Chiemgauer als Stimme der deutschen Jugend

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Tacherting/New York - Als UN-Jugenddelegierte werden Heidrun Fritz und Andreas Deutinger im Juli die offizielle Delegation des Auswärtigen Amtes zur UN-Generalversammlung nach New York begleiten.

Es wird der Höhepunkt des Internationalen Jahres der Jugend: Das High Level Meeting on Youth der Vereinten Nationen am 25. und 26. Juli 2011 in New York. In einem Abschlussdokument beschließen die Mitgliedsstaaten die wichtigen Zielvorgaben internationaler Jugendpolitik gemäß dem Leitwort „dialogue and mutual understanding“. Bei den Verhandlungen vertraten die beiden UN-Jugenddelegierten Andreas Deutinger (25) und Heidrun Fritze (22) die Jugendlichen in Deutschland. Andreas Deutinger und Heidrun Fritze werden auch vor Ort in einem Statement in der Vollversammlung und durch die Teilnahme an Podiumsdiskussionen ihre Positionen einbringen.

Die Positionen haben sie im direkten Gespräch mit Jugendlichen erarbeitet. Im Rahmen einer groß angelegten Deutschlandtour sind die beiden UN-Jugenddelegierten in diesen Wochen quer durch die Republik unterwegs, um Forderungen deutscher Jugendlicher an die Politik zusammenzutragen. Einen ersten Eindruck von ihren Erfahrungen geben sie beim High Level Meeting on Youth, dem Höhepunkt des Internationalen Jahres der Jugend. In New York werden sie im UN-Headquarter in einem Statement berichten, was die Jugendlichen in Deutschland bewegt und sich in die Dikussionen einbringen.

Es geht dabei um Themen, von denen junge Menschen auf der ganzen Welt in besonderem Maße betroffen sind und die daher auch im UN-Weltaktionsprogramm für die Jugend als Weltjugendthemen definiert wurden. Das Weltaktionsprogramm für die Jugend wurde 1995 von der UN Generalversammlung verabschiedet und stellt ein internationales Rahmenprogramm für 15 Jugendthemen wie Globalisierung, Bildung, Umwelt, Hunger und Armut oder HIV/AIDS dar. Schwerpunkt dieses Jahr sind die Themen Migration, Partizipation Jugendlicher und nachhaltige Entwicklung.

„Jugendliche sind in vielerlei Hinsicht Expertinnen und Experten in eigener Sache. Wir wollen dazu beitragen, dass ihre Stimme in der Politik gehört wird – vor Ort und international“, sagt Andreas. Die gesammelten Forderungen und Wünsche werden Andreas und Heidrun in einer Rede vor den Diplomatinnen und Diplomaten in New York vortragen. Sie sind dabei, wenn UN- Resolutionen ausgehandelt werden – und können in vielen offiziellen und inoffiziellen Gesprächen Einfluss auf die Entscheidungen nehmen gemeinsam Jugenddelegierten aus rund 30 anderen Ländern.

Seit Februar reisen Andreas und Heidrun nun quer durch Deutschland – bis September werden sie mehrere zehntausend Kilometer von Kiel bis Passau, von Essen bis Dresden gefahren sein. „Das Jugenddelegiertenamt hat uns jetzt komplett gepackt“, schwärmt der Student Andreas. Dabei gibt er zu: Der Job sei noch ein wenig zeit- und arbeitsintensiver als erwartet. Freie Wochenenden gehörten schon lange der Vergangenheit an, und auch in der Woche gebe es zahlreiche Termine, Telefonate und Mail-Verkehr. Sein Studium hat Andreas bis Oktober auf Eis gelegt, seine Arbeit als KLJB-Landesvorsitzender ist nur mit der Unterstützung durch seine Vorstandskollegen möglich. Bei Workshops, Vorträgen, Fachkonferenzen oder Festivals sammeln Andreas und Heidrun die Meinungen der rund 20 Millionen Jugendlichen in Deutschland. „Dabei achten wir auf eine gute regionale Verteilung und darauf, dass wir möglichst viele gesellschaftliche Milieus erreichen – verbandlich organsierte und solche, die es nicht sind (nur Vorschlag)“, sagt Heidrun. „Bisher haben uns die Gespräche viele wertvolle Erkenntnisse gebracht“, erzählt Andreas. So „Die Forderungen sind von Stadt zu Stadt und Gruppe zu Gruppe unterschiedlich, aber wir bemerken, dass viele unserer Altersgenossen sich Gedanken um eine international gerechtere Welt machen und sich für Benachteiligte einsetzen. Sie sind politisch viel aktiver, als man der „Politik verdrossenenen“ Jugend nachsagen würde.

Von ihren Tourstationen und im Herbst natürlich auch live von der UN- Generalversammlung berichten die Jugenddelegierten regelmäßig auf www.jugenddelegierte.de.

Hintergrund: Das Programm der UN-Jugenddelegierten

Bereits seit 1981 empfehlen die Vereinten Nationen (UN), dass Mitgliedstaaten Jugenddelegierte zwischen 18 und 25 Jahren in ihre Delegationen aufnehmen, um eine direkte Form der Jugendbeteiligung zu sichern. Das Jugenddelegiertenprogramm besteht in Deutschland seit 2005 und wird von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen e.V. und dem Deutschen Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit getragen. Die Jugenddelegierten arbeiten mit dem Auswärtigen Amt und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zusammen. Andreas und Heidrun haben sich gegen über 60 weitere qualifizierte Bewerberinnen und Bewerber durchgesetzt.

Pressemitteilung UN-Jugenddelegierte

Rubriklistenbild: © dpa

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