Planungen werden teurer

2,3 Millionen Euro für Dorferneuerung Evenhausen

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Wird es düster in punkto Dorferneuerung Evenhausen? Einige Askpekte führten bei der Realisierung zu einer Kostensteigerung. 
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Amerang - Evenhausens Dorfmitte soll erneuert und verschönert werden. Die Planungen von Seiten der Bürger in der Teilnehmergesellschaft stehen soweit, die Gemeinde beschäftigt sich aktuell noch mit Finanzierungsmöglichkeiten. 

Derzeit wird ein Konzept für die Regenwasserentsorgung in Evenhausen erarbeitet, das mit den Arbeiten für die Dorferneuerung ausgeführt werden soll. Der Gemeinderat beschäftigte sich in seiner jüngsten Sitzung am 10. Oktober mit dem Thema. 

Dabei sei es in erster Linie um Kostenkalkulation und Finanzierung gegangen, wie Anton Görgmayr von der Finanzverwaltung der Gemeinde Amerang erklärt. Denn das Projekt Neugestaltung Dorfmitte Evenhausen mitsamt dem Askpekt der Regenwasserentsorgung werde teuer als ursprünglich angenommen. Primär für die Kostenmehrung verantwortlich:die Teerbelastung, die Regenwasserentwässerung und der Wegfall der Straßenausbaubeitragssatzung

Schadstoffe in Asphaltbereich und Kiesunterbau

Mit dem Amt für ländliche Entwicklung (ALE) werde abgeklärt, wie die Kostenteilung für die Straßenentwässerung und der Grundstücksentwässerung erfolgen könne. Die Gemeinde sei für die Einholung der wasserrechtlichen Erlaubnis sowie der selbstständigen Planung des Entwässerungskanals zuständig. Die Entwässerung ist nach Ansicht des Amtes für ländliche Entwicklung ausschließliche Aufgabe der Gemeinde. Zur Entwässerung der Straßenabwässer kann ein Investitionskostenzuschuss von rund zehn Prozent - rund 60.000 Euro - geleistet werden.

Eine deutliche Kostenmehrung sei aufgrund von vorgefundenen Schadstoffen im Asphaltbereich und im Kiesunterbau gegeben. In der vorliegenden Kostenberechnung betragen die Kosten hierfür bis zu 772.000 Euro brutto. Das mit der Entwurfsplanung beauftragte Ingenieurbüro gehe davon aus, dass 4.700 Tonnen Material entsorgt werden müssen. Für die Beprobung sei zudem die Bereitstellung eines Zwischenlagers erforderlich. Nach Ansicht der Verwaltung könnten sich hierfür Flächen am Bauhof eignen

Insgesamt betrage die Kostenberechnung für den Bereich der Durchführung der Dorferneuerung 2,3 Millionen Euro. Zusätzlich fallen für die Erneuerung der Straßenbeleuchtung etwa 58.000 Euro an.

Weitere Kostenprüfung durch das ALE

Auf Wunsch der Gemeinde sollen im Zuge der Baumaßnahme auch die Anbindung an die Kreisstraße erneuert sowie eine Gehweganbindung erfolgen - was vom Amt für ländliche Entwicklung ebenfalls für förderfähig erklärt worden sei, soweit ein Vollausbau erfolge.In der Kostenberechnung des Ingenieurbüros seien hierfür Kosten in Höhe von rund 600.000 Euro ermittelt worden. Sollte sich die Gemeinde entschließen lediglich eine Deckschichtsanierung vorzunehmen, würden die Kosten zwar nur knapp 300.000 Euro betragen, eine Förderung über das ALE sei dann aber nicht möglich.

Zur Lagerung des Aushubmaterials sei eine rund 600 Quadratmeter große Fläche hinter dem gemeindlichen Bauhof vorgesehen. In Hinblick auf das weitere Vorgehen werde das Amt für ländliche Entwicklung die Entwurfsplanung aus baufachlicher Sicht sowie die Kostenberechnung prüfen und entsprechend freigeben

Anschließend werden für die Einzelmaßnahmen Kostenvereinbarungen mit der Gemeinde geschlossen. Vor dem Baubeginn sei die wasserrechtliche Genehmigung für die Beseitigung des Oberflächenwassers erforderlich.

Andere Investitionen zurückstellen? 

"Im Vergleich zur Vorstellung der Kostenschätzung Anfang 2017 erhöhen sich die Gesamtkosten insbesondere aufgrund der Oberflächenentwässerung und der Schadstoffbelastung enorm", wie Görgmayr erklärt. Hinzu käme, dass die damals vorgesehenen Beitragseinnahmen aufgrund der Abschaffung der Straßenausbaubeiträge obsolet werden und den Gemeindeanteil zusätzlich um rund 600.000 Euro erhöhen.

Angesichts dieser Kostenmehrung sei davon auszugehen, dass die Finanzierung überwiegend durch die Inanspruchnahme von Kreditmitteln sicherzustellen sei, soweit nicht andere vorgesehene Investitionen zurückgestellt werden. 

"Die Dorferneuerung in Evenhausen ist nicht unserer einzige Investition", betont Görgmayr. "Wir müssen abwägen und Prioritäten setzen, wobei Evenhausen schon weit oben auf der Liste steht. In der Haushaltsplanung für das Jahr 2019 sowie in den folgenden Finanzplanungsjahren werden wir wir die Auswirkungen auf den Haushalt erkennen." 

Realisierung der Neugestaltung ab 2019? 

Planungen von Seiten der Teilnehmergesellschaft, wie die Dorfmitte künftig aussehen soll - von der Erneuerung der maroden Chiemgaustraße über den Ausbau der Forststraße bis zum Lagerhaus bis hin zur Verbesserung der Straßensituation an Kirche und Gasthaus - stehen bereits. 

Die Umsetzung der Baumaßnahme ist für das kommende Jahr vorgesehen. Dazu sei das zuständige Ingenieurbüro angewiesen, den möglichst bis Oktober an das ALE zu übermitteln. Ziel sei es letztlich, die Vergabeunterlagen bis Februar 2019 fertigzustellen, sodass die Vergabe im April und der Baubeginn ab Mai 2019 möglich sei.

Der Beschluss des Gemeinderats Amerang: 

Der Rat habe die Gesamtkosten von 2,3 Millionen Euro zur Kenntnis genommen. Die Verwaltung werde beauftragt, die vorgelegte Kostenberechnung auf Einsparmöglichkeiten zu untersuchen. Auch die Verlängerung der Chiemgaustraße als Vollausbau für rund 600.000 Euro durchzuführen unter der Voraussetzung, dass die Maßnahme in das Neuordnungsverfahren aufgenommen werde, habe der Rat zur Kenntnis genommen. 

Beide Beschlüsse seien einstimmig ausgefallen, betont Görgmayr und erklärt abschließend: "Die Mitglieder der Teilnehmergesellschaft haben über die Jahre viel Herzblut und Engagement in die Planungen gesteckt - wir setzen freilich alles daran, die Vorstellungen der Bürger zur neuen Dorfmitte Evenhausen soweit möglich umsetzen zu können." 

mb

Quelle: wasserburg24.de

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