Mitgliederversammlung des WV Rosenheim 

Kosten für Sicherheit bei Veranstaltungen: Wer soll sie tragen?

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Betonsperren und Polizeipräsenz sollen die Sicherheit für Besucher bei öffentlichen Veranstaltung gewährleisten. Doch wer soll die Kosten für die Vorkehrungen tragen? 
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Amerang - Im stilvollen Ambiente im Innenhof des Ameranger Schlosses wurde die Mitgliederversammlung des Wirtschaftlichen Verbands Rosenheim (WV) abgehalten. Dabei rückte das Thema Sicherheit bei öffentlichen Veranstaltungen in den Vordergrund - und warf die Grundsatzfrage der Kosten in den Raum. 

Fast alles, was Rang und Namen hat, folgte am Montagabend des 14. Mai der Einladung der Hausherren Ortholf Freiherr von Crailsheim und Giulia Freifrau von Crailsheim-Larisch nach Amerang. Lediglich Landrat Wolfgang Berthaler und Rosenheims Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer ließen sich aufgrund länger geplanter Termine entschuldigen. 

"Wenn die Katzen aus dem Haus sind, dann übernehmen die Mäuse die Hoheit", scherzte Amerangs Bürgermeister August Voit in seinem Grußwort und nahm sich selbst auch gleich noch aufs Korn: "Ich bin eine etwas festere Maus, aber trotzdem." Voit freute sich besonders, dass die Versammlung dieses Mal "im ländlichen Raum" stattfand und er als "Heimat-Bürgermeister" dabei sein durfte. Schließlich kämen auch rund 37 Prozent der insgesamt 844 Mitglieder aus dem Landkreis. 

Amerangs Bürgermeister August Voit am Rednerpult, daneben die Vorstandsmitglieder Reinhold Frey, Oliver Döser, Christine Pfaffinger, Tobias Tomczyk, Paul Adlmaier und Alfons Maierthaler (von links). 

"Wir haben den Wirtschaftlichen Verband in den letzten Jahren mit einigen Neuausrichtungen konsequent umgestaltet", erklärte Vorsitzender Reinhold Frey. Die meiste Arbeit liege bei operativen Veranstaltungen wie Herbstfest, Christkindlmarkt, Messe, Fasching oder Rosenheimer Golfwoche. Schnell wurde bei den Rückblicken auf die Veranstaltungen klar: Das Thema Sicherheit ist nach wie vor ein heißes Thema

Fünfstelliger Betrag allein für Herbstfest-Sicherheit

Christine Pfaffinger blickte zwar auf ein, wie sie es nannte, "unspektakuläres Herbstfest" zurück. "Etwas Besseres kann dem Veranstalter in Zeiten der Sicherheitslücken nicht passieren. Wir bemühen uns mit den Vorkehrungen und die Besucher akzeptieren das mittlerweile, es gibt keine negativen Rückmeldungen mehr. Dennoch stellt sich die Frage: Wie lange können wir die nötige Sicherheit bei Veranstaltungen noch tragen?" 

Die stetig zunehmenden Sicherheitsauflagen bringen Probleme mit sich: Allein für das Herbstfest 2017 sei laut Pfaffinger ein fünfstelliger Betrag ausgegeben worden. "Da muss man sich schon fragen, wie lange das noch geht." 

Das langfristige Ziel sei es, das Herbstfest familienfreundlich zu gestalten und sich damit von den horrenden Preisen des Münchner Oktoberfests zu distanzieren. "Wir wollen eine Wiesn für die ganze Familie sein, die sich am Nachmittag einen Besuch noch leisten kann. Zum Urlaub dahoam gehört das Herbstfest wie das Berggehen und Radeln", verdeutlichte Pfaffinger und beendete ihren Bericht mit einem Zitat von Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer: "Wir sind stolz auf das Herbstfest in Rosenheim das schönste und gemütlichste Fest in ganz Bayern.

Kosten Aufgabe der Kommune? 

Auch Tobias Tomczyk vom Christkindlmarkt-Ausschuss prangerte die Kosten an, die der Verein als Veranstalter für die Sicherheit in die Hand nehmen müsste: "Es kann nicht Aufgabe des Veranstalters sein, die Kosten für die Sicherheit zu übernehmen. Das ist Aufgabe der Kommune."

Für die Veranstalter werde es immer schwieriger werde, beispielsweise Kunsthandwerker zu finden, die am Christkindlmarkt ausstellen wollen. Da hätten es Schank- und Gastronomiebetriebe natürlich einfacher. "Dennoch wollen wir die Struktur beibehalten und nicht zur reinen Sauf- und Fressmeile werden", so Tomczyk. 

Viele Mitglieder des Wirtschaftlichen Verbands fanden sich im Schlosshof in Amerang ein. 

Die weitere Bilanz in Rosenheim: 

  • Rosenheimer Messe: Paul Adlmaier zeigte sich mit etwa 30.000 Besuchern trotz Verkürzung von neun auf vier Tage zufrieden. Ein Wermutstropfen sei der negative Einfluss, den die erstmalige Nicht-Beteiligung von Stadt und Landkreis genommen hat. "Eine positive Begleitung sollte selbstverständlich sein", forderte er.
  • Fasching: Ein neues Konzept in punkto Ausbildungen und Vorbereitungen habe es bei der Faschingsgilde Rosenheim mit einer neuen Tanzschule und drei externen Trainern gegeben. Reinhold Frey lobte die 36 aktiven Mitglieder, die den Rosenball, den Kinder- und Familienball, den Stadt- und Landball sowie insgesamt 73 Auftritte und den Kehraus geplant, vorbereitet und durchgeführt haben. Der Fasching 2019 wirft indes seine Schatten voraus: Den musikalischen Rahmen bietet das Orchester Hugo Strasser unter der Leitung von Heinrich Haas junior
  • Rosenheimer Golfwoche: Zum ersten Mal dabei war 2017 der Golfclub Wilder Kaiser in Ellmau. Im Vordergrund der Veranstaltung stehe der soziale Aspekt, wie beispielsweise Spenden an krebskranke Kinder
  • Finanzlage: Alfons Maierthaler präsentierte in seinem Kassenbericht positive Zahlen. So bezifferte er die Bilanzsumme des Jahres 2017 auf 2.244.361 Euro, betonte aber gleichzeitig, die Zahlen würden ganz anders aussehen, würden die Leistungen statt der ehrenamtlichen Arbeit entsprechend honoriert werden. Der Gewinn sei im Vergleich zum vergangenen Jahr um rund 9000 Euro auf 61250 Euro angestiegen. Dass diese Zahl trotz gestiegener Einnahmen nicht höher ausgefallen sei, sei den erhöhten Ausgaben und in erster Linie auf die nötigen Sicherheitsvorkehrungen zurück zu führen.

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mb

Quelle: wasserburg24.de

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