Vorerst keine Windräder in Obing

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Obing - Der Gemeinderat Obing hat den Antrag eines Betreibers von zwei Windkraftanlagen auf dem Scheitzenberg abgelehnt. Allerdings nur aus formellen Gründen.

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Der Obinger Gemeinderat lehnte den Antrag auf Errichtung zweier Windkrafträder mit jeweils 2,4 Megawatt Nennleistung am Scheitzenberg zwischen Diepoldsberg und Ilzham vorsorglich ab.

Obing - Nur mit dieser Ablehung konnten die Gemeinderäte ihre Entscheidungsfreiheit dazu wahren, bis die Ergebnisse der Prüfungen der Immissionsschutzbehörde im Landratsamt über mögliche schädliche Umwelteinwirkungen und Gesundheitsgefährdungen vorliegen. Entscheidet der Gemeinderat nicht innerhalb von zwei Monaten über den Antrag auf Vorbescheid könnte das Landratsamt ersatzweise die Genehmigung erteilen.

Zunächst müssen nun eine Reihe von Punkten geklärt werden, entweder durch den Antragsteller oder durch das Landratsamt. Nach Beantwortung sämtlicher Fragen könnte das Thema im Gemeinderat nochmals behandelt und gegebenenfalls die Ablehnung zurückgenommen werden, so in der Beschlussvorlage der Gemeindeverwaltung.

Die Obinger Gemeinderäte erwarten Auskunft über die Berücksichtigung der Sicherheit der Wasserversorgung aus dem am Scheitzenberg gelegenen Wasserreservoir und die Abstände der Windkraftanlagen zu dem Hochbehälter der Wasserversorgung der Harpfinger Gruppe vom künftigen Betreiber der Windkrafträder und vom Landratsamt, welche Abstandsflächen nach Meinung der Experten erforderlich sind. Des Weiteren wollen die Gemeinderäte erst entscheiden, wenn von der Abteilung Immissionsschutz des Landratsamtes Traunstein die Untersuchungen über Auswirkungen der Windräder in Bezug auf Lärm und Schattenwurf sowie weitere eventuell auftretende Beeinträchtigungen der Anwohner und ihrer Gesundheit abgeschlossen sind.

Abgeschlossen sein sollten dann auch die naturschutzfachlichen Prüfungen. Stellungnahmen des Denkmalamtes und der Kreisbaumeisterin sollten eingeholt werden, da die beiden Filialkirchen in Diepoldsberg und Albertaich denkmalgeschützt sind und mit der umgebenden Landschaft ein schönes und schützenswertes Landschaftsbild darstellten, hieß es.

Weitere Auskünfte möchte der Obinger Gemeinderat vom zukünftigen Betreiber darüber, ob die Zufahrten ausreichend breit und belastbar sind.

Geschäftsleiter Ludwig Mörner informierte die Gemeinderäte darüber, dass die Möglichkeit bestehe, im Gemeindegebiet andere Flächen als Vorranggebiete für Windkraft auszuweisen und dies dem konkreten Vorhaben entgegenzuhalten. Allerdings liege inzwischen das neue vom Regionalen Planungsverband in Auftrag gegebene Windgutachten des TÜV Süd vor, aus dem hervorgehe, dass am Scheitzenberg mit 5,75 bis sechs Metern pro Sekunde mit der höchsten Windgeschwindigkeit im Gemeindegebiet zu rechnen sei. Laut Auskunft eines Experten vom Bayerischen Gemeindetag werde sich die Gemeinde schwer tun, einen anderen Standort als den windgeeignetsten zu begründen.

Der Obinger Gemeinderat hielt in seiner Stellungnahme fest, falls er dem Vorhaben am Scheitzenberg zustimmen könne, wolle er sich auf jeden Fall in Gesprächen mit dem Betreiber darum bemühen, dass sich die Obinger in erster Linie an der Investition beteiligen können, wenn sie die Anlage schon hinnehmen müssten.

igr/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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