Kein verkaufsoffenen Kirchweihsonntag in Altenmarkt

Gefahr durch das Virus ist zu groß - Schwarzmarktsonntag fällt aus

Besucherströme beim Schwarzmarkt- zu Coronazeiten ein Unding
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Besucherströme beim Schwarzmarkt- zu Coronazeiten ein Unding

Altenmarkt an der Alz - Der dreizehnte Schwarzmarkt in Folge hätte es werden sollen, doch die Zahl „13“ bedeutet für manche Glück, im Falle des verkaufsoffenen Kirchweihsonntag für die Altenmarkter leider Pech.

So wie seit Anfang März schon Veranstaltungen, Sportevents und alle möglichen Märkte abgesagt wurden, so müssen sich die Altenmarkter Gewerbetreibenden und Vereine der Vernunft beugen und ihren geliebten Schwarzmarktsonntag ausfallen lassen.


„Es hätte ein tolles Fest werden können an diesem Sonntag. Doch wegen Corona war von vornherein klar, dass das heuer nicht funktioniert“ ließ Robert Schirmer, ehemaliger Vereinsvorstand des Unternehmen Altenmarkt, verlauten. Die Einzelhändler erklärten, dass an diesem Tag ihre Geschäfte geschlossen bleiben.

Als Gründe gaben sie an, dass durch größere Menschenansammlungen in den Innenräumen eine hohe Ansteckungsgefahr ausgeht und auch den Beschäftigten durch das Tragen der Mund-Nasenmaske viel abverlangt wird. „ Die meisten Kunden äußerten Verständnis und Lob für die Entscheidungen der Geschäftsinhaber.“ so Schirmer.


Aber nicht nur die Gewerbetreibenden bedauern die Situation, sondern auch die alljährlich am Schwarzmarktsonntag beteiligten Vereine. Da wäre zum Beispiel die Altenmarkter Feuerwehr mit Brotzeit und Floriansjünger typischem Rahmenprogramm, der Trachtenverein Altenmarkt und die Gemeindebücherei mit ihren reichhaltigen Kuchenbuffets, die Zimmerstutzengesellschaft sowie die Fußballabteilung des TSV Altenmarkt. Neben dem Torwandschießen haben die Fußballer auch die Organisation des Flohmarktes in der Hand. Dieser weit über Altenmarkts Ortsgrenzen hinaus beliebte Trödelmarkt erfreute sich ständig wachsender Beliebtheit und lockte alljährlich Schau- und Kauflustige in Scharen an. Aber auch das ist in Coronazeiten leider ein Unding. Und so bekundete Walter Andrasch, 1. Abteilungsleiter der TSV Fußballer, sein Bedauern über die Absage des Marktsonntages, betonte aber: „ Ich habe vollstes Verständnis für diese Entscheidung, denn der Schutz der Bevölkerung hat Vorrang.“

Lobende Worte fand Altenmarkts Bürgermeister Stephan Bierschneider: „ Es ist ein sehr verantwortungsvolles Handeln der Altenmarkter Betriebe, die sich nicht nur den Geschäftsbetrieb stellen, sondern bei denen der Gesundheitsschutz vorgeht.“ Ein Appell richtete das Gemeindeoberhaupt an die Altenmarkter Bevölkerung, sie möge trotzdem die vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten im Ort zu den üblichen Öffnungszeiten nutzen. Das Unternehmen Altenmarkt ließ sich zum Kirchweihsonntag schon immer etwas besonderes einfallen. Im Jahr 2007 zum Beispiel lockte das Motto „Historisches Altenmarkt“ die Besucherströme in den Ort. Und seit 2008 war die Bevölkerung zum Schwarzhandel aufgerufen, in der legalen Art und Weise versteht sich. Die Schwarzmarkthändler boten entlang der Bahnhofstraße alles feil was in Kellern und Dachböden nicht niet- und nagelfest ist. Die Einzelhändler lockten mit verschiedenen Aktionen, für Spiel und Sport war ebenso gesorgt wie für das leibliche Wohl. Was vielversprechend begann, mit eigens hierfür gebrauten Schwarzbier und Mauthäusl als Blickfang an der Hauptstraße, entwickelte sich zum Selbstläufer. Der Trödelmarkt vergrößerte sich zusehends und bei dem meist schönen Wetter an diesem Tag flanierten jede Menge Besucher durch den Ort.

Ein Fest für Jung und Alt, wie es Wolfgang Erl, Vorstand beim Unternehmen Altenmarkt einmalbetonte, bei dem das gute Zusammenwirken von Geschäftsleuten und den Altenmarter Vereinen bestens funktionierte.

Mit solch erfolgreichen Jahren als Hintergrund, fiel die diesjährige Absage des Schwarzmarktsonntag natürlich besonders schwer. Robert Schirmer sagte hierzu: „ Dies ist eine schwere, aber aus unserer Sicht notwendige Entscheidung zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger. Neben dem angespannten Infektionsgeschehen sei auch ein hohes Risiko für den Verein damit verbunden.“

Schirmer weiter: „Es tut uns leid für die vielen Fieranten, die seit Jahren den Schwarzmarkt nutzen. Die Händler nehmen an diesem abgesagten verkaufsoffenen Sonntag nicht nur nichts ein, sondern müssen womöglich auch für bereits getätigte Investitionen aufkommen.“ Was bleibt ist die Hoffnung auf eine langfristige Besserung der Lage um die Corona-Pandemie und die Vorfreude auf den Schwarzmarkt 2021 - hoffentlich an einem goldenen Oktobersonntag.

von Thomas Schwiede

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