Bürgermeisterstichwahl in Garching an der Alz

Garching: Beim vierten Anlauf hat's geklappt

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Christian Mende, Garchings künftiger Bürgermeister
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Garching - Christian Mende (SPD) hat bei der Stichwahl souverän den Sprung ins Rathaus geschafft. Seine erste Amtshandlung hat er auch schon erledigt.

Garchings kommender Bürgermeister Christian Mende ist eine feste große in der Gemeindepolitik, auch bei Bürgermeistwahlen. Der SPD-Politiker hat 2014 bereits zum vierten Mal für das Bürgermeisteramt kandidiert. Seinen ersten Anlauf unternahm Mende 1991, lediglich bei der letzten Wahl kandidierte er seitdem nicht. 2008 war der heutige Bundestagsabgeordnete Tobias Zech (CSU) gegen Amtsinhaber Wolfgang Reichenwallner angetreten, so habe es auch ohne seine Kandidatur eine demokratische Wahl gegeben, erzählt Mende.

2014 hatten die Bürger die Wahl zwischen gleich drei Kandidaten - und entschieden sich für Mende. Wie Garchings künftiger Bürgermeister im Gespräch mit unserer Redaktion erzählt, kam der Wahlsieg "völlig überraschend, auch in der Deutlichkeit". Im ersten Wahlgang lag Mende mit 38,81 Prozent der Stimmen noch relativ knapp vor Annemarie Heimhilger (CSU, 34,55 Prozent). Bei der Stichwahl jedoch konnte Mende seine Konkurrentin mit 63,07 Prozent klar hinter sich lassen.

"Nicht alles von unten nach oben kehren"

Bei aller Überraschung sieht sich Mende gut gerüstet für die anstehenden Aufgaben. Seit 1978 sitzt Mende im Gemeinderat, verfügt zudem über langjährige Erfahrung als Dritter Bürgermeister. "Ich freue mich auf die Aufgabe als Erster Bürgermeister", so Mende.

Seine erste Amtshandlung hat der SPD-Politiker, der ab Mai Garchings Gemeindeoberhaupt sein wird, schon hinter sich. "Die erste Amtshandlung habe ich schon gemacht. Ich musste die Sekretärin Frau Klatt fragen, ob sie auch für mich arbeiten will." Frau Klatts Antwort fiel freilich positiv aus, und auch sonst möchte Mende auf die Erfahrung der Gemeindeverwaltung setzten. "Ich werde nicht alles von unten nach oben kehren. Ich möchte die Erfahrung der Gemeindeverwaltung nutzen", so Mende. "Man kann ohne die Verwaltung keine gute Gemeindepolitik machen."

Ausschüsse sollen vergrößert werden

Im Amt wird sich Mende zunächst mit der Besetzung von Posten beschäftigen müssen. Es gilt, einen Zweiten und einen Dritten Bürgermeister zu finden, außerdem hören mehrere Referenten auf. Darüber hinaus zeichneten sich altersbedingt auch in der Verwaltung in den nächsten Jahren Veränderungen ab, Wissen müsse an Jüngere übergeben werden, so Mende, der darin auch eine Chance für die Jüngeren sieht. Aufgrund seiner beruflichen Erfahrung blickt Mende dieser Herausforderung zuversichtlich entgegen. Der SPD-Politiker arbeitete bislang am Leibniz-Rechenzentrum in München, war dort als Gruppenleiter und Personalratsleiter tätig.

Bei den Ausschüssen wird es ebenfalls Veränderungen geben. Weil Garching beschließende Ausschüsse hat, soll jede Liste berücksichtigt werden, weshalb Mende die Ausschüsse vergrößern möchte. "Es wird ganz wichtig sein, alle mit einzubeziehen", so Mende.

Hochwasser, Geothermie und schnelles Internet

Auch politisch hat der SPD-Politiker einiges auf der Agenda. Anfang Juni jährt sich das Hochwasser in Wald zum ersten Mal. "Wir können nicht noch einmal zehn Jahre warten, ob das Hochwasser kommt oder nicht" mahnt Mende. "Das ist ganz drängend."

Dossier:

Geothermie in Garching und Kirchweidach

Auch die Geothermie sei freilich Thema in Garching, erklärt Mende. Geo-Energie Bayern plant ähnlich wie in Kirchweidach ein Geothermieprojekt, mit Hilfe der Erdwärme soll Strom erzeugt werden. Ob ein Teil der Energie zum Heizen Garchinger Haushalte genutzt wird, entscheiden letztlich die Gemeinde und die einzelnen Haushalte. Angesichts der "Unmengen Energie", auf denen man sitze, hält Mende eine Nutzung durch die Gemeinde durchaus für interessant. Allerdings müssten die Bürger mitziehen. "Das geht nur mit Überzeugungskraft", so Mende.

Ein "zentrales Zukunftsthema" ist für den SPD-Politiker der Breitbandausbau. Mende hofft, mit einer schnelleren Internetverbindung die Bürger in der Gemeinde halten zu können. Mit schnellem Internet könnte jemand, der in München beschäftigt ist, eventuell von zuhause aus arbeiten. So könnten die Menschen in Garching wohnen bleiben - und auch die Einkommenssteuer kommt weiter anteilig der Gemeinde zugute, so Mendes Überlegung.

Quelle: innsalzach24.de

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