Zehn Jahre "Bald hinum - bald herum"

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Sorgten mit gekonnten Gesangseinlagen für die musikalische Untermalung des Festabends: der Pinzgauer Dreigesang.

Traunstein (CH-Z) - Ihr zehnjähriges Bestehen feierte im vollbesetzten Traunsteiner Rathaus-Saal die Mundart-Lesereihe "Bald hinum - bald herum", die von der EuRegio Salzburg-Berchtesgadener Land-Traunstein und dem Verein Bairische Sprache und Mundarten Chiemgau veranstaltet wird.

Viele Bürgermeister sowie geladene Gäste aus Politik, Kultur und Wirtschaft aus bayerischen und Salzburger Gemeinden waren in das Rathaus gekommen.

Vereinsvorsitzender Rudi Mörtl ging in seiner Begrüßung auf das Engagement von Siegi Götze ein, der maßgeblich an der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit beteiligt war. "Wir verdanken Siegi Götze die Veranstaltungsreihe, aber er setzt sich auch für unsere Kultur ein und dafür danken wir dir." Das "Salzburger Gegenstück", Max Faistauer (St. Martin bei Lofer), der vor kurzem mit dem Tobi-Reiser-Preis ausgezeichnet wurde, erhielt für seine langjährige Tätigkeit ebenfalls den Dank des Vereinsvorsitzenden. Schließlich wurde auch Traunsteins Alt-Oberbürgermeister Fritz Stahl gewürdigt, der 1999 die Anfrage unterstützt hatte: "Kommt zu uns, hier bekommt ihr eine Heimstätte."

Oberbürgermeister Manfred Kösterke ging in seiner Rede auf die Bedeutung des Begriffs "Heimat" ein: "Heimat ist da, wo ich verstehe und wo ich verstanden werde. Heimat hat viel mit Sprache zu tun. Und dort, wo ein Mensch zu Hause ist, da verstehen einen die Menschen immer. Heimat gibt Halt und Orientierung." Kösterke lobte die Mundartautoren, die einen wichtigen Beitrag zur regionalen Kultur leisteten. "Die bayerischen Dialekte sind lebendig - und das gerade in Zeiten der weltweiten Kommunikation."

Der Präsident der EuRegio, der Berchtesgadener Landrat Georg Grabner, würdigte ebenfalls das Engagement der vielen Veranstaltungsteilnehmer, unter ihnen die vielen Mundartdichter aus den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land sowie aus dem Rupertigau: "Ich freue mich, dass sich so viele für die Mundart interessieren, dem Volk aufs Maul schaun - das fasziniert mich."

Traunsteins Landrat Hermann Steinmaßl ging auf die politische Teilung des Rupertiwinkels vor 200 Jahren ein. "Seit zehn Jahren haben wir jetzt wieder die Möglichkeit, dass wir wieder zusammenkommen." Heimat sei ein Spiegel der Menschen, die sie gestalten und erhalten. "Und wenn wir in diesen Spiegel schauen, können wir stolz sein."

Die Hochberger Soatenmusi sorgte während des dreistündigen Festabends genauso für die richtige Stimmung wie der Pinzgauer Dreigesang. Die bayerisch-österreichische Verbindung wurde auch hier eindrucksvoll und gut klingend unter Beweis gestellt.

Moderator Siegi Götze wies in seiner kurzen Ansprache auf die Anfänge der gemeinsamen Aktion hin, die bereits in das Jahr 1991 zurückgingen. 1998 habe er sich mit seinem österreichischen Pendant Max Faistauer in der Facharbeitsgruppe Kultur bei der EuRegio in Freilassing getroffen. Ein Jahr später habe das EuRegio-Projekt "Bald hinum - bald herum" mit der Auftaktveranstaltung im Traunsteiner Rathaus-Saal begonnen.

Viel Applaus erhielten nach den Festreden die kurzen Mundartgedichte, die von den bekannten Autoren von "drent und herent", Barbara Rettenbacher-Höllwörth (Niedernsill), Barbara Rettenbacher (St. Koloman), Toni Aichhorn (Großarl), Gustl Lex (Grabenstätt) und Karl Robl (Teisendorf), vorgetragen wurden. Die Schönheit der Landschaft, der auch politisch gerade ins Gerede gekommene Kormoran und der Fisch, Sokrates und der Nachttopf waren Themen des Euregio-Leseabends. So manches Mundartgebet wurde witzig und doch tiefgründig in gelungenen Wortspielen vorgetragen. Früher habe man eine Kirche bauen müssen, dass man in den Himmel komme, heute genüge es, wenn man einen Fußball Club gründe, führte Toni Aichhorn in Pongauer Mundart witzig und doch tiefgründig aus.

Faistauer ging in seinem Referat auf die in Salzburg seit Jahren erfolgreich bestehende "Mundartwerkstatt" ein, die nun auch in Grabenstätt aus der Taufe gehoben werden soll. Lex soll in der Mundartwerkstatt der "Herbergsvater" sein. sein.

wz/Chiemgau-Zeitung

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