Aubergtunnel: König zerpflückt Alternativen

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Altenmarkt - Der UVA hat seine Pläne für eine alternative Ortsumfahrung vorgestellt. Jetzt folgte die Antwort von Sebald König. Er lässt kein gutes Haar, an den Plänen des UVA.

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat der Umweltschutzverbandes Alztal und Umgebung e. V. jetzt seine Alternativen für eine Ortsumfahrung, und damit für den Aubergtunnels, vorgestellt. An diesem Freitag folgte nun prompt die Antwort von Sebald König, dem leitenden Baudirektor des Straßenbauamtes in Traunstein:

Die Bundesstraßenverwaltung verfolgt mit ihren Ausbauplanungen zwei gleichwertige Ziele:

-die Schaffung einer verkehrssicheren und leistungsfähigen Bundesstraße auf der sogenannten "Traun-Alz-Achse" als Ersatz für die bestehende, den Anforderungen des Bundesstraßenverkehrs nicht adäquat ausgebaute Bundesstraße und

-die Entlastung der Bürger entlang der Ortsdurchfahrten im Zuge der B 299 / B 304

Die Pläne des Straßenbauamts

Die heutigen B299/B304 sollen nach Realisierung der geplanten Ortsumgehungen zu Straßen einer nachgeordneten Kategorie (in der Regel Gemeindestraßen) abgestuft werden. Durch dieses Konzept wird sowohl dem Individualverkehr in diesem Abschnitt Rechnung getragen, als auch insbesondere die Anbindung der Gewerbe- und Industriestandorte entlang der "Traun-Alz-Achse", mit deren Berufs- und gewerblichem Verkehr, sichergestellt. Auch der Ost-West-Verkehr im Zuge der B304 (München-Wasserburg-Altenmarkt-Traunstein- Freilassing) ist im Gesamtkonzept des StBA berücksichtigt.

Dieses Konzept ist mit allen betroffenen Kommunen abgestimmt und wird von allen Stadt- / Gemeinderatsgremien mehrheitlich mitgetragen.

Alternative bringt keine "Abstufung der Bundesstraße"

Die Idee des UVA hingegen sieht eine großräumige Verkehrsverlagerung, sowohl im Osten als auch im Westen der bestehenden B299/B304, auf ein bestehendes Kreisstraßen- beziehungsweise Gemeindeverbindungsstraßennetz vor - in der Regel auf Bestand durch die dort befindlichen Weiler und Ortschaften hindurch.

Diese Alternativ-Routen schlägt der UVA vor. Hier klicken, für eine größere Ansicht der Karte.

Der Verkehr aus Wasserburg, im Zuge der B304, ist in der UVA-Idee nicht angebunden beziehungsweise muss für den von Altenmarkt in Richtung Süden ausgerichteten Verkehr weiterhin die bestehende B304 durch Altenmarkt hindurch nutzen. Auch der gewerbliche und industrielle Verkehr im Raum Trostberg – Altenmarkt – Traunreut müsste nach wie vor die bestehende B299/B304 nutzen. Insgesamt könnte somit, bei Umsetzung der UVA- Idee, die jetzige Bundesstraße nicht abgestuft werden.

Es stellt sich daher grundsätzlich die Frage, welcher Baulastträger die UVA -Idee verwirklichen sollte. Der UVA stellt sich vor, dass ein Großteil des Bundesstraßenverkehrs auf Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen verlagert werden könnte. Der Bund kann jedoch keine Rechtsverfahren beziehungsweise erforderlichen Grunderwerb für den Ausbau von Kreis- und Gemeindeverbindungsstraßen durchführen. Nachdem die vorhandene Bundesstraße für den Bundesstraßenverkehr nach wie vor notwendig wäre, könnte der Bund als Baulastträger auch nicht die Baukosten eines zusätzlichen Ausbaus paralleler Kreisstraßen übernehmen.

Die vom UVA vorgeschlagenen Streckenzüge würden - trotz des vorgesehenen kleinteiligen bestandsorientierten Ausbaus der bestehenden Straßen - aus straßenplanerischer Sicht, weiterhin den Charakter einer Gemeindeverbindungs- beziehungsweise Kreisstraße aufweisen. Den Anforderungen des Bundesstraßenverkehrs, hinsichtlich Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit, könnte die vom UVA angedachte Streckenführung, ohne umfangreiche Änderungen des Straßenquerschnitts und der Linienführung, nicht gerecht werden. Das UVA-Konzept sieht den bestandsorientierten Ausbau der Kreisstraßen AÖ 23, AÖ 26, AÖ 28, TS 42 und TS 1 im Osten vor. Dieser Ausbauabschnitt würde eine Linienverbesserung und Querschnittsverbreiterung auf einer Länge von gut 27 km erfordern. Diverse Knotenpunkte müssten der steigenden Verkehrsbelastung entsprechend ausgebaut werden.

Kleine Ortschaften wären die Leidtragenden

Der UVA schlägt auf diesem Streckenabschnitt vor, dass nur gegebenenfalls, lediglich drei Ortschaften (Feichten an der Alz, Palling und Kammer) durch eine kleinräumige Ortsumgehung entlastet werden sollen, die übrigen Ortsdurchfahrten wären ohne Umgehungsstraßen mit dem zusätzlichen Verkehr belastet. Außerdem würden die vom UVA angedachten kleinräumigen Ortsumgehungen für Kammer, Palling und Feichten direkt an deren Wohngebiete heranreichen und damit jegliche weitere Ortsentwicklung in Richtung Osten fast unmöglich machen.

Im Westen von Tacherting und Trostberg sieht der UVA den bestandsorientierten Ausbau einer Strecke über die TS 20, die GVS von Oberbrunnham bis Oberfeldkirchen, die TS 36 und die GVS über Viehhausen und Frühling bis Kirchberg an die B304 vor. Dieser Streckenabschnitt weist eine Länge von rund 12,5 Kilometern auf, der ebenfalls in Bezug auf die Fahrbahnbreite und die Linienführung stark verbessert werden müsste. Hier sind vom UVA keinerlei Entlastungen für die vielen kleinen, bestehenden, direkt an die Straßen angebauten Ortschaften und Weiler vorgesehen.

Die Idee des UVA wäre somit mit erheblichen Kosten verbunden, würde aber weder die verkehrlich prekären Situationen in den größeren Ortschaften, wie Altenmarkt oder Trostberg wesentlich verbessern und zudem eine deutliche Belastung des bisher moderat bis gering belasteten nachgeordneten Straßennetzes und deren Anwohnern nach sich ziehen. Dies nimmt der UVA offensichtlich billigend in kauf.

Rein straßenrechtlich kann kein Verkehrsteilnehmer gezwungen werden, die vom UVA vorgesehenen auszubauenden Kreis- und Gemeindestraßen zu nutzen, nachdem die vorhandene Bundesstraße als solche weiter bestehen bleiben muss. Somit werden die Verkehrsteilnehmer, insbesondere im Zeitalter technischer Hilfsmittel (Navi), wie bisher weiterhin größtenteils die Bundesstraße benutzen.

Abgesehen davon, dass der vom UVA vorgeschlagene bestandsorientierte Ausbau, aufgrund der unklaren Baulastträgerverhältnisse, rechtlich höchst schwierig sein dürfte, wäre auch die Zeitschiene für eine mögliche Realisierung in keinster Weise absehbar beziehungsweise würde eine Entlastung für die "Traun-Alz-Achse" in weite Ferne rücken.

Zusammenfassend beurteilt das Staatliche Bauamt Traunstein die Idee des Umweltschutzverbands Alztal e.V. als Unrealistische Variante und -Alternative.

Pressemitteilung Staatliches Bauamt Traunstein/Sebald König

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