Ermittlung ohne Ergebnis

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Obing - Gerüchte über einen Mann, der im Raum Obing Kinder aufgefordert haben soll, zu ihm ins Auto zu steigen, sorgten kurz vor Weihnachten für Unruhe. Die Ermittlungsergebnisse:

Die polizeilichen Ermittlungen sind nun abgeschlossen und ergaben keine weiteren Verdachtsmomente.

"Du musst der Mama doch noch was erzählen", erinnerte ein Bub aus dem Raum Obing seinen jüngeren Bruder am 16. Dezember beim Abendessen. Der schilderte dann eher beiläufig, dass er am Nachmittag beim Spielen am Schlittenberg von einem fremden Mann angesprochen worden sei. Der sei mit einem dunklen Fahrzeug stehen geblieben und habe ihn nach dem Weg gefragt. "Wenn du mir den Weg zeigst, bekommst du eine Tafel Schokolade", soll der Fremde angeboten haben.

Glücklicherweise sei ihr Sohn nicht darauf eingegangen, sagt die Mutter, und ist sich sicher, dass auch der Selbstbehauptungskurs, der in der Schule durchgeführt worden sei, dazu beigetragen habe, dass sich der Bub nicht überreden ließ und mit seinen Freunden weitergespielt habe. Dennoch war der Vorfall für die Eltern ein Schock. Wenn dies anderen passiere sei man schon betroffen, so die Mutter. Doch wenn es dann um die eigenen Kinder gehe, sei das schon ein ganz ungutes Gefühl.

Nachdem zu diesem Zeitpunkt bereits Gerüchte über ähnliche Vorfälle im Ort kursiert hätten, habe sie sich entschlossen, die Polizei in Trostberg zu informieren. Dort hat sich eine Ermittlungsgruppe mit dem Vorfall beschäftigt und Obing und Umgebung mit Polizeistreifen und zivilen Einsatzfahrzeuge in den vergangenen Wochen eingehend überprüft. Zudem hat ein Beamter nachrecherchiert und die Kinder eingehend befragt.

Ohne Kennzeichen und genaue Täterbeschreibung sei das jedoch schwierig, sagte der stellvertretende Dienststellenleiter Richard Kiefl gestern. Die Ermittlungen seien zwischenzeitlich abgeschlossen, es habe sich jedoch nichts Konkretes ergeben. Sämtliche Meldungen über verdächtige Fahrzeuge seien ergebnislos verlaufen.

Telefonat machte schon verdächtig

Einmal habe es sich beispielsweise um einen Fahrer gehandelt, der neben der B304 angehalten habe, um zu telefonieren. An einer so viel befahrenen Straße sei dies nicht ungewöhnlich, doch bei einem so sensiblen Thema werde selbstverständlich allen Hinweisen nachgegangen.

Klar sei aber auch, dass sich die Meldungen häuften, wenn so ein Ereignis thematisiert werde. Mittlerweile gibt es keine neuen Hinweise mehr und auch die Besorgnis der Eltern scheint gewichen.

Laut Gerlinde Holzrichter, Rektorin an der Grund- und Mittelschule Obing, seien alle Grundschüler vor den Ferien nochmals ausführlich aufgeklärt worden, wie man sich Fremden gegenüber verhalten solle. Im Übrigen werde in der Grundschule bereits seit einigen Jahren ein Selbstbehauptungskurs angeboten, bei dem die Kinder lernten, Gefahren zu erkennen und eingehend übten, sich, beispielsweise mit lautem Schreien und Wegrennen Übergriffen zu entziehen.

Auch bei der Familie des Buben ist wieder der Alltag eingekehrt. Natürlich sei das Thema in der Familie ausführlich besprochen worden und es gebe die klare Abmachung, dass nur zu zweit draußen gespielt werden dürfe. "Vielleicht ist man ein bisschen vorsichtiger als sonst", sagte die Mutter, aber es seien schließlich Kinder, und die könne man nicht einsperren.

ca/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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