"Tote Menschen" in Trostberg - ADAC schockt

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Jede dieser Silhouette steht für einen jungen Menschen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam.

Trostberg - Mit einer schockierenden Ausstellung "Schatten - Ich wollte doch leben!" will der ADAC jetzt in Trostberg die heimischen Autofahrer sensibilisieren.

„Bisher habe ich immer gedacht: Mir wird schon nichts passieren. Aber die Schicksale der tödlich verunglückten Jugendlichen zeigen, dass man sich nie zu sicher sein darf“, betont Sebastian (20) und Katrin (18) ergänzt: „Ich bin sehr betroffen und will in Zukunft auf jeden Fall vorsichtig fahren.“ Diese und ähnliche Reaktionen von Schülern löst die vom ADAC Südbayern initiierte Ausstellung „Schatten – Ich wollte doch leben!“ aus, in deren Mittelpunkt sechs lebensgroße, geschwärzte Figuren stehen. Jede Silhouette steht für einen jungen Menschen, der bei einem Verkehrsunfall ums Leben kam. Besonders betroffen macht dabei die Tatsache, dass es sich hierbei nicht um fiktive Fälle handelt, sondern sich jeder Unfall real ereignet hat. „Wir wollen mit der Ausstellung bewusst Grenzen überschreiten, um junge Fahranfänger zu sensibilisieren und für einen sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit individueller Mobilität zu gewinnen“, betonte Rüdiger Lode, Vorstandsbeauftragter für Verkehr, Umwelt und Fahrzeugtechnik des ADAC Südbayern, bei der Eröffnung der Wanderausstellung im Hertzhaimer-Gymnasium in Trostberg.

Mit Emotionen gegen jugendlichen Leichtsinn

Zwei Wochen ist die Ausstellung im Hertzhaimer-Gymnasium in Trostberg zu sehen.

Denn der Automobilclub steht nicht nur für die unbestritten positiven Seiten individueller Mobilität, sondern stellt ebenso die Schattenseiten und Gefahren dar. Die Texte, die sich auf den Schatten-Figuren befinden, erzählen die tragischen Schicksale der Toten. Als Boten aus dem Schattenreich der Toten sollen sie Emotionen wecken und Gleichaltrige vor einem ähnlichen Schicksal warnen. Denn das Risiko, im Straßenverkehr tödlich zu verunglücken, ist bei jungen Fahrern dreimal höher als bei anderen Verkehrsteilnehmern. Mangelnde Erfahrung, unzureichende Fahrzeugbeherrschung und jugendlicher Leichtsinn erhöhen das Unfallrisiko für junge Leute. Sie erkennen die Gefahren im Straßenverkehr oft zu spät oder gar nicht. 2012 ereigneten sich allein in Bayern unter Beteiligung junger Fahranfänger rund 16.300 Verkehrsunfälle mit Personenschaden, bei denen 23.580 Personen verletzt und 199 getötet wurden. Unzählige Gedenkkreuze an den Straßen sind ein trauriges Zeugnis dafür und erinnern an diejenigen, die aus ihrem oft jungen Leben gerissen wurden. Jedes einzelne Kreuz steht für ein schreckliches Schicksal und ist eines zuviel. Zwei Wochen lang sind die Figuren aufgestellt, um zum Nachdenken anzuregen, Anlass für Gespräche zu geben und so die Anzahl der Verkehrstoten zu reduzieren.

Ermutigende Ergebnisse

„Ich freue mich, dass der ADAC Südbayern meine Idee übernommen hat und dass die Ausstellung erfolgreich ist“, so die Designerin Marlene Schlund. Bei Umfragen gaben 66 Prozent der Schüler an, nicht nur sehr betroffen zu sein, sondern auch daraus gelernt zu haben und von nun an mehr Vorsicht im Straßenverkehr walten zu lassen. Das Schicksal von Jasmin bewegte die Befragten am meisten. „Sie war auf dem Weg in die Arbeit und dann ist ihr ein Lastwagen entgegen gekommen. Und jetzt ist sie tot, einfach so“, erzählt Katrin (19) sichtlich betroffen. Seit dem Auftakt im November 2009 haben die Ausstellung über 52.000 Jugendliche an 39 verschiedenen südbayerischen Berufsschulen und Gymnasien gesehen. Das Konzept wurde mittlerweile auch vom ADAC Nordbayern und ÖAMTC über-nommen, so dass die Ausstellung nun durch Schulen in ganz Bayern und Österreich tourt.

Pressemitteilung ADAC

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