Arbeiten beginnen am Montag

Bohren, sprengen, graben: Fakten und Fragen zum Aubergtunnel

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Rund 250 Interessierte kamen am Donnerstagabend in die "Post" nach Altenmarkt. Die teils kritischen Bürgerfragen finden Sie am Ende des Artikels.
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Altenmarkt - 30 Millionen Euro, rund drei Jahre Bauzeit - die Ortsumfahrung geht mit dem Bau des Aubergtunnels jetzt in ihre heiße Phase: Eine Info-Veranstaltung sollte auch die letzten Fragen klären.

Ab Montag wird Altenmarkt zur Großbaustelle: dann wird mit den Vorarbeiten zum Bau des Aubergtunnels von Trostberg kommend begonnen. Knapp 250 Interessierte kamen am Donnerstag in die "Post", wo das Staatliche Bauamt ihre Pläne bis ins Detail ausbreitete. 

Der Zeitplan

Nördlich von Altenmarkt wird mit dem Bau begonnen und hier wird ab Montag all die Infrastruktur dafür aufgebaut.

Am Montag wird mit den Vorarbeiten an den Tunnelportalen westlich und nördlich von Altenmarkt begonnen. Bäume wurden schon längst gerodet, doch ab Montag wird all die Infrastruktur aufgebaut, die für den Tunnelbau nötig sein wird (siehe unten: "Großbaustelle in Altenmarkt"). Ab Sommer geht es dann mit den Grabungen am Berg los. Im Jahr 2019 wird sich weiter durch den Tunnel gegraben, außerdem folgen Rohbau und Innenschale. Im Frühjahr 2020 soll mit dem Straßenbau im Tunnel begonnen werden. Spätestens im Frühjahr 2021 soll alles fertig sein.

Daten und Fakten zum Aubergtunnel

Rund 430 Meter wird der Aubergtunnel lang, ganze 45.000 Kubikmeter Fels müssen in den nächsten Monaten und Jahren dafür herausgebohrt werden. Falls es die Geologie nicht anders zulässt, muss im Tunnel auch gesprengt werden. Das herausgebrochene Material wird aber wiederum teils für den Tunnelbau und für die Ortsumfahrung Obing verwendet. Vorgearbeitet wird sich von der Trostberger Seite, etwa bei der Hälfte des Tunnels wird ein 130 Meter langer Rettungsschacht nach draußen gebaut.

Die Brücke vor dem Westportal jetzt, und welchen Zweck sie später einmal haben wird.
Erster und zweiter Bauabschnitt der Altenmarkter Ortsumfahrung.

Die Straße durch den Tunnel wird 7,50 Meter breit und für Fahrzeuge mit einer maximalen Höhe von 4,50 Metern befahrbar. Am Nordportal wird außerdem ein Betriebsgebäude gebaut. Der Aubergtunnel wird mit variabler Beleuchtung, Messgeräten für die Luftqualität, Lüftung, Videoüberwachung, Radio- und Handyempfang ausgerüstet. Von den 30 Millionen Euro Gesamtkosten für den ersten Bauabschnitt der Altenmarkter Ortsumfahrung sind allein 18 Millionen für den Tunnelbau vorgesehen.

Großbaustelle nördlich von Altenmarkt

Die Tunnelbaufirma Marti GmbH wird in der Spitze mit rund 70 Arbeitern im Einsatz sein. Gearbeitet wird im Drei-Schicht-Betrieb rund um die Uhr. Nördlich vom "Libella" werden nun Parkplätze, Baubüros, eine Werkstatt, Sanitäreinrichtungen und eine Reifenwaschanlage eingerichtet. Auch ein großes Lager für das herausgegrabene Material wird entstehen. Auf Höhe der Baustelle wird auf der B299 ein Tempolimit von 50 m/h und Überholverbot gelten.

Von links: Christian Rehm (Leiter Staatliches Bauamt), Stephan Bierschneider (Bürgermeister Altenmarkt), Erich Merkle (Marti GmbH), Roland Sedlmeier (Autobahndirektion) und Peter Maltan (Staatliches Bauamt).

Bürgerfragen auf der Info-Veranstaltung

Warum gab es kein Erschütterungsgutachten für mein Haus? Könnte etwas passieren?

"Wir haben für alle Gebäude im Umkreis von 200 Metern zum Tunnel Erschütterungsgutachten anfertigen lassen. Wir können zu 100 Prozent ausschließen, dass Schäden an den Häusern entstehen, da können wir uns auf die Gutachten verlassen. Außerdem wird auch die Baufirma die Erschütterungswerte messen."

Welche Lärmbelastung wird beim Bohren entstehen?

"Das ist im Planfeststellungsbeschluss genau geregelt, aber es wird nicht spurlos an den Altenmarktern vorbeigehen. Die Bohrungen könnten von den unmittelbaren Nachbarn aber auch gespürt werden. Es wird Lärmmessungen und Kontrollen der Baufirma geben. Fall gesprengt werden muss, wird dies unter Tags passieren."

Wie wird der Verkehr geleitet, wenn der Tunnel steht und dort Revisions- oder Reinigungsarbeiten gemacht werden müssen?

"Der Verkehr, auch der Schwerverkehr, wird dann wie bisher gewohnt durch den Ort geleitet. Es werden aber nur zwei Tage im Jahr sein, an dem der Tunnel gesperrt werden muss. "

Entsteht ein Geh- und Radweg zwischen Altenmarkt und Mögling? Wird das Radfahren im Tunnel erlaubt sein?

"Ein Geh- und Radweg ist nicht geplant. Auch das Befahren mit Mofas oder Fahrrädern im Tunnel ist nicht erlaubt."

Video der Marti GmbH: So wird sich im Tunnel vorgearbeitet

xe

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