Erneute Absage für Solarpark in Goger

Taufkirchen - Die Firma Sunplan gibt sich nicht geschlagen: Erneut legte sie dem Gemeinderat einen Antrag für einen Solarpark vor. Erneut wurde er aber abgelehnt - mit knapper Mehrheit!

Ein in wesentlichen Punkten abgeänderter Antrag der Firma Sunplan auf Errichtung einer Freiflächen-Fotovoltaikanlage in Goger lag dem Gemeinderat Taufkirchen in der letzten Sitzung vor. Erneut wurde der Antrag mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Beide Geschäftsführer des Unternehmens, Franz Hutterer und Thomas Hager, waren in die öffentliche Sitzung gekommen.

Letzterer erläuterte die Veränderungen zum ersten Antrag, der im Gemeinderat nicht die erforderliche Mehrheit erhalten hatte. Die Fläche der Anlage wurde jetzt auf 1,08 Hektar mit rund 3000 Modulen reduziert. Diese Fläche entspricht der tatsächlich abgebauten Fläche in Goger.

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Laut neuem Antrag wird die Anlage versenkt, sie wäre von der Straße her nicht mehr einsehbar. Das Landschaftsbild damit nicht beeinträchtigt. Auch der gewünschte Zaunabstand von drei Metern wird der Planung zufolge eingehalten. Sunplan wäre auch bereit, vertraglich mit der Gemeinde festzulegen, dass der Sitz nur mit Zustimmung der Gemeinde verändert werden kann und somit die Gewerbesteuer in der Gemeinde verbleibt.

Bürgermeister Jakob Bichlmaier erläuterte das Für und Wider solcher Anlagen. Dabei wies er auf den Grundsatzbeschluss des Gemeinderates Taufkirchen hin, dass diese Anlagen auf Ackerflächen nicht genehmigt werden sollten, auf vorbelasteten Flächen wie in diesem Fall durch Lehmabbau, aber möglich sein sollten. Er bestätigte aber auch, dass nur der Gemeinderat die Erlaubnis für solche Anlagen erteilen könne.

In der Diskussion stellte Anlieger Hans Baumgartner fest, es sei nicht nachvollziehbar, warum sich die Ansicht von Sunplan innerhalb von drei Monaten so geändert habe. Die von einzelnen Anliegern damals geforderte Verkleinerung der Anlage hatte die Geschäftsführung als nicht rentabel eingeschätzt. Auch eine Versenkung sollte nicht in Frage kommen. Keiner wolle eine Tümpelanlage, hieß es damals.

Auch Anwohner Jakob Hölzl kann nicht verstehen, warum es überhaupt einen zweiten Antrag gibt, da ja der erste Antrag deutlich mit 9:3 Stimmen abgelehnt worden war. Aus Sicht der Anlieger und Anwohner, so seine Meinung, habe sich gegenüber der ersten Planung überhaupt nichts geändert.

Hager widersprach diesem Vorwurf. In der neuen Planung habe sich vieles geändert.

Bürgermeister Bichlmaier stellte klar, dass jeder das Recht habe, nach der Ablehnung eines Antrags einen geänderten Antrag erneut zu stellen.

Auch Hans Spielhofer kann nicht nachvollziehen, warum vor drei Monaten noch eine große Anlage hätte gebaut werden dürfen, jetzt aber nicht abgebaute Flächen nicht mehr in das Projekt einbezogen werden dürfen. Laut Hutterer war aber zu diesem Zeitpunkt schlicht noch nicht bekannt, dass nur mehr auf abgebauten Flächen Fotovoltaikanlagen errichtet werden können.

Die Anlieger ziehen Zusagen von Sunplan in Zweifel, solange sich dazu nicht das Landesentwicklungsamt geäußert habe. Dies wird aber erst möglich sein, wenn die Gemeinde eine Bauleitplanung einleitet. Dann erst schaltet sich das Landratsamt ein. Eine Absenkung würde das Landesentwicklungsamt aber grundsätzlich befürworten, so Hutterer.

Nach ausführlicher Diskussion wurde der Antrag der Firma auf Aufstellung des Bebauungsplanes und eine entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes zurück gewiesen.

Sechs Nein-Stimmen standen fünf Ja-Stimmen gegenüber.

fim/Waldkraiburger Nachrichten

Quelle: innsalzach24.de

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