Die Räuber haben nun auch den Weitsee entdeckt - Fischer beklagen Schäden

Fette Fischgründe für Kormoran

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Von teilweise 50 Kormoranen berichteten die Fischer, die sich über die Konkurrenz am Weitsee ärgern.

Schnaitsee - Die Fischer am Weitsee haben momentan große Sorgen mit einem massiven Kormoraneinfall. Im Frühjahr entdeckten die weit verbreiteten Vögel den Weitsee wieder für sich:

Die Fischer am Weitsee haben momentan große Sorgen mit einem massiven Kormoraneinfall. Seit rund sechs Jahren kommen diese weit verbreiteten Vögel auch nach Schnaitsee, um sich im Frühjahr an den Fischen im Weitsee aber auch im Kratzsee satt zu fressen. Der Kormoran ernährt sich ausschließlich von Fischen.

Wie der Vorsitzende des Fischereivereins, Bernhard Graßl sagt, waren es in den vergangenen Jahren nur jeweils einige wenige Exemplare, die sich in der Schnaitseer Seenplatte aufhielten. "Heuer jedoch sind es derzeit über 50 Kormorane, die bei uns auf Fischjagd gehen und einen enormen Schaden verursachen." Graßl findet auch oftmals verendete Fische, die nach den schweren Verletzungen, die ihnen ein Raubvogel mit dem scharfen Hakenschnabel verursacht hat, den Tod finden. Er ärgert sich auch darüber, dass der Kormoran nach wie vor nicht bejagt werden darf. "Nur in wenigen Ausnahmen wird ein Vergrämungsabschuss genehmigt. Wenn man bedenkt, dass so ein Vogel rund ein halbes Kilo Fisch am Tag benötigt, kann man sich eine Vorstellung vom entstehenden Schaden am Fischbestand machen."

Die Jagd auf Fische erfolgt tauchend. Die normale Tauchdauer beträgt 15 bis 60 Sekunden in Tiefen von etwa ein bis drei Metern. Die Fortbewegung unter Wasser erfolgt mit den Füßen. Ihre Beute packen die Kormorane dann mit dem Hakenschnabel hinter den Kiemen. "Jetzt bleibt uns Schnaitseer Fischern nur die Hoffnung, dass bald die Badesaison beginnt und die sehr scheuen Kormorane mit steigender Unruhe den Weitsee verlassen", sehnt Graßl die warmen Tage herbei.

Diese Thematik wurde auch bei der alljährlichen Seen- und Uferreinigung besprochen. Sieben Jungfischer und 13 Erwachsene setzten die Angelplätze und die Boote wieder instand. Das komplette Gelände rund um die Seen wurde von Unrat gesäubert. Im hinteren Weitseebereich wurde eine neue Begrenzungskette eingebracht, da die alte durch kaputte Schwimmkugeln eine Verletzungsgefahr für Schwimmer darstellte.

ju/Wasserburger Zeitung

Zurück zur Übersicht: Trostberg

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser