Vereine protestieren gegen Flugblatt

Grabenstätt - Ein Flugblatt der Freien Wähler mit ihrer "Halbzeitbilanz" zur laufenden Legislaturperiode beschäftigte jüngst den Gemeinderat. Es geht um die Jugendarbeit und Mehrzweckhalle.

In einem Brief an das Gremium und Bürgermeister Georg Schützinger nahmen acht Vereinsvorstände Stellung zu den darin angesprochenen Bereichen Jugendarbeit und Mehrzweckhalle.

Im Mai hatten die FW ein Flugblatt in der Gemeinde in Umlauf gebracht. Darin heißt es unter anderem: "Nur durch den konsequenten Aufbau einer Theatergruppe und der ,Sansibar' durch Doris Biller kann die Jugendarbeit als Erfolgsmodell bezeichnet werden."

Das sei "ein Schlag ins Gesicht" der vielen Ortsvereine, die schon seit Jahrzehnten eine zielgerichtete und allseits hoch anerkannte Jugendarbeit leisteten und leisten, zitierte Bürgermeister Georg Schützinger aus dem Schreiben der Vereinsvorstände, das er in der Sitzung vollständig verlas.

Auch Aussagen der FW zur Mehrzweckhalle kritisieren die Vorstände. Während ein Drittel der FW-Räte gegen den Bau gestimmt hätten, sei unter Federführung der Ortsvereine, jedoch ohne Einfluss und Mitwirkung durch die FW, ein Förderverein gegründet worden, der sich mit umfangreichen unbürokratischen Aktionen gezielt um erhebliche materielle und finanzielle Unterstützung und Entlastung des TSV als Mitbauherrn kümmere.

"Unerklärlich und erschreckend"

Bei näherer Betrachtung der von der FW vorgebrachten eigennützigen Argumenten zu weiteren Themenbereichen wie Gewerbegebiet Oberwinkl oder Ortskernsanierung sei festzustellen, dass diese sich mit einem Anteil von nur 17,65 Prozent der Gemeinderatsmandate den Bürgern überall als alleiniger kommunalpolitischer Entscheidungsträger darstelle, heißt es in dem Schreiben weiter. Es sei nicht nachvollziehbar, unerklärlich und erschreckend, dass sich eine relativ kleine Gruppierung die Erfolge beziehungsweise Aktivitäten des Gesamtgemeinderates alleine auf die Fahnen schreibe, so die Vereinssprecher. Von produktiven Vorschlägen und deren Umsetzung durch die FW zu den im Flugblatt erwähnten "Erfolgen" sei den Vereinsvertretern nichts bekannt. Abschließend werfen sie den FW wegen der Verbreitung einseitiger Aussagen die "Störung des Dorffriedens" vor.

Zweiter Bürgermeister Robert Muggenhamer (Bürgerliste Erlstätt) war der Meinung, die Vorstände sollten sich mit den Freien Wählern in Verbindung setzen. Anton Mayrhofer (FW) wiederum bezeichnete das Schreiben als "schlechten Stil".

Er wolle erst das Schreiben in Händen halten und dann, wenn er es für notwendig erachte, sich mit den Vorständen auseinander setzen. Andreas Danzer (FW) war dafür, einen Haken darunter zu setzen.

Roman Metzner (CSU) stieß in seiner Eigenschaft als TSV-Vorstand ins gleiche Horn wie die Vorstände, die das Schreiben verfasst hatten. Das Flugblatt erwecke den Eindruck, dass die Jugendarbeit ausschließlich und erst seit dem Bestehen der FW betrieben werde. Dabei seien es die Vereine, die intensive Nachwuchsarbeit leisteten.

Jugendausschuss "wurde benutzt"

Auch Max Wimmer (CSU) äußerte sich erschrocken über die FW-Ausführungen zum Thema Jugendarbeit. Die Ideen seien im gemeindlichen Jugendausschuss entstanden, dem viele Mitglieder angehören. Die Freien Wähler hätten dieses Gremium durch die Herausnahme einzelner Themen "genützt und benutzt".

kem/Chiemgau-Zeitung

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