„Ein Urgestein des Roten Kreuzes“

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Hannes Bugdoll (links) aus Obing ist seit fast 45 Jahren aktives Mitglied beim Traunsteiner Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK). Seine Begeisterung hat er vererbt, denn Tochter Gerlinde (rechts) und ihre fünf Töchter sind ebenfalls aktive Mitglieder bei der BRK-Wasserwacht Obing.

Obing - Ein Leben ohne das Rote Kreuz ist für ihn seit Jahrzehnten nicht vorstellbar: Hannes Bugdoll gehört zu den „Urgesteinen“ im Traunsteiner Kreisverband des BRK.

Der 82-Jährige Hannes Bugdoll ist fast 45 Jahre lang ein aktives Mitglied der Obinger BRK-Bereitschaft, war viele Jahre Erste-Hilfe-Ausbilder und ist bis heute bei allen Blutspendeterminen in Obing ein wertvoller Helfer. Seine Rot-Kreuz-Begeisterung hat er wohl „vererbt“, denn sowohl Tochter als auch die fünf Enkelinnen sind aktive Mitglieder der Obinger BRK-Wasserwacht.

Während der Kriegswirren landete der junge Hannes im Chiemgau: erst in Unterwössen und dann in Obing, wo ein Bauer den 16jährigen bei sich versteckte. „Mein Retter nahm mich damals auf wie sein eigenes Kind“, erzählt Hannes Bugdoll, „das sind Erlebnisse, die unbewusst ein ganzes Leben prägen.“ Schon als Jugendlicher nahm er sich vor, auch anderen zu helfen. Obing wurde zur neuen Heimat: Er lernte einen Beruf, begegnete seiner großen Liebe und heiratete. 1967 trat Hannes Bugdoll als aktives Mitglied in die Obinger BRK-Bereitschaft ein und spendete das erste Mal Blut. Über 40 Mal schaffte er seitdem den „Aderlass“.

„Mir hat das Blutspenden immer gut getan“, erzählt er, „jedes Mal haben sich meine Blutwerte verbessert.“ Erst vor kurzem wurde Hannes Bugdoll für seine über 40 BRK-Jahre mit einer besonderen Auszeichnung als Blutspender, Aktiver und Helfer geehrt: BRK-Kreisgeschäftsführer Kurt Stemmer überreichte ihm die DRK-Blutspende-Medaille in Silber und bezeichnete ihn als „Urgestein des Roten Kreuzes“.

Blutspende ist wie kleines Familienfest

Seit seinem Ruhestand ist „der Hannes“, wie er gerufen wird, als Helfer bei jedem Blutspendetermin in der Obinger Schule dabei. Der Rotkreuzler kümmert sich um die Geschenke für die Blutspender, betreut Spender, wenn sie Unterstützung benötigen und sorgt für die Verteilung von Essen und Getränken. Über 160 Spender kommen jedes Mal zum Blutspende-Aufruf nach Obing – eine stolze Zahl. „Das ist so, weil wir eine kleine Gemeinde sind, wo alles sehr persönlich ist und alle sich kennen. Blutspende ist bei uns immer wie ein kleines Familienfest.“

Tochter Gerlinde hat anscheinend die Rotkreuz-Gene ihres Vaters geerbt, denn bereits als 15jährige war sie von einer BRK-Übung im Kloster Seeon so begeistert, dass sie von da an alle Übungsabende der BRK-Bereitschaft besuchte – als einziges Mädchen und jüngstes Mitglied. Kurze Zeit später absolvierte sie ihre ersten Sanitätsausbildungen und arbeitet seitdem als aktive Helferin.

Bereitschaft Obing löste sich auf

„In den vielen Jahren gab es Höhen und Tiefen“, erzählt die 51jährige. Irgendwann löste sich die gesamte BRK-Bereitschaft in Obing auf und sie entschied alleine über die Zukunft: Kurzerhand übertrug sie alles auf die Obinger BRK-Wasserwacht und wurde hier aktives Mitglied. Bei einem Ausflug der Wasserwachtler „funkte“ es – und wenige Jahre später heiratete sie einen Wasserwachtler. Inzwischen gibt es die nächste Generation: Fünf Töchter zwischen 19 und 26 Jahren sind alle aktive Wasserwachtsmitglieder mit verschiedenen Ausbildungen: Rettungsschwimmer, Bootsführer und Wasserretter. Jetzt gilt es abzuwarten, bis die vierte Generation auf die Welt kommt und in die Fußstapfen der Rotkreuz-Familie tritt.

Pressemitteilung Bayrisches Rotes Kreuz

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