Wenige Zuhörer, aber viele Fragen

Traunstein - Auf der Bürgerversammlung stand OB Kösterke den Traunsteinern Rede und Antwort. Themen waren u.a. die Nordumfahrung und nächtliche Ruhestörungen durch Jugendliche.

In etwa die Waage hielt sich bei der Bürgerversammlung im Traunsteiner "Sailer-Keller" die Zahl der überschaubaren Zuhörer sowie die der Mitarbeiter der Stadtverwaltung und des Stadtrats. Nach dem Rechenschaftsbericht von Oberbürgermeister Manfred Kösterke entstand trotz allem eine rege Diskussion mit einer großen Bandbreite an Themen.

Die geringe Zahl von knapp 20 Bürgern nahm Johann Kainz zum Anlass, die mangelnde Bekanntgabe der Bürgerversammlung der Stadt zu monieren. Die Bürgerversammlung für die Kernstadt sei immer die am schlechtesten besuchte, entgegnete ihm Oberbürgermeister Kösterke. "Das ist zwar bedauerlich, aber es war in den vergangenen Jahren immer so." Mit der Veröffentlichung habe dies daher nichts zu tun.

Weiter kritisierte Kainz den schmutzigen Zustand der Fußgängerunterführung am Bahnhof. "Es wird zwar kontrolliert, aber nicht zu den Brennpunktzeiten", meinte er. Dazu machte Peter Kern auf die nächtliche Lärmbelästigung durch jugendliche "Open-Air-Feste" aufmerksam. Kern dazu: "Man muss gegen die nächtliche Ruhestörung irgendetwas unternehmen. So kann es nicht weiter gehen."

Kösterke sagte dazu, dass es sich dabei um Ordnungswidrigkeiten handele, aber nicht um Straftaten. Die verfügbaren Einsatzkräfte der Polizei müssten abends und nachts der Verfolgung von Straftaten gegenüber der von Ordnungswidrigkeiten nun mal den Vorzug geben. Man sei mit der Polizei und dem Jugendamt des Landratsamts im Gespräch, wie man die Situation in den Griff bekommen könne. "Wir wollen, dass die jungen Leute fortgehen, aber auch dass die Anwohner ihre Ruhe haben und wir den Bauhof nicht immer losschicken müssen, um aufzuräumen."

Auf die Situation am Empfinger Hohlweg im Winter machte Robert Jacobs aufmerksam und forderte ein Verbot für Lkw über 7,5 Tonnen. "Der Berg ist sehr oft zu, weil die Lkw nicht rauf kommen." Außerdem schlug er vor, das Linksabbiegen in die Wasserburger Straße nicht mehr zuzulassen, um Staus zu vermeiden.

Nordumfahrung abwarten

Der Oberbürgermeister meinte, man wolle die Fertigstellung der Traunsteiner Nordumfahrung abwarten und dann die Situation neu überdenken. Als problematisch sah das Stadtoberhaupt ein Linksabbiegeverbot an, weil man dann den Verkehr Richtung Stadt durch den Gewerbepark "Kaserne" leiten müsste. Aber er versprach ihm: "Wir werden uns die Situation mit der Polizei und dem Ordnungsamt anschauen."

Die Verkehrssituation auf der Zeppelinstraße wegen parkender Autos sprach Georg Griesbeck an. Lieferwagen, Kleinlaster und Wagen der Müllabfuhr kämen nicht durch. Im Winter werde es wegen des Schnees dann noch enger. "Und parken die Autos auf dem Fußgängerweg, müssen die Fußgänger auf der Straße gehen." Er schlug vor, wie auf der Hartwig-Peetz-Straße eine Spielstraße einzurichten.

Für eine Spielstraße müsste die Straße mit einem finanziell großen Aufwand komplett umgebaut werden, sagte Kösterke dazu. Deshalb müsse man schauen, ob man nicht durch andere Maßnahmen eine Verbesserung erreichen könne.

Wie Waltraud Hofer in einer schriftlichen Anfrage machte Griesbeck darauf aufmerksam, wie gefährlich das Überqueren der Jahnstraße bei der Theresienstraße ist. Für alte Leute sei das schon "verreckt".

Kösterke wies auf die Fußgängerüberwege an der Herzog-Wilhelm-Straße und an der Güterhallenstraße beim ehemaligen Zollamt hin. Es sei nicht möglich, an jeder Einmündung alle 200 Meter eine Fußgängerquerung einzurichten.

In ihrem Schreiben hatte Hofer weitere Verbesserungen im städtischen Verkehr vorgeschlagen. Zum Beispiel einen Fußgängerübergang oder eine Fußgängerampel auf der Schützenstraße beim Kniebos.

Verkehr nicht einsehbar

Dazu meinte der OB, dass dort eine Tempo-30-Zone bestehe und der Verkehr wegen der engen Kurve zudem langsam fließe. Etwa 150 Meter weiter sei bei der Gasstraße außerdem eine Fußgängerquerung über die Schützenstraße vorhanden. Eine weitere Querung für Fußgänger forderte die Briefschreiberin beim Viadukt für Leute, die zum Treppenweg zur Weinleite wollen. Wegen der Kurve sei der Verkehr nicht einsehbar.

Der OB gab ihr recht, dass die Stelle sehr unübersichtlich sei. Dennoch sah er keine Möglichkeit für eine Verkehrsinsel, "weil weder die Straßenbreite noch die Fußgängerfrequenz das hergibt". Bezüglich ihrer Kritik wegen der gefährlichen Situation für Fußgänger in der Bahnüberführung in Hufschlag verwies er sie an die Gemeinde Sur-berg.

Für Schichtarbeitende wie im Klinikum sei eine Unterbringung der Kinder nicht möglich, sagte Berger weiter und schlug vor, eine derartige Betreuungsgruppe einzurichten. Das Stadtoberhaupt wies auf die Schwierigkeiten hin, eine 24-Stunden-Betreuung einzurichten. Das Mütterzentrum Traunstein sei deswegen mit dem Klinikum im Gespräch. "Ob dies lösbar ist, kann ich Ihnen heute nicht sagen", so Kösterke.

Hermann Koch wollte wissen, wie es mit den konzeptionellen und planerischen Vorschlägen bezüglich des Bahngeländes westlich der Bahnlinie ausschaut. Kösterke erklärte, dass man mit der TU München, der Handwerkskammer und dem Landkreis in Verbindung stehe. Es gehe dabei um die Entwicklung eines Handwerk-Technologiezentrums. Eine Information sei für die Stadtratssitzung im Dezember geplant. Deshalb bat er Koch um Verständnis, dass er jetzt keine Details bekannt geben könne.

bjr/Chiemgau-Zeitung

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