Betrieb in den hiesigen Impfzentren erfolgreich angelaufen - aber ...

Es hakt an den Lieferungen: „Hätten wir mehr Impfstoff, könnten wir mehr impfen“

Corona-Zweitimpfung im Impfzentrum des Kreises Traunstein
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Als erste Freiwillige im Landkreis Traunstein erhielt die 81-jährige Roswitha Mösl ihre Zweitimpfung im Impfzentrum des Kreises Traunstein am Aubergtunnel in Altenmarkt.

Die Infrastruktur der Impfzentren stehen seit Mitte Dezember, spätestens seit dem Jahreswechsel sind die Zentren in Betrieb, mobile Impfteams unterwegs. Allerdings bleibt die Region von den Lieferschwierigkeiten des Impfstoffs nicht unberührt. Der aktuelle Stand:

Altenmarkt/Landkreise - Vier Impfteams sind stationär im Zentrum im Altenmarkt im Einsatz, vier mobile Teams schwärmen aus, um die Bürger vor Ort zu impfen. Ein Impfbus rotiert als mobiles Zentrum ab 1. Februar in die Ecken des Landkreises nach Ruhpolding, Grassau, Fridolfing und Schnaitsee, um möglichst dezentral agieren zu können.

„Insgesamt ist der Impfstart gut angelaufen. Besonders erfreulich ist, dass die Impfbereitschaft in der Prioritätengruppe 1 sehr hoch ist - auch der Andrang auf die Hotline zur Registrierung ist groß. Kleinere technische Probleme und Engpässe konnten wir rasch beheben“, erklärt Michael Reithmeier vom Traunsteiner Landratsamt zum aktuellen Stand.

Besonderer Fokus auf Infektionsherd Altenheim

Laut Planung bekommt der Freistaat 107.000 Impfdosen von Hersteller Biontech, die nach dem Einwohnerschlüssel zwei Mal in der Woche auf die Landkreise verteilt werden. Der Landkreis Traunstein könne pro Woche mit 1400 Impfdosen rechnen. Erste zusätzliche Lieferungen des Konzerns Moderna erhalten zunächst ausschließlich Klinikpersonal (priorisiert nach den Personengruppen).

„Natürlich liegt der Fokus der Erstimpfung aktuell auf die Personen der besonders vulnerablen Gruppen - sprich in den Heimen und Kliniken sowie dessen Personal. In diesem Bereich werden die meisten Todesfälle verzeichnet. Auf dem Weg zum finalen Ziel ist die Impfung der Heimbewohner, deren Impfbereitschaft bei fast 100 Prozent liegt, ein erster Etappensieg und ganz klarer Zwischenerfolg“, unterstreicht Reithmeier. Bisher haben rund 2500 Personen im Raum Traunstein eine Impfung gegen das Corona-Virus erhalten. Nebenwirkungen würden kaum auftreten, somit würde auch das Vertrauen der Bürger in die Impfungen steigen, ist der Landratsamt-Sprecher überzeugt.

Probleme bereitet die Impfstofflieferung

Allerdings ist der Impfstoff derzeit limitiert, Lieferungen lassen teilweise tagelang auf sich warten. Pfizer kündigte Mitte Januar wegen Umbauten im belgischen Werk an, die bereits zugesagte Liefermenge für Bayern für die nächsten drei bis vier Wochen nicht vollständig einhalten zu können. So müssen auch im Kreis Traunstein 342 Termine für Erstimpfungen verschoben und neu terminiert werden, sobald Impfstoff vorhanden ist. „Wenn weitere Impfstoffe auf den Markt kommen, kann sich die Lage aber Schlag auf Schlag um ein Vielfaches verbessern“, betont Reithmeier.

Man sei zuversichtlich, bitte die Bürger aber auch um Geduld. Bis Ende Januar können im Kreis Traunstein fast ausschließlich Zweitimpfungen stattfinden. Die hierfür benötigten Impfstoffe können geliefert werden oder wurden vorausschauend zurückgestellt.

Lieferschwierigkeiten des Impfstoffs betrifft auch das Berchtesgadener Land

Von den Lieferschwierigkeiten ist auch der Landkreis Berchtesgadener Land betroffen. Das beeinflusse die vorgesehenen Impfungen, wie das Landratsamt mitteilt. Es können nur die geplanten Zweitimpfungen durchgeführt werden. Die vorgesehenen Erstimpfungen in den letzten beiden stationären Alten- und Pflegeheimen müssen verschoben werden. Insgesamt waren 750 Erstimpfungen für den Zeitraum vom 20. bis 26. Januar vorgesehen.

Landrat Bernhard Kern bedauert die wiederholte Verzögerung und fordert endlich zuverlässige und planbare Lieferungen: „Um die besonders gefährdeten Personen schützen zu können, braucht es zügig die zugesagten Mengen und eine klare Perspektive für die nächsten Wochen.“ Bis zum Stichtag 15. Januar wurden insgesamt 1525 Bürger gegen das Coronavirus geimpft - davon 643 Personen im Impfzentrum in Ainring und 882 Personen durch mobile Impfteams.

Das Gebäude in der Industriestraße in Ainring-Mitterfelden, wo das Impfzentrum fürs Berchtesgadener Land aufgebaut wurde.

Im Impfzentrum in Ainring wird seit dem 29. Dezember 2020 geimpft - vorrangig Mitarbeiter aus den Alten- und Pflegeinrichtungen, Kliniken sowie ambulanten Pflegediensten. Dies geschehe allerdings in unregelmäßigen Abständen je nach Verfügbarkeit des Impfstoffes, erklärt Landratsamt-Sprecherin Alexandra Rothenbuchner. „Die Prozesse haben sich in den mobilen Teams und im Impfzentrum mittlerweile eingespielt. Bisher haben wir durchaus positive Rückmeldungen von geimpften Personen erhalten. Selbstverständlich arbeiten wir weiterhin an einer Optimierung.“

Positiv ist die Resonanz auch im Raum Rosenheim, wie Stadtsprecher Christian Schwalm bestätigen kann: „Die Registrierung wird gut angenommen. Am ersten Tag nach Freischaltung haben sich bereits 6500 Menschen erfolgreich registriert. Hauptsächlich sind derzeit die mobilen Impfteams in Alten- und Pflegeheimen unterwegs. Lediglich Restbestände des Impfmaterials wurden bisher im Impfzentrum in der Inntalhalle auf der Loretowiese an Rettungs- und Einsatzkräfte verimpft.“

Mitarbeiter im Mühldorfer Zentrum „hochprofessionell und hochmotiviert“

Ähnlich stellt sich die Lage in den übrigen Landkreisen der Region dar. „Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit den Abläufen im Impfzentrum und bei den Impfungen in den Altenheimen. Die Menschen sind froh und dankbar, dass mit den Impfungen zumindest begonnen werden kann“, untermalt die Landratsamt-Sprecherin des Kreises Mühldorf, Kristina Holm. Alle Mitarbeiter im Impfzentrum und bei den mobilen Impfteams arbeiten „hochprofessionell und hochmotiviert“.

Kritisch zu sehen sei jedoch die stark begrenzte Verfügbarkeit des Impfstoffs. Geplante Erstimpfungen in sechs Altenheimen im Raum Mühldorf müssen wegen fehlenden Impfstoffs verschoben werden. Zweitimpfungen in Heimen und im Impfzentrum finden dagegen wie geplant statt. Die Infrastruktur des Impfzentrums im ehemaligen DM-Markt sei Holm zufolge aber auf deutlich mehr Impfungen pro Tag ausgerichtet: „Wenn mehr Impfstoff zur Verfügung steht, wird die Kapazität des Impfzentrums voll ausgenutzt.“

Mühldorfs Landrat Max Heimerl bedauert die erneute Verzögerung, bittet die Bürger um Geduld: „Wir sind bereit mit Vollgas zu impfen, werden aber erneut ausgebremst und müssen bereits vereinbarte Termine wieder verschieben. Mit Verlässlichkeit und Planbarkeit, wie in der letzten Woche noch versprochen, hat das wenig zu tun.“

Neuöttinger Impfzentrum bisher nur vereinzelt in Betrieb

Die Lieferverzögerungen lassen auch den Kreis Altötting nicht unberührt, unterstreicht Markus Huber von der Pressestelle des Altöttinger Landratsamts: „Es hakt nach wie vor am Impfstoff - Hätten wir mehr Impfstoff, könnten wir wesentlich mehr impfen - das ist aktuell ein großes Manko.“

Bisher waren primär mobile Impfteams im Einsatz - mit ein Grund, warum man mit den Erstimpfungen in den Heimen bereits durch sei. Impfungen im Zentrum in der Neuöttinger Schwimmhalle gingen indes nur vereinzelt über die Bühne. Insgesamt wurden im Landkreis Altötting bereits 1996 Impfdosen verabreicht. 1900 Personen haben die Erstimpfung und 96 Personen die zweite Dosis erhalten. Da etwaige Engpässe bei den Anlieferungen einkalkuliert wurden, mussten auch keine Terminstornierungen im Landkreis vorgenommen werden.

So sieht das Corona-Impfzentrum im Neuöttinger Kreishallenbad aus

Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad © pbj
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
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Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
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Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad © pbj
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad © pbj
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
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Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
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Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
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Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
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Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad © pbj
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad
Corona-Impfzentrum im Altöttinger Kreishallenbad © pbj

Landrat Erwin Schneider erklärt zum gegenwärtigen Stand: „Die schleppende Impfstoffversorgung geht leider auch am Landkreis nicht spurlos vorbei. Ich bin sehr froh, dass wir trotz dieser Widrigkeiten bei den Seniorenheimen auf einem sehr guten Weg sind und alle impfwilligen Bewohner und Mitarbeiter bereits die erste Impfung erhalten haben.“

mb

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