Bauernhiagst lockt viele Besucher

Einscharrerpflug ganz genau betrachtet

Obing - Viele Besucher fanden sich beim fünften Bauernhiagst des Obinger Trachtenvereins ein und bewiesen: Geselligkeit, Tradition und Brauchtum sind auch heute noch gefragt.

Dem Handwerker auf die Finger geschaut

Bei strahlendem Herbstwetter verwandelte sich Kleinbergham in einen großen Festplatz, der zum geselligen Beisammensein in ungezwungener Atmosphäre einlud. Zugleich hoben die Veranstalter die wesentliche Rolle der Natur und der bäuerlichen Landwirtschaft im täglichen Leben hervor und erlaubten den Besuchern Einblicke in längst vergangene Tage. Der Schmied am offenen Schmiedefeuer, das beschwerliche Dreschen des Getreides mit dem Schlegel oder das Dengeln einer Sense ließen erahnen, wie mühsam das Tagwerk zur Zeit der Großväter vollbracht wurde. Besenbinder, Seiler, und Zimmermänner demonstrierten alte Handwerkskunst, ebenso wie Drechsler, Gamsbartbinder oder Messermacher. Auch auf dem Baumannfeld wurde das Rad der Zeit zurückgedreht und die Besucher erlebten das Ackern des Feldes oder das "Holzschloapfn" mit dem Pferdegespann.

Tanzdarbietungen sorgten für die Unterhaltung der vielen Gäste des Bauernhiagstes in Kleinbergham. Fotos Auer

Fernab von Straßenlärm und hektischem Getriebe bot der Bauernhiagst abwechslungsreiche Stunden für die ganze Familie. Die kleinen Besucher konnten sich auf einem Riesensandhaufen austoben oder auf dem Hosenboden von einen nahgelegenen Hügel rutschen. Absoluter Höhepunkt war die Fahrt auf original nachgebauten und ferngesteuerten Traktoren. Hier konnten die Kleinen auf Bulldogs im Kleinformat über die Wiese brausen. So boten Troadkasten, Wimmer-, Steffe- und Baumannhof wieder einmal die perfekte Kulisse für den "Bauernhiagst" des Obinger Trachtenvereins, der auch heuer wieder auf unterhaltsame Weise die lebendige Brauchtumspflege mit einer geselligen Erntedankfeier verband. Im Erntedankgottesdienst stellte Pfarrer Martin Klein die Frage nach dem Sinn eines Erntedankfestes, wo viele Verbraucher ihre Lebensmittel doch nicht mehr auf dem eigenen Feld, sondern im Supermarkt ernteten. Dennoch habe sich der Stellenwert dieses kirchlichen Festes im Bewusstsein der Menschen verankert. Erntedank sei ein guter Grund, um die eigene Blickrichtung zu korrigieren und sich auch an den kleinen Dingen des Alltags zu erfreuen. Das ginge weit über einen reich gedeckten Tisch hinaus.

Mit dem "Bauernhiagst" füllte der Trachtenverein Obing alte Traditionen mit lebendigem Inhalt und legte großen Wert auf die Originalität der gebotenen Unterhaltung. Mit Tanzdarbietungen der Trachtenvereinsjugend und der Aktiven und der musikalischen Umrahmung durch die Duanix-Musi, Schladl-Ziach-Musi, 16-na-hoib-Musi, Junge-Allman-nsauer-Musi, Spezi-Musi, Jungspunt-Musi, Klecksal-Musi und de 4 Spitzbuam war für Kurzweil und Abwechslung gesorgt. Bayerische Schmankerl, Kuchen und traditionelles Gebäck trafen den Geschmack der Besucher und sorgten für den kulinarischen Wohlfühlfaktor.

Ein großer Trachtenmarkt mit Goldstickereien, handgeschneiderten Trachten, Hornschnitzereien, historischer Trachtenschmuck und vielem mehr demonstrierte die Vielfalt des Trachtengwands in seiner ursprünglichen Form. Im Troadkasten gab es allerlei Kunsthandwerk wie Klosterarbeiten, Spinnen, Stoffdruck und Glasschmuck- und Glasbläsereien zu bewundern. Rund um den Bauernhiagst boten regionale Aussteller Waren und Köstlichkeiten an. ca

Zurück zur Übersicht: Trostberg

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser