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„Ich dachte die Welt geht unter!“

Feuerwehrdienstgespräch im westlichen Landkreis – Von Unwettern stark getroffen

Der Schnaitseer Kommandant Siegfried Hudelist (Mitte) durfte sich bei der Kommandantendienstversammlung der Feuerwehren im westlichen Landkreis über ein Set Schlauchmarkierungen freuen. Diese überreichten Kreisbrandrat Christof Grundner (links) und Kreisbrandmeister Alexander Heide.
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Der Schnaitseer Kommandant Siegfried Hudelist (Mitte) durfte sich bei der Kommandantendienstversammlung der Feuerwehren im westlichen Landkreis über ein Set Schlauchmarkierungen freuen. Diese überreichten Kreisbrandrat Christof Grundner (links) und Kreisbrandmeister Alexander Heide.

In einer Hybridveranstaltung trafen sich die Kommandanten des sogenannten Inspektionsbereiches „Traunstein Land 4-2“. Insbesondere der Einsatzrückblick zeigte deutlich, mit welcher Wucht die Unwetter in diesem Jahr zuschlagen haben. In Rabenden freut man sich über ein frisch renoviertes Feuerwehrhaus und neues Einsatzfahrzeug.

Die Mitteilung im Wortlaut:

Kienberg - Kommandantenwahlen gab es im westlichen Bereich keine. Die Feuerwehren nutzten die Möglichkeit, in den Sommermonaten dringend notwendige Ausbildungen durchzuführen. Derzeit ist der Übungsbetrieb wieder stark eingeschränkt. Das heftige Gewitter, das insbesondere den Gemeindebereich Obing stark getroffen hatte, aber auch viele andere Unwetter des Sommers 2021 bleiben wohl noch lange in Erinnerung. Die Feuerwehren im westlichen Landkreis waren mit hunderten Helfern im Dauereinsatz und mussten dutzende Einsatzstellen abarbeiten. Binnen weniger Minuten sorgte Starkregen, Hagel und heftiger Wind für ein Bild der Verwüstung in einer Schneise von Obing bis Trostberg.

Zusätzlich wurden weitere Helfer aus dem südlichen Landkreis zur Unterstützung geschickt und die Führungsstelle „Alz“ in Trostberg musste ihre erste große Bewährungsprobe meistern. In Obing wurden zudem die neuen Hochleistungspumpen eingesetzt, um den Wassermassen Herr zu werden. Kreisbrandinspektor Josef Egginger meinte, „ich dachte die Welt geht unter als ich die enorme Wucht des Unwetters sah“. Es dauerte mehrere Stunden, bis man alle Hilfeersuchen abarbeiten konnte und die Fahrwege wieder frei hatte. Neben den zahlreichen Unwettereinsätzen mussten die Feuerwehren mehrmals zu größeren Brandeinsätzen ausrücken. Exemplarisch nannte Josef Egginger einen nächtlichen Garagenbrand in Truchtlaching, bei dem zahlreiche Atemschutzgeräteträger zur Brandbekämpfung nötig waren.

In Sachen Grundausbildung und Leistungsabzeichen stehen die Feuerwehren im Bereich von Kreisbrandmeister Martin Hochreiter gut da. In Pittenhart wurde beispielsweise eine Truppausbildung angeboten und in Schnaitsee ein Lehrgang zur Technischen Hilfeleistung. Bei der Feuerwehr Kienberg wurde das Funkmodul der Grundausbildung durchgeführt. Darüber hinaus wurden unter anderem Lehrgänge auf Landkreisebene wie beispielsweise der neu konzipierte Lehrgang „Wasserförderung“ oder eine Ausbildung zum Thema Löschschaum angeboten. Freude herrscht derzeit bei den Aktiven der Feuerwehr Rabenden, dort wurde das bestehende Feuerwehrhaus renoviert und die Feuerwehr hat ein neues Löschgruppenfahrzeug LF 10 in Dienst stellen können.

Landkreisweite Katastrophenschutzübungen und Förderprogramme

Darüber hinaus blickte Josef Egginger auf die landkreisweite Katastrophenschutzübung „Helfen ist Trumpf“ im September sowie die Kommunikationsübungen im Oktober zurück. Eva Pregler von der Jugendarbeit appellierte an die Kommandanten, gerade für Jugendliche die Plattform Instagram zur Öffentlichkeitsarbeit anzubieten. „Hier erreicht ihr mit überschaubarem Aufwand genau die Zielgruppe, die wir in unseren Jugendfeuerwehren brauchen“, so die Fachberaterin der Kreisbrandinspektion. Die im Bürgerhaus Kienberg und als Videokonferenz durchgeführte Veranstaltung für die Feuerwehren Albertaich, Altenmarkt, Betriebsfeuerwehr Alzmetall Altenmarkt, Kienberg, Kirchstätt, Obing, Pittenhart, Rabenden, Seebruck, Seeon, Schnaitsee, Truchtlaching und Waldhausen nutzte auch Kreisbrandrat Christof Grundner, um über aktuelle Themen zu informieren.

Dabei sprach er unter anderem ein bayerisches sowie deutsches Förderprogramm zur Beschaffung von Sirenen an. „Es ist ein erklärtes Ziel, jede geschlossene Ortschaft mit einer Sirene auszustatten und Anlagen zu beschaffen, die auch zur Bevölkerungswarnung eingesetzt werden können“, so der Kreisbrandrat. Fach-Kreisbrandmeister Florian Scholz informierte die Kommandanten über die Fortschritte im Bereich „Taktik und Führung“. In einem sogenannten Einsatzleiterhandbuch wurden unzählige wichtige Informationen und Sondereinsatzmittel zusammengetragen, die man als Führungskraft an den Einsatzstellen sofort griffbereit hat. Sein Amtskollege Ingo Klepke berichtete zudem über den Planungsstand der „Kommunikationsübungen 2022“. Diese werden weiter ausgebaut und sollen auch die Softwareangebote zur Einsatzleitung beinhalten.

Darüber hinaus durfte sich die Feuerwehr Schnaitsee über eine Ergänzung in der Ausrüstung freuen. Für den dort stationierten Gerätewagen Logistik überreichte Kreisbrandmeister Alexander Heide sogenannte „Schlauchmarkierungen“, die zukünftig landkreisweit einheitlich zur Wasserförderung über lange Wegstrecken zum Einsatz kommen und die Verwechslungsgefahr zwischen den Leitungen minimieren. „Damit werden alle Schlauchwägen sowie Logistikfahrzeuge, die das Modul Wasserförderung dabeihaben, ausgestattet“, informierte Alexander Heide. Der zuständige Kreisbrandmeister Martin Hochreiter sagte im Gespräch mit Chiemgau24, „nach dem die Begeisterung über den Start des Übungs- und Ausbildungsbetriebes im Sommer hoch war, sind jetzt viele Aktive frustriert, dass es nun wieder zu massiven Einschnitten im Übungsbetrieb kommt“. Seinen Worten nach, sollen die Feuerwehren den Kopf nicht in den Sand stecken und weiterhin mit Zuversicht in die Zukunft blicken.

Pressemitteilung Hubert Hobmaier, Kreisfeuerwehrverband Traunstein

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