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Klage von Verbraucherzentrale erfolgreich

Ausgefallenes Toten-Hosen-Konzert: Ticket-Vermittler aus Altenmarkt an der Alz muss Geld voll erstatten

Die Punkrock-band „Die Toten Hosen“
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Die Punkrock-Band „Die Toten Hosen“: Campino (M, bürgerlich: Andreas Frege), Sänger der Punkband „Die Toten Hosen“, Andreas von Holst (l, Kuddel), Michael Breitkopf (r, Breiti), Andreas Meurer (Andi) und Stephen George Ritchie (2.v.l. Vom Ritchie)

An Tagen wie diesen können sich Fans der Toten Hosen freuen: Nachdem die “Alles ohne Strom”-Tournee der Düsseldorfer Punkrockband aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt wurde, warteten viele vergeblich auf die vollständige Erstattung der Ticketkosten. Ein Urteil ändert das jetzt.

  • Kauf mich GmbH“ muss Ticketpreis für ausgefallene Konzerte inklusive Vorverkaufsgebühren erstatten
  • Ansprüche können innerhalb der gesetzlichen Gewährleistung von drei Jahren eingereicht werden
  • Verbraucherzentrale NRW stellt einen Musterbrief zu Verfügung

Die „Kauf mich GmbH” aus Altenmarkt an der Alz, die als Ticketvermittlerin den Verkauf und die Rückabwicklung sämtlicher Tourneekarten der Band regelte, hatte nicht den gesamten Kaufpreis rückerstattet, sondern die Vorverkaufsgebühr einbehalten. Außerdem hatte sie den Erstattungsanspruch über das Online-Kundenkonto auf Ende Oktober 2020 befristet. Zu Unrecht, urteilte nun das Landgericht Traunstein (Az.: 7 O 1732/20).

Klage hatte die Verbraucherzentrale NRW eingereicht. „Das Gericht hat bestätigt, dass die ‘Kauf mich GmbH’ zur Erstattung des Ticketpreises inklusive der gezahlten Vorverkaufsgebühr verpflichtet ist”, erklärt Iwona Husemann, Juristin bei der Verbraucherzentrale NRW. Besonders dreist bewertet Husemann folgendes Geschäftsgebahren des Anbieters: „Die Vorverkaufsgebühren waren beim Kauf nicht ausgewiesen. Verbraucher und Verbraucherinnen konnten also gar nicht wissen, ob und in welcher Höhe Gebühren erhoben werden.”

Einer Ticketkundin wurden für vier Tickets nur 189,60 Euro von dem bezahlten Gesamtpreis in Höhe von 212 Euro erstattet. Beim Verkauf der Tickets war explizit dieser Gesamtpreis sowie eine Gebühr für Porto und Verpackung, jedoch keine Vorverkaufsgebühr verlangt worden. Diese intransparente und willkürliche Praxis hat das Landgericht Traunstein nun für unzulässig erklärt.

Ebenso willkürlich war die Frist, die die „Kauf mich GmBH” ihren Kunden gesetzt hatte, um Erstattungsansprüche über das Online-Kundenkonto einzureichen. „Verbraucher können ihre Ansprüche innerhalb der regelmäßigen Verjährungsfrist von drei Jahren geltend machen”, so Husemann. Bei einem Ticketkauf im Jahr 2019 also bis Ende des Jahres 2022. Eine Verkürzung der Frist sei nicht zulässig. „Das Verfahren zeigt, dass Verbraucher hartnäckig bleiben sollten, auch wenn sich Anbieter querstellen oder ihre Kunden abwimmeln wollen.” Um die Erstattung unkompliziert zu beantragen, stellt die Verbraucherzentrale NRW einen Musterbrief zur Verfügung.

Die Verbraucherzentrale NRW war bereits im Dezember 2020 in einem einstweiligen Verfügungsverfahren vor dem Landgericht Traunstein erfolgreich gegen die Praxis des Ticketvermittlers „Kauf mich GmbH“ im Zusammenhang mit der abgesagten „Alles ohne Strom“-Konzerttournee der Band „Die Toten Hosen“ vorgegangen (Az.: 7 O 1732/20). Nun bestätigte das Landgericht Traunstein auch im Hauptsacheverfahren die Rechtsauffassung der Verbraucherzentrale NRW.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(Pressemitteilung der Verbraucherzentrale NRW)

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