Facebook-Fotos auf "Spotted: Mühldorf am Inn und Umgebung"

Müllhaufen mit Kontoauszug in Waldstück löst sich in Luft auf 

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Eine Müllablagerung samt Kontoauszügen erhöht die Wahrscheinlichkeit, den Umweltsünder zu ermitteln. 
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Oberneukirchen - Auf der Facebook-Seite "Spotted: Mühldorf am Inn und Umgebung" finden sich Fotos von einer illegalen Müllablagerung in einem Waldstück im Landkreis Mühldorf. Das Pikante: Der Täter entsorgte auch Kontoauszüge. Doch als der Tatort kontrolliert wird, gibt es eine Überraschung: 

Plastik, Papier, Müllsäcke - ein riesiger Müllhaufen befindet sich laut den Facebook-Fotos im Wald. Sogar Belege von Kontoauszügen samt Namen sind auf dem Waldboden verstreut. Diese erhöhen doch die Chancen, den Verursacher leichter ausfindig zu machen - möchte man meinen. 

13 Mal wurde der Post vom 10. September geteilt, 48 Kommentare fordern mitunter, die Sauerei bei der Polizei anzuzeigen. Der Tatort soll sich laut der Beschreibung des anonymen Facebook-Nutzers "zwischen Oberneukirchen und der Kreuzung nach Bennoberg auf der linken Seite bei einer Parkbucht am Waldrand" befinden. 

Der Facebook-Post von der Müllablagerung auf der Seite "Spotted: Mühldorf am Inn und Umgebung" vom 10. September.

Wer ist zuständig für illegale Müllablagerungen? 

Der Fachbereich Kommunale/Staatliche Abfallwirtschaft des Landkreises Mühldorf ist für Delikte dieser Art Ansprechpartner und wird bei solchen Fällen immer besonders hellhörig. Informieren Bürger, Naturschutzwächter, Polizei oder Gemeindeverwaltungen über Abfallablagerungen in Wald und Flur, so rücken Mitarbeiter der Umwelt-Gruppe Jagus der Arbeiterwohlfahrt aus, um die die Abfälle im Auftrag des Landkreises zu beseitigen. 

Auch in diesem Fall wurde die Umwelt-Gruppe sofort an die beschriebene Stelle im Wald geschickt. Die Überraschung: Der Müllhaufen ist nicht mehr da! "Möglicherweise bekam der Täter kalte Füße und beseitigte die Umweltverschmutzung wieder, nachdem er die Fotos in den sozialen Medien entdeckt hat", mutmaßen die Jagus-Mitarbeiter. Zumal der Facebook-Post mahnt, "der Betroffene soll sich mal Gedanken machen und bei Spotted melden". In dem angegebenen Waldstück zumindest sei kein Müll ausfindig gemacht worden.

Bußgelder im sechsstelligen Bereich möglich 

Auch wenn ohne Beweismittel die Chance nun schwindend gering ist, den Täter der illegalen Ablagerung doch noch ausfindig zu machen, stellt sich die Frage, mit welchen Konsequenzen eine solche Tat verbunden ist? 

Die Pressestelle des Mühldorfer Landratsamts erklärt auf Nachfrage von innsalzach24.de, dass das für Abfallablagerungen festgesetzte Bußgeld von verschiedenen Faktoren, wie der Menge oder der Gefährlichkeit der Abfälle abhänge. Bei kleineren Verstößen könne eine Verwarnung bis zu 55 Euro verhängt werden. Der Bußgeldkatalog sehe aber auch die Möglichkeit vor, bei vorsätzlichen Vergehen bis zu 100.000 Euro festzusetzen. Allgemein könnten jedoch nur rund 20 Prozent der Umweltsünder ermittelt werden. 

Im Jahr 2016 wurden dem Fachbereich Kommunale/Staatliche Abfallwirtschaft am Landratsamt Mühldorf etwa 240 widerrechtliche Abfallablagerungen gemeldet.

mb

Quelle: innsalzach24.de

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