"Wappen-Paten" feiern Einweihung

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Die "Wappen-Paten": (stehend von links) Erich Kastner, Josef Anner, Birgit Kirchmayer, Christian Niggl, Rosi Hölscher, Franz Kirchmayer, Bürgermeister Martin Hobmaier und Franz Fegg sowie (vorne von links) Willi Hölscher, Anita Anner sowie Stephie Niggl mit Sohn Quirin (2). Es fehlt Franz Kessler.

Inzell - Das rot-weiße Metalltafel-Wappen wurde nun offziell eingeweiht. Zum Abschluss wurde eine Hinweistafel über die Bedeutung des Wappens und über die Sponsoren angebracht.

Seit einiger Zeit ziert das rot-weiße Inzell-Wappen in Form von einer stabilen, schräg gestellten Metalltafel den nördlichen Ortseingang von Inzell, umrandet von einem alpin bepflanzten kleinen Steingarten.

Mit der Anbringung einer Hinweistafel über die Bedeutung des Wappens und die Sponsoren am Pavillon am Busbahnhof ist das Gesamtprojekt nun abgeschlossen. Die sieben Inzeller Geschäftsfamilien, die es finanzieren, feierten mit Bürgermeister Martin Hobmaier eine offizielle "Einweihung".

 Gärtnermeister Franz Fegg verriet in einer Ansprache interessante Hintergründe. Der Fisch symbolisiere die Zugehörigkeit Inzells zum Kloster St. Zeno, von dem die Entwicklung des Ortes von 1177 bis 1803 bestimmt wurde. Es handle sich um die Fischart "Nase", ein früher häufiger und heute ausgestorbener Strömungsfisch. Die beiden gekreuzten Werkzeuge, Hammer und Schlegel, verwiesen auf den Blei- und Galmeibergbau vom 16. bis ins 18. Jahrhundert. Dieses Wappen bestehe seit 1585.

Im Kamin-Beisl sei im Gespräch mit Wirt Franz Kirchmayer die Idee entstanden, das Inzeller Wappen mit Blumen zu pflanzen. Zunächst dachte man an einen Platz in der Nähe des Rathauses, den der Bauhof jedoch als Schneelagerplatz brauchte. Schließlich kam man auf den jetzigen Platz am "Nordkreuz". Von 2005 bis 2010 wurde das Wappen mit Blumen gestaltet. Die Schönheit des Wappens war jedoch, wie Fegg betonte, sehr witterungsabhängig. In nassen Sommern seien der Fisch und die Werkzeuge im Wappen grün statt weiß gewesen.

Bei Christian Niggl, der mit seiner Firma unter anderem Schilder produziert, gab die Gemeinde nun ein wetterbeständiges Wappen in Form einer dreimal drei Meter großen Aluminium-Kunststoffverbundplatte in Auftrag. Der Unterbau wurde mit Bruchsteinen neu gestaltet und von freiwilligen Helfern aufgebaut: In ihrer Freizeit arbeiteten Gemeindegärtner Valentin Schwaiger und Baggerfahrer Emil Waschinger zwei Tage dafür. Die Gebrüder Hochreiter stellten den Bagger zwei Tage lang kostenlos zur Verfügung. Der Gemeindebauhof lieferte die Steine an. Bauhofleiter Gottfried Graf und Franz Fegg führten die Bauaufsicht und gestalteten das Ganze mit. Die Montage mit einem Unterbau von 180 Kilogramm Betonsteinen erledigte Erich Kastner gratis, ebenso wie Christian Niggl die Verschraubung des Wappens und die Anfertigung der neuen Infotafel. Die Arbeitszeit für Bepflanzung und Pflege wurde durch Franz Fegg spendiert.

So fielen nur Kosten für 5,6 Tonnen Bruchsteine, die Alpinblumen, das Diesel für den Bagger und das Wappen mit Rahmen an. Die Gesamtkosten in Höhe von 2354 Euro wurden von der Gemeinde vorfinanziert und werden von den sieben Paten innerhalb der nächsten fünf Jahre komplett abbezahlt. Diese stießen am Wappen mit Sekt auf das Gemeinschaftswerk an: Franz Kessler junior mit Frau Irene, Franz und Birgit Kirchmayer, Christian und Stephie Niggl, Josef und Anita Anner, Erich und Christine Kastner, Willi und Rosi Hölscher sowie Franz und Elisabeth Fegg.

Am Rande verriet Fegg einige Anekdoten. Das erste Metall-Wappen habe der Wind auf die Bundesstraße getragen; für die Ersatzanfertigung sei zum Glück die Versicherung eingesprungen. Eine ausgeklügelte Verankerung schließt dieses Risiko künftig aus. Als die freiwilligen Arbeiter mit dem neuen Unterbau fast fertig waren, forderten Kontrolleure des Straßenbauamtes Traunstein eine Verschiebung um einen halben Meter von der Bundesstraße weg. So war fast die doppelte Mühe nötig.

Bürgermeister Martin Hobmaier betonte den Wert von Initiativen an der Basis für eine lebendige Demokratie. Die aus der Not entstandene Blumenpaten-Aktion sei in der Region einzigartig. "Das Wappen ziert unsere Gemeinde. Das ist eine sehr gelungene Aktion." Der Platz passe gut. Auch mit den Behörden, die wegen der Genehmigung nachgehakt hatten, habe er telefonisch noch eine Lösung gefunden, berichtete Hobmaier schmunzelnd.

vm/Chiemgau-Zeitung

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