Nahversorgung im Ort

Frabertshamer Dorfkramer feiert 10. Geburtstag: „Hauptsache der Laden läuft“

Das Dorfladen-Team freut sich über das Jubiläum: (von links) Natalia Schloder, Rosmarie Künzner, Christina Lamers, Christa Mitterreiter, Hans Schloder, Ingrid Pfisterer und Christian Westner.
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Das Dorfladen-Team freut sich über das Jubiläum: (von links) Natalia Schloder, Rosmarie Künzner, Christina Lamers, Christa Mitterreiter, Hans Schloder, Ingrid Pfisterer und Christian Westner.

Aus einer Bierlaune heraus entstand die Idee von einem eigenen Dorfkramer für Frabertsham. In der Bevölkerung fand dieser Gedanke so großen Anklang, dass der Laden am 2. April 2011 in die Tat umgesetzt wurde. Nun konnte das Dorfladen-Team bereits zehnjähriges Bestehen feiern.

Frabertsham – „Hauptsache der Laden läuft“, sagt der Geschäftsführer Hans Schloder und bringt damit das große Bestreben der Macher des Frabertshamer Dorfladens auf den Punkt: Nach der Aufgabe des letzten Lebensmittelgeschäfts Anfang 2002 wollten sie eine Versorgungslücke im Ort schließen und mit einem Laden von den Bewohnern für die Bewohner die Grundversorgung sichern. Der Plan ging auf.

Kreativität auf 35 Quadratmetern Verkaufsfläche

Bei etwa 35 Quadratmetern Verkaufsfläche braucht es zwar eine gehörige Portion Kreativität, doch Ladenleiterin Natalia Schloder und ihr Verkaufsteam bringen dafür täglich vollen Einsatz. Sie haben ebenso wie der Geschäftsführer Hans Schloder und eine Handvoll ehrenamtlicher Akteure - darunter die Gesellschafter Christian Westner und Klaudia Plank - viel Herzblut in ihr Projekt der örtlichen Nahversorgung gesteckt. So wurde der Dorfladen zum Erfolgsmodell.

Vor allem in den vergangenen beiden Jahren konnte umsatztechnisch noch einmal kräftig zugelegt werden. „Darauf sind wir richtig stolz“, betont Hans Schloder. Gerne hätte man das Jubiläum mit den treuen Kunden, den engagierten Mitarbeitern und freiwilligen Helfern gebührend gefeiert, doch hier habe die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht.

Idee in einer Bierlaune entstanden

Die Freude über den Dorfladen und die positive Entwicklung bleibt dennoch, denn bis zur Eröffnung am 2. April 2011 war es ein weiter Weg. Aus einer Bierlaune heraus sei die Idee von einem eigenen Dorfkramer für Frabertsham entstanden, erinnert sich Schloder.

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Aufgrund des großen Zuspruchs aus der Bevölkerung habe man dann die Sache gründlich durchdacht und die Idee schließlich im Rahmen einer Unternehmer-Gesellschaft realisiert. Dennoch habe es auch zahlreiche Skeptiker gegeben und aufgrund zurückhaltender Anteilszeichnungen habe der Dorfladen zwischendurch schon mal zu scheitern gedroht. Doch letztlich habe sich das Durchhaltevermögen gelohnt.

85 stille Gesellschafter

Vor etwas mehr als zehn Jahren zeichneten 85 stille Gesellschafter 130 Anteile zu je 180 Euro und ebneten damit den Weg für die Einkaufsmöglichkeit vor Ort. Die restliche Finanzierung konnte über private Darlehen gestemmt werden. „Heute ist der Dorfladen aus Frabertsham nicht mehr wegzudenken“, sagt Hauptgesellschafter Christian Westner.

Das tägliche Brotzeitholen vor der Arbeit oder der Schule ist für ihn ebenso wie für viele andere große und kleine Dorfladenkunden zur lieben Gewohnheit geworden.

Kurzer Weg zum Einkaufen

„Der kurze Weg zum Einkaufen ist nicht nur für junge Familien super“, erklärt Christa Mitterreiter und teilt damit die Meinung vieler Dorfladenkunden, die „es praktisch finden, ein Geschäft im Ort zu haben“ und feststellen, „dass man hier alles bekommt, was man braucht und sogar noch ein bisschen mehr“.

Unter dem Motto: „Nah und frisch“ finden sich, neben dem herkömmlichen Trockensortiment, Molkereiprodukte, frische Wurst- und Backwaren aus handwerklicher Herstellung sowie Obst und Gemüse sowie weitere Produkte aus kontrolliertem oder biologischem Anbau, gerne auch von regionalen Erzeugern und Selbstvermarktern.

„Mit einem wechselnden Sortiment versuchen wir, unser Angebot attraktiv zu halten,“ sagt Ladenleiterin Natalia Schloder.

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Aber auch Kundennähe und soziales Miteinander gehören zum Konzept. So ist der Dorfladen für die Frabertshamer nicht nur die Einkaufsmöglichkeit um die Ecke, sondern auch ein lieb gewonnener Treffpunkt und ein Arbeitgeber für sechs Teilzeitkräfte beziehungsweise Minijoberinnen.

Reparaturen werden in Eigenregie erledigt

Durch die Kooperation mit dem Dorfladen Waldhausen haben sich laut Ladenleitung, bessere Einkaufsbedingungen ergeben, die sich auf die Sortiments- und Preisgestaltung auswirken.

Klar sei jedoch, dass der Dorfladen von der Lage an der B304 profitiere und ohne den großen ehrenamtlichen Einsatz der „Dorfladen-Crew“ aus wirtschaftlicher Sicht nicht funktionieren könnte. Fast alle anfallenden Arbeiten und Reparaturen würden in „Eigenregie“ erledigt, betont Schloder. Nur so sei das große Ziel, der „Schwarzen Null“ zu erreichen.“ Aber für den Dorfladen machen wir das gerne“, sind sich alle Beteiligten einig.

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