Wieder geht's zum Ettendorfer Kircherl

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Am Ostermontag, 25. April, steht der 120. Traunsteiner Georgiritt mit Vertretern der historischen Gruppen und von Nachbargemeinden an.

Traunstein - Seit 120 Jahren wird die entscheidende, inzwischen aber fast schon rein rhetorische Frage gestellt: "Mach ma heuer unsern Ritt wieder?"

Und da sich bei der Jahreshauptversammlung des St.-Georgs-Vereins im Traunsteiner Heimathaus kein Widerspruch erhob, steht dem Ritt am Ostermontag nichts mehr im Wege. "Für uns alle heißt das, macht die Arbeit wieder in der Qualität, die wir gewohnt sind", forderte Vorsitzender Albert Schmied die Mitglieder auf. Deshalb müsse man vermehrt schauen, dass man jüngere und aktive Leute in den Verein bekomme. Mit Blick auf den vorjährigen Georgiritt stellte er fest: "Einige Pferde waren nicht in Ordnung. Wir wollen nicht, dass der Ritt verwässert wird." Weiter sagte er: "Wir wollen kein schlechtes Pferdematerial haben. Wenn es zu krass wird, nehmen wir schlechte Pferde aus dem Zug, denn wir wollen solche Sachen nicht einreißen lassen." Schmied kündigte an, dies bei den nun anstehenden Rittbitten in den Landgemeinden anzusprechen.

Angesichts der Tatsache, dass die Versammlung bis auf den letzten noch aufzutreibenden Stuhl der Zieglerwirtstube besetzt war, erklärte Oberbürgermeister Manfred Kösterke, der Georgiverein sei tief in den Herzen der Traunsteiner verankert. "Ich hoffe, dass wir wieder einen schönen Ritt und viele Pferde haben werden." Er freue sich schon auf den Georgiritt. Da er heuer erst spät am 25. April ausgetragen wird, sei er guter Hoffnung auf gutes Wetter, zumindest werde es wohl keinen Schnee geben. Kösterke wünschte sich, dass alle an einem Strang ziehen und viele Traunsteiner bei den Rittbitten dabei sein werden.

Der Kassenbericht von Schatzmeister Peter Graspeuntner für 2010 schloss mit einem Defizit ab. Als Grund nannte er den mäßigen Zeichenverkauf aufgrund des schlechten Wetters beim Georgiritt 2010. Die Zahl der verkauften Festzeichen lag im vergangenen Jahr um 30 Prozent niedriger als im Vergleich zu 2009. In der Regel werde ein Drittel der Zugkosten, die bei zirka 30000 Euro liegen, durch den Zei-chenverkauf gedeckt. Weitere Grundlagen der Finanzierung seien die Mitgliedsbeiträge, Spenden und der Zuschuss der Stadt. Im vergangenen Jahr wurde zudem eine neue Kutsche angeschafft. Dafür wurden 13000 Euro gespendet. "Die Traunsteiner Bürger, etliche Gönner und die Geschäftswelt stehen hinter uns", schloss Graspeuntner aus dem großen Spendenaufkommen.

Nach den Worten des Schatzmeisters zeigt die Kostenentwicklung ständig nach oben. In den vergangenen zehn Jahren betrug die Steigerung durchschnittlich 1000 Euro pro Jahr. "Wir brauchen neue Mitglieder. Die Jugend soll nachrücken, damit es im Verein gut weitergehen kann", sagte er. Für den Ritt benötige der Verein dringend wieder Zeichenverkäufer. Diese sollten sich möglichst schon vor dem Ostermontag in seinem Trachtenmodengeschäft am Stadtplatz melden, so Graspeuntner.

Mit Blick auf Graspeuntners Zehn-Jahres-Vergleich meinte der Vorsitzende Schmied, es gebe zwei Möglichkeiten, die Finanzen zu verbessern: den Zeichenpreis oder den Beitrag zu erhöhen. Am Festzeichenpreis will der Verein nicht rütteln, sodass er eine Beitragserhöhung von etwas mehr als 40 Cent pro Monat vorschlug. Statt zehn soll er künftig 15 Euro im Jahr betragen. Dies wurde von den Mitgliedern einstimmig angenommen. Schmied wertete dieses Ergebnis als großen Rückhalt für die Vorstandschaft.

Den Jahresrückblick 2010 gab Schriftführer Ernst Rachl. Bei den 13 Rittbitten nahmen 577 Georgiritter teil. Im Anschluss an die Bittmesse im Ettendorfer Kircherl wurde die neue Kutsche und die von Peter Graspeuntner und Rolf Wassermann gestiftete Lands-knechtsfahne geweiht. Am Ostermontag ritten 451 Pferde mit ihren Reitern beim Georgiritt mit, der unfallfrei verlief. Der Georgiverein nahm mit 87 Pferden an sechs Pferdewallfahrten in der Region teil. Ebenso teilgenommen hat er bei der 1275-Jahr-Feier in Piding und am Jubiläums-Oktoberfestumzug in München. Aktuell hat der Verein 560 Mitglieder.

Gretl Pröbstl machte wieder Werbung für das "Café St. Georg" am Ostermontag im Traunsteiner Rathaus. Sie bat um zahlreiche Kuchen- und Tortenspenden. Die Backwaren seien mittlerweile schon berühmt für ihre Qualität. Ferner freute sie sich schon wieder auf die Unterstützung durch die Bäckereien Deisenseer und Kotter sowie durch das Parkhotel "Traunsteiner Hof".

Chiemgau-Zeitung

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