Gymnasium informierte über Ganztagsklasse

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Traunstein - Es ist "schulisches Neuland", das das Chiemgau-Gymnasium betritt: Zum Schuljahr 2011/2012 plant das CHG ab der fünften Jahrgangsstufe eine "gebundene Ganztagsklasse".

Dieser Tage informierte Schulleiter Klaus Kiesl rund 40 Eltern und Schüler. Der Direktor wies darauf hin, dass sich die Schule vor dem Hintergrund eines gesellschaftlichen Wandels, der den Bedarf für eine ganztägige Beschulung erkennbar steigen lasse, entschlossen habe, als erstes Gymnasium im südostbayerischen Raum eine offene Ganztagsklasse zu schaffen. Insgesamt plant das Kultusministerium, in ganz Bayern 26 Genehmigungen für diese besondere Unterrichtsform zu vergeben. Im CHG hofft man, zu den "Glücklichen" zu gehören.

Entgegen des klassenüblichen Unterrichts verlängert sich der Aufenthalt in der gebundenen Ganztagsklasse auf täglich mindestens sieben Stunden. Der Pflichtunterricht verteilt sich auf den Vor- und den Nachmittag. Die Unterrichtsstunden wechseln mit Übungs- und Vertiefungsphasen sowie sportlichen, musischen und künstlerischen Aktivitäten. Sämtliche Hausaufgaben sollen komplett in der Schule erledigt werden.

Unterricht verteilt sich auf den ganzen Tag

Die Betreuung der Schüler in der Ganztagsklasse erfolgt durch Lehrkräfte. Aber auch Sozialpädagogen, Sportübungsleiter und anderes Fachpersonal ist für die Klasse vorgesehen, die insgesamt auf maximal drei Jahre ausgelegt ist.

Kiesl führte aus, dass die Lehrkräfte und der Elternbeirat an der Schule vom pädagogischen Wert der Betreuung überzeugt seien. Sie sei eine konsequente Weiterentwicklung des schon bestehenden offenen Ganztagsangebots. Kosten fallen - bis auf das Mittagessen - für die Eltern bei der gebundenen Ganztagsklasse laut dem Schulleiter nicht an, da diese vom Freistaat und dem Landkreis übernommen werden.

Kiesl hatte das Projekt vor einiger Zeit im Kreisausschuss vorgestellt und um Genehmigung der Ausgaben für das erste Jahr geworben. Die Ausschussmitglieder hatten zwar Sorge, dass es womöglich nicht bei den Kosten für den Landkreis in Höhe von jährlichen 5000 Euro bleiben werde, genehmigten aber die Finanzierung des Projektes dann aber doch.

Ob die gebundene Ganztagsklasse am CHG zustande kommt, entscheidet das Kultusministerium - und zwar voraussichtlich Anfang Mai. "Ich gehe davon aus, dass wir die Genehmigung bekommen", sagte Kiesl. "Funktionieren" könne die gebundene Ganztagsklasse dann aber nur, wenn sich 25 Schüler für den Eintritt entscheiden.

Die Anwesenden waren überwiegend für den neuen Typus der Beschulung zu begeistern, konnten sich aber nicht so sehr mit der Vorstellung anfreunden, dass die Schüler dann ab der sechsten Klasse Latein als zweite Fremdsprache haben: "Latein liegt uns schwer im Magen", sagte eine Mutter. Der Schulleiter begründete dies aber so, dass damit die Zweigwahl (sprachlich-naturwissenschaftlich) für die achte Klasse offen gehalten werde.

Weitere Infos im Gymnasium

Insgesamt aber zeigten sich Eltern und Schüler interessiert an der gebundenen Ganztagsklasse. Weitere Informationen gibt's im CHG unter der Telefonnummer 0861 / 166700.

wz/Chiemgau-Zeitung

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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