Vater erhält viereinhalb Jahre Haft

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Traunstein/Trostberg - Ein 56-Jähriger wurde am Freitag zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt. Er hat seine Tochter jahrelang missbraucht.

Update: 14:30 Uhr

Soeben wurde bekannt, dass der Angeklagte vom Gericht verurteilt wurde. In 25 Fällen wurde er des sexuellen Missbrauchs von Kindern für schuldig befunden, davon in zwei Fällen des schweren Missbrauchs. Zudem machte er sich in einem Fall des sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen schuldig. Das Gericht hielt die Aussagen der Tochter in diesen Punkten für glaubwürdig. Der 56-Jährige wurde zu einer Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten verurteilt.

In seinem Schlusswort hatte der 56-Jährige erneut seine Unschuld beteuert. "Ich bleibe dabei, es stimmt alles nicht", so der Angeklagte.

Mit dem Urteil folgt das Gericht der Argumentation der Staatsanwaltschaft und der Vertretung der Nebenklägerin. Diese hatten jedoch eine Haftstrafe von fünf Jahren und zehn Monaten gefordert.

Die Verteidigung forderte dagegen einen Freispruch, weil die Aussagen der Tochter widersprüchlich und nicht belegbar seien.

Schlusswort der Tochter

Die 19-Jährige zeigte sich sichtlich erleichtert, dass der Prozess heute endlich ein Ende gefunden hat. In ihrem Schlusswort meinte sie: "Egal wie das Urteil ausfällt, für mich ist der heutige Tag eine Befreiung."

Über Jahre hinweg wurde sie von ihrem 56-jährigen Vater sexuell missbraucht. Im Februar 2001 begann ihr Martyrium. Die damals achtjährige Tochter hatte ein Kondom gefunden, woraufhin der 56-Jährige sie aufgefordert hat, sein Geschlechtsteil anzufassen. Anschließend soll er zu ihr gesagt haben, er liebe sie mehr als seine Frau.

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Eigene Tochter sexuell missbraucht

In den folgenden Jahren ist es immer wieder zu sexuellen Übergriffen wie Oralverkehr und andere Handlungen gekommen. Dabei hat er seine Tochter auch erpresst, um diese Handlungen zu erzwingen.

Oberstaatsanwalt Karl Schneider forderte am Freitag dafür eine Strafe von fünf Jahren und zehn Monaten Gefängnis. Die Nebenklagevertreterin Alexandra von Ellerts schloß sich dieser Forderung an.

Die Verteidiger Julian Praun und Reinhard Haug meinten hingegen, dass die Aussagen des mutmaßlichen Opfers widersprüchlich seien. Daher plädierten beide für einen Freispruch des Angeklagten.

ps/red

Rubriklistenbild: © ps/dpa

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