Nachbarinnen äußerten Angst vor Keimen und Bakterien 

Verwaltungsgericht hat über Ausbau von Hähnchenmastanlage in Engelsberg entschieden

Engelsberg/München - Im Streit um die Erweiterung einer Hähnchenmastanlage im Raum Traunstein eskalierte der Konflikt zwischen dem Landwirt und zwei Nachbarinnen immer weiter. Am Freitag (12. Juni) wurde der Fall vor dem Verwaltungsgericht in München verhandelt.

Update, 22 Uhr - Nachbarinnen vor Gericht ohne Erfolg

Fast vier Stunden lang verhandelte das Verwaltungsgericht über die Erweiterung der Anlage im Ortsteil Maisenberg. Zwei Nachbarinnen wollten den Bau eines dritten Stalls verhindern, weil sie durch die Erweiterung Gestank, Lärm und aus der Biogasanlage austretende Bakterien fürchten. Damit hatten die zwei Frauen vor dem Verwaltungsgericht aber keinen Erfolg, wie pnp.de berichtet. 


Des Weiteren stellte das Gericht fest, dass die Nachbarinnen als Privatpersonen nicht befugt seien, gegen nicht artgerechte Haltung und Verstöße gegen das Tierwohl vor Gericht zu ziehen. Zuvor wollten die Frauen auch verfahrens-, bau- und brandschutzrechtliche Einwände geltend machen. 

Erstmeldung:

Gegen die Erweiterung des Mastbetriebs hatten zwei in der Nähe wohnende Bürgerinnen geklagt. Nach Informationen des Bayerischen Rundfunks gehen die Klägerinnen nun gegen den Bau eines dritten Stalls vor. Außerdem seien an dem Standort drei Futtersilos geplant. Der Ausbau war bereits 2018 vom Landratsamt Traunstein genehmigt worden. 


Nach dem Ausbau sollen dort laut Bayernwelle bis zu 84.000 Hähnchen in dem über 20-jährigen Betrieb untergebracht werden können. Die Anwohnerinnen befürchten durch den Ausbau mehr Lärm, mehr Gestank sowie gesundheitliche Risiken durch austretende Keime und Bakterien. Außerdem werden verfahrens-, bau- und brandschutzrechtliche Einwände geltend gemacht.

Der Landwirt hingegen ist weiterhin für den Ausbau. Er führte gegenüber dem BR an, dass er so mehr für das Tierwohl tun könne, da die Hähnchen durch den Ausbau deutlich mehr Platz hätten.

Der Prozess beginnt am Freitag (12. Juni) um 10.30 Uhr am Verwaltungsgericht in München.

fgr

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