.

Dabei besitze ein eigener Dorfladen für Vachendorf eine große Bedeutung, unterstreicht der Bürgermeister abschließend. „Wir haben viele ältere Bürger, die sich schwer tun und nicht so mobil sind, um rasch nach Traunstein zu fahren - für die ist ein Dorfladen optimal. Von denen haben sich einige bei mir gemeldet und betont, wie sehr sie den Laden brauchen. Allgemein ist der Ansporn für einen Dorfladen aus der Bevölkerung gekommen.“ Wie es mit der Realisierung der Wünsche der Bürger aussieht, steht allerdings derzeit noch in den Sternen.

mb

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