Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vetternwirtschaft und Bestechung stehen im Raum

Kiesabbau bei Altenmarkt: Was ist dran an den anonymen Vorwürfen?

Altenmarkt - Eine neue Kiesgrube soll in Offling entstehen. Ein anonymer Brief erhebt schwere Anschuldigungen gegen Bürgermeister Bierschneider und den Umweltverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA).

Hintergrund: 

Auf einer Fläche von 4,7 Hektar nördlich der Staatsstraße 2093 sowie östlich des Ortsteils Offling und westlich des öffentlichen Feld- und Waldweges Baumburg/Weitfeld beantragte ein Bürger aus Offling eine Kiesabbaugenehmigung, über den die Gemeinde Ende Januar beriet. 

Der beantragte Abbau umfasst eine Fläche von rund 47000 Quadratmetern bei einer Abbautiefe von maximal 30 Metern. Das Abbauvolumen wird auf rund 975.000 Kubikmeter geschätzt, und es wird von einem Zeitraum von maximal 20 Jahren ausgegangen. 

Vorgesehen ist eine Wiederverfüllung mit unschädlichem Material und anschließend wie zuvor eine landwirtschaftliche Nutzung. Die benötigten Ausgleichsflächen von rund 8000 Quadratmetern befinden sich im Gemeindegebiet von Altenmarkt und Truchtlaching jeweils in Alznähe.

Der Antrag wurde am Ende mit vier Gegenstimmen bewilligt. Bürgermeister Stephan Bierschneider nahm an der Diskussion und Abstimmung dieses Tagesordnungspunktes nicht teil, weil er mit dem Antragsteller verschwägert ist. Der Zweite Bürgermeister Hans Stoiber leitete diesen Sitzungspunkt.

Anonymer Brief mit Anschuldigungen an UVA 

Derweil sieht sich der Umweltverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) mit einem anonymen Schreiben konfrontiert, wie Vorsitzende Gisa Pauli gegenüber chiemgau24.de erklärt: Warum sich der UVA in der Kiesgruben-Debatte um 26 Hektar Fläche in Seeon-Seebruck engagiere und nicht in Altenmarkt-Offling, habe der Schreiber wissen wollen. 

Zudem sei die Unterstellung im Raum gestanden, der Altenmarkter Bürgermeister Bierschneider hätte den Antrag seines Verwandten zur Genehmigung begünstigt. Der UVA sei bestochen worden, sonst hätte er schließlich reagiert. Er fordere eine Stellungnahme über die Presse.  

Eine Stellungnahme speziell zum Kiesabbau in Altenmarkt möchte der UVA aber nicht abgeben, denn man wolle nicht auf anonyme Schreiben eingehen. Pauli dazu: "Ganz wichtig ist es uns, dass wir nicht auf irgendwelche Vermutungen reagieren oder wie hier in Altenmarkt dazu beitragen, bestimmte Personen durch Aussagen Anderer in ein falsches Licht zu bringen." 

Der UVA stellt deshalb in einer kurzen Mitteilung seine grundsätzliche Haltung zu anonymen Schreiben dar: 

"In Zusammenhang mit der Flächenausweisung für Kiesabbau in Seeon kam prompt ein anonymer Brief zum Umweltschutzverband Alztal und Umgebung e.V. (UVA) ins Haus geflattert. Der Schreiber beklagte sich darin, warum der UVA in Seeon tätig geworden sei, sich jedoch nicht in das Verfahren in Altenmarkt-Offling eingebracht habe. Der UVA nimmt grundsätzlich Abstand von anonymen Briefen und gibt daher auch keine Stellungnahme durch die Presse abt, wie es der Schreiber einfordern wollte. Wenn der Altenmarkter ein Gespräch mit dem Verband führen und mehr dazu wissen will, kann er unter seinem Namen Kontakt mit dem UVA aufnehmen oder zur kommenden UVA-Sitzung am 1. April nach Trostberg erscheinen." 

Die Einschätzung des Landratsamts als Genehmigungsbehörde: 

Auch wenn die Gemeinde Altenmarkt dem Antrag zugestimmt hat, das letzte Wort hat das Landratsamt. Derzeit laufe das Genehmigungsverfahren zu dem Kiesabbauantrag in Offling. Der Ausgang sei noch völlig offen, es fehlen noch Stellungnahmen wie von Seiten der Naturschutz- und Umweltbehörden. 

Das erklärt Michael Reithmeier, Pressesprecher des Traunsteiner Landratsamts, im Namen des Bauamts als zuständige Genehmigungsbehörde auf Nachfrage von chiemgau24.de.

Zu den Vorwürfen in dem anonymen Brief äußert er sich wie folgt: "Aus unserer Sicht sind die Anschuldigungen völlig unbegründet. Die Gemeinde Altenmarkt hat in ihrer Januar-Sitzung alles richtig gemacht." Bürgermeister Bierschneider sei von Anbeginn der Thematik als Verwandter des Antragstellers von dem Geschäftsleiter oder dem zweiten Bürgermeister vertreten worden und hbet sich auch aus Vorgesprächen raus gehalten. Das bestätigt auch Herbert Lainer vom Altenmarkter Bauamt gegenüber der Redaktion. 

"Der Vorgang in der Gemeinde zur Behandlung des Antrags lief vollkommen legitim ab. Von Vetternwirtschaft kann hier keine Rede sein - die Anschuldigungen in dem anonymen Brief sind unserer Meinung nach haltlos", betont Reithmeier abschließend. 

mb

Rubriklistenbild: © pixabay.com

Kommentare