Positive Bilanz für Umweltschutzverband

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Trostberg - Ein bewegtes Jahr liegt hinter dem Umweltschutzverband Alztal. Aber am Ende gab es eine positiver Bilanz: Steigende Mitgliederzahlen, neue Projekte und Vernetzung auf breiter Ebene.

Viel Raum nahmen Aubergtunnel und Verkehrsentwicklung ein. Besonders zu den Ausbauplänen einer überregionalen Transit- und Schwerlastverkehrsregion formiert sich heftiger Widerstand. Die Bürgerallianz Grenzenlos will die steuerverschwenderischen Konzepte in ihre Schranken weisen. Und: 20 Initiativen fordern zum Schutz ihrer einzigartigen Heimat, zukunftsweisende Wege aus dem Verkehrsdilemma. Zu den naturzerstörerischen Plänen zückt auch der UVA die rote Karte: „Natur und Mensch müssen in den Mittelpunkt gerückt werden, nicht rollende Blechlawinen, Gestank und Lärm!“, so Gisa Pauli. 

Den Ausführungen der Vorsitzenden zufolge nehme Interesse sowie Zulauf von Bürgern und BI´s zu. Mit 60 Neuzugängen nähere sich der Umweltschutzverband seinem 300sten Mitglied. Neben gut besuchten Info-Veranstaltungen hielt der UVA auch eine gelungene 30-Jahresfeier ab. Besonders viel Engagement fließe in Natur- und Umweltprojekte: Die Projektgruppen haben sich auf zehn erhöht, drei davon sind neu. Die Alzauen-Gruppe Tacherting, setze sich mit Natur- und Umweltaktionen für ein Bewahren der Auen ein. Sprecher des 12köpfigen Teams wurde Georg Schindler. Die Christlichen Pfadfinder wollen Gottes Schöpfung bewahren, wobei das Projekt mit Manfred Winter, den Kindern Freude und Verantwortung in Umgang mit der Natur vermitteln soll. In Sachen Verkehr kämpft Projektleiter Alfred Huber für Mensch vor Auto und umweltfreundliche Modelle. Über die Zusage zu gemeinsamen Wegen mit Pfarrer Hofmann (Evangelischen Kirche) und Bärbel Weidmann (Tauschbörse) freute sich der Verein. Der Verbandseinsatz zum Thema Jahnstraße (2006) habe sich gelohnt. Die Umgestaltung gehe voran und eine Öffnung für Parkplatz und Verkehr sei vom Tisch. Das eingewachsene Biotop bei Altenmarkt wurde von Fachleuten als naturnah und in die Landschaft passend, gelobt. Für den Teich, so Pauli spreche, dass die in der Nähe lebenden Springfrösche ablaichten und das neue Quartier annahmen.

Zum Projekt Baumpatenschaft erklärte Helmut Gattinger, dass neben Wasserwirtschaftsamt und Stadt, nun auch eine private Baumpatin gewonnen werden konnte. Für das Frühjahr stehe bereits eine weitere Einweihung an. Projektleiter Robert Hesse ging auf das Kleinod „Am Anger“ und deren Artenvielfalt ein. Damit mehr Natur in die Stadt einziehen kann, benötige es weiterer Trittbrettbiotope in Trostberg. 

Verbandsspitze positioniert sich

Die ehrgeizigen Verkehrspläne stoßen auf wenig Gegenliebe. Inmitten einer stark frequentierten Touristengegend soll ein ausgeklügeltes Straßennetz für Transit- und Schwerlastverkehr mit Öffnung nach Österreich entstehen. Dies habe Initiativen wie Pilze aus dem Boden sprießen lassen und zum Megaverbund, einer so genannten Bürgerallianz geführt. Zu den politischen Themen und zur Verkehrsentwicklung nahm die Diskussion Fahrt auf. So meinte Gründervater Max Fröschl: Die Finanzkrise habe den Globalisierungs- und Wachstums-Rauschpolitikern ihre Grenzen aufgezeigt, dennoch ruinieren Finanzleichenerzeuger und –aufbewahrer (Bad Bank) die Gesellschaft unvermindert weiter. Zum Verkehr ergänzte der ehemalige CSU-Stadtrat, dass man mit Teer, Beton und Schulden, keine Probleme löse. Vielmehr wäre es an der Zeit, die neuen Strukturen zur Kenntnis zu nehmen, anstatt BI-Mitglieder zu Verweigerern abzustempeln. Pauli argumentierte, dass die bayernweite Arbeitslosenquote im Vergleich zu anderen Bundesländern gut abschneide und den Straßenneubau zur Wirtschaftsförderung nicht rechtfertigt. Im Übrigen würde der Verkehr durch immer mehr Straßen hofiert und nicht eingedämmt: Eine Endlosschraube also, die das Grundübel nicht beseitigt. Und weiter: Eine Planung über die Köpfe der Menschen hinweg, dürfe ebenso wenig der Weg der Zukunft sein, wie die diffamierende Umbenennung einer Bürgerallianz in „Vereinigte-Dagegen-Initiative“. Stellvertreter Reinhold Schopf sah im Fernstraßenbau eine nie wieder gutzumachende Unverantwortlichkeit an Land und Leute. Zudem warf er lokal gesehen Straßenbauamt und Stadt vor, der Öffentlichkeit zu verschweigen, dass die Trasse keine Entlastung für das Zentrum bringe. Der Verkehr werde mit zusätzlichen 14.000 Kraftfahrzeugen pro Tag, Stadt und Alztal um ein vielfaches neu belasten. Ebenso kritisch äußerte sich Arnulf Erler über den Trassenverlauf durchs enge Alztal und über die Planung durch Sankt Georgen. Dies sei eine steuerverschwenderische Fehlinvestition. 

Zweites Stuttgart 21?

Zum Anhörungsverfahren Aubergtunnel waren sich beide BI-Sprecher einig, dass der UVA punkten konnte: Weitere Auflagen und Nachbesserungen seien laut Rechtsanwalt mehr als wahrscheinlich. Cornelia Leupold, Sprecherin der Bürgeraktion Obinger Weg, verstand nicht, warum die Politik Verkehrsmiseren nur durch Straßenneubauten lösen könne. Es gebe durchaus andere Möglichkeiten, das Problem in den Griff zu bekommen. Aus diesem Grund seien die Obinger an Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer herangetreten, um ihn zum Umsteuern in der Verkehrspolitik aufzufordern. Umweltreferent Peter Kirchgeorg schloss sich dem Ganzen an und sagte: „So kann es einfach nicht mehr weitergehen, da müssen wir die Bremse reinhauen!“ Sepp Frech, Sprecher der BI, Vernunft statt Salzachbrücke verurteilte, dass Hermann Steinmaßl etwa zwei Millionen Euro an Planungs- und Untersuchungskosten für die Fridolfinger Brücke in den Sand setzte. Trotz Kosten und widriger Bodenverhältnisse halte er an der Brücke fest. Marianne Penn fühlte sich an eine Ratssitzung erinnert und erzählte, dass es in Trostberg auch nicht viel anders laufe. Als Beispiel dazu nannte sie die drei Millionenteure Südanbindung. UVA – Ehrenmitglied Fröschl wollte wissen, wo denn die Verantwortung der Politik bliebe? Und: Wer das alles bezahlen soll? Darauf hatte aber keiner eine Antwort. Ulli Kühn, Sprecher der VSS berichtete über die enge Zusammenarbeit mit dem UVA. Beide Vereine trugen maßgeblich am Zustandekommen der Vernetzung einer Bürgerallianz bei. Und: 20 BI`s machen sich für gemeinsame Anliegen stark. Die Initiativen dringen darauf, den Schwerverkehr effizienter zu gestalten und stärker auf die Schiene zu verlagern. Mit der Bürgerallianz habe man einen großen, bisher nie dagewesenen Verbund. Sollte die Politik zur Verkehrsentwicklung 18 kein Einsehen haben, prognostiziert der VSS-Sprecher für die Region, ein zweites Stuttgart 21. 

Dank dem anonymen Spender!

Einem anonymen Spender ist es zu verdanken, dass der UVA für seine Mitgliedertreffen das kostenpflichtige Postsaal-Gewölbe weiter benützen kann. Zuvor hatte Pauli betont, dass der Umweltverband die Aufgaben als gemeinnütziger Verein ernst nehme und keine Ausgaben für eigene Zwecke zulasse. Die Spende des großzügigen Umweltfreundes deckt die Unterhaltszahlungen fürs laufende Jahr, ab. Der UVA - Vorstand will auf diesem Wege dem anonymen Spender ein herzliches Vergeltsgott übermitteln.

Umweltschutzverband Alztal

Rubriklistenbild: © dpa

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