Kommt Tempolimit oder wird's bald noch schlimmer?

Lärm an B304: "Gespräch unter Nachbarn nicht mehr möglich"

+
  • schließen

Altenmarkt - Die B304 zwischen Altenmarkt und Grassach ist übersichtlich und auf 100 km/h freigegeben - zumindest für 200 Meter. Viele geben hier trotzdem richtig Gas. Die Anwohner sind genervt und befürchten, dass der Krach durch eine geplante Lärmschutzwand auf der anderen Straßenseite nun noch schlimmer wird. *Mit Voting*

"Zu den Hauptzeiten ist ein Gespräch von Nachbar zu Nachbar fast gar nicht mehr möglich, ohne unmittelbar gegenüber zu stehen", so einer der Anwohner der Grassacher Straße. Mit einem Brief, der der Redaktion vorliegt, wendet er sich nun an die Gemeinde, das Straßenbauamt, das Verkehrsministerium und den Wahlkreisabgeordneten Ramsauer. 

Schallschutz nur fürs Neubaugebiet?

Die Anwohner fürchten, dass ihr Lärmproblem nun erst recht schlimmer wird, denn: Schräg gegenüber, auf der anderen Seite der B304, plant die Gemeinde, fünf neue Wohnhäuser errichten zu lassen - möglicherweise mit einer vier Meter hohen Lärmschutzwand. Durch das "Widerhallen" könnte der Lärmpegel "nochmals deutlich ansteigen", so einer der Anwohner: "Daher sind wir gegen den Bau so einer Schallschutzwand, es sei denn, es wird dafür gesorgt, dass ähnliche Maßnahmen zum Schallschutz auch auf der anderen Straßenseite vorgenommen werden."

Der Abschnitt zwischen Altenmarkt (links) und Grassach: Das rote X markiert die Stelle, wo neue Wohnhäuser entstehen sollen - davor möglicherweise eine Schallschutzwand. Rot eingekreist die jetzt schon lärmgeplagten Anwohner der Grassacher Straße.

Obwohl schon beim Verlassen der geschlossenen Ortschaft der nächste Ortsbereich mit Ortsschild erkennbar ist, nutzen manche Autofahrer die rund 200 Meter lange Strecke um - mehr oder weniger sinnlos - Gas zu geben: Es gilt Tempo 100. Anwohner berichten von Überholmanövern, und Autofahrern, "die das Gefährt so richtig aufziehen und dann entsprechend in die nächste Ortschaft hineinbrettern".

Behörden lehnen Tempobegrenzung bisher ab

Schallschutzwand hin oder her, "eine Geschwindigkeitsbegrenzung wäre ohnehin sehr sinnvoll bzw. sogar die beste Lösung für alle", so der Anwohner der Grassacher Straße nun in dem Brief an die Behörden. Das zuständige Landratsamt betonte gegenüber der Redaktion bereits im Februar, dass auf der Strecke keine Unfallhäufung und "auch sonst keinerlei Probleme bekannt" seien. Außerdem sei eine übermäßige Beschleunigung in der Praxis wegen des hohen Verkehrsaufkommens ohnehin kaum möglich: "Damit gibt es auch keine belastbaren Gründe für eine Geschwindigkeitsbeschränkung."

Autobahn-Feeling durch Lärmschutzwände?

Womöglich kommt nun aber doch nochmal Bewegung ins Spiel: Im Zuge der Neubaupläne will die Gemeinde beim Straßenbauamt prüfen lassen, ob eine Geschwindigkeitsbeschränkung dann realisiert werden könnte. Denn von der Vier-Meter-Lärmschutzwand war der Gemeinderat nicht rundweg begeistert - es entstehe ein Eindruck "wie an der Autobahn", so beispielsweise Wolfgang Erl. 

Dem Verfasser des Briefes an die Behörden wäre auch das zur Not egal: "Auch wenn dies nicht so in das örtliche Bild passen mag, ist der Schutz der Menschen doch erforderlich. Im Gegenzug muss man sich dann doch auch fragen, ob denn so eine stark befahrene Straße in das örtliche Bild passt. Vom Prinzip her sehe ich da kaum einen Unterschied."

xe

Zurück zur Übersicht: Altenmarkt an der Alz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser