Urlaub und vor allem Rückflug werden zu Odyssee

"Stay home, go home": So erlebte ein Trostberger die Coronakrise in New York

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Trostberg/New York - Der Trostberger Paul S. wollte eigentlich nur Freunde in New York besuchen. Doch seinen Urlaub wird er wohl sein Leben lang nicht vergessen. Er erlebte hautnah, wie die Mega-Metropole zum Stillstand kam. 

S. hatte seinen Urlaub am 13. März gebucht gehabt. Die Lage in den USA war zu diesem Zeitpunkt noch weitestgehend unbedenklich, das Virus war gerade erst dabei, sich um die Welt auszubreiten. S. kommt aus Trostberg und reist gern. Der Urlaub in New York war sein sechster Besuch im "Big Apple". Seine ersten Eindrücke beschrieb er gegenüber chiemgau24.de so: "20 Grad, Frühlingswetter und das ganz normale Stadtleben. Es war auch alles normal bis auf ein paar Asiaten mit Atemmasken."

Wochenendeinkauf wird zur Odyssee

Mit seinen Freunden besuchte er einen Walmart, um den Wochenendeinkauf zu erledigen, als ihm bewusst wurde, dass dieser Ausflug nach New York sich von allen anderen zuvor unterscheiden würde: "Zu diesem Zeitpunkt gab es keine Sondermeldungen oder ähnliches. Dort angekommen, ist es uns zum ersten Mal richtig bewusst geworden. Der Walmart war zu, weil sie dem Andrang der Menschen nicht gerecht werden konnten. Dann sind wir zu einem Aldi um die Ecke, wo die Leute bereits vor dem Laden für die Kasse angestanden sind und keine Einkaufswagen mehr verfügbar waren. Man sah Menschen herauskommen mit Einkaufswagen voller Reis, Haferflocken, Klopapier, Konservendosen und Ähnlichem."

Auch konnte S. lange Schlangen vor einem Waffenladen beobachten. Um sich einen besseren Eindruck der Lage zu verschaffen, fuhr der Trostberger weiter ins Zentrum der Stadt, direkt zum weltberühmten Times Square mitten in Manhattan. 

"Stay home, go home"

Ihm bot sich ein apokalyptisches Bild: "Am Times Square angekommen fand ich dort statt ein paar tausend nur circa 30 Personen vor." Dabei habe es sich hauptsächlich um Reporter gehandelt, die die Szenerie fotografisch festhalten wollten. Polizeistreifen seien umhergefahren und hätten mit Megafonen die Bevölkerung informiert: "Stay home, go home".

Eindrücke des Trostbergers Paul Stöckl aus N ew York

Den Rest seines Urlaubs verbrachte der passionierte Hobby-Fotograf weitestgehend isoliert im Appartement seiner Freunde im New Yorker Stadtteil Queens. Für seine Bekannten, beide 70 Jahre alt, ging S. bis zum Ende seines Urlaubs einkaufen, da diese zur Risikogruppe zählen. 

Mittlerweile ist Paul S. wieder in Bayern angekommen: "Ich bin mit einer anderen Airline zurückgeflogen. Vier Flieger wurden auf einen zusammengeworfen und ich bin buchstäblich mit dem letzten Flieger über Zürich rausgekommen, weil München nicht mehr angeflogen wird." Diesen Urlaub wird er wohl sein ganzes Leben nicht vergessen.

fgr

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