Holzvergaser darf vorerst bleiben

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Obing - Den Holzvergaser in Landertsham duldet der Obinger Gemeinderat jetzt doch - zumindest bis zum Bau der Trockenbiogasanlage.

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In der vorangegangenen Sitzung des Gemeinderats war die Entscheidung über den Bauantrag von Ralf Poschner für die bereits errichtete Halle mitsamt Holzvergaser in Landertsham verschoben worden, weil die Gemeinderäte in einer Reihe von Fragen noch Klärungsbedarf sahen und Antworten von Landratsamt und Antragsteller wünschten.

Insbesondere wurden Zweifel am Vorliegen der landwirtschaftlichen Privilegierung für die Holzvergaseranlage geäußert und der Mangel an einer Gesamtkonzeption für die Anlage mit Fermenter und Holzvergaser beklagt. Das Landratsamt hielt an seiner bereits vorliegenden Einschätzung zu dem Bauantrag fest, dass die Holzvergaseranlage als privilegierte Biomassenutzung anzusehen und es möglich sei, die Anlage selbstständig so lange in Betrieb zu lassen, bis die bereits genehmigte Fermentationsanlage funktionsfähig ist. Unter Umständen sei auch der Einbau des Holzvergasers in die Fermentationsanlage genehmigungsfähig, wenn er als unselbstständige Nebenanlage diene.

Gnadenfrist für Windschutzwand

Die Mehrheit des Obinger Gemeinderates teilte nun die Sichtweise, dass eine Duldung des Holzvergasers in seiner gegenwärtigen Position vertretbar sei, so lange die Trockenbiogasanlage noch nicht vorhanden ist. Für die Integration des Holzvergasers in die Trockenbiogasanlage müsse aber auf jeden Fall ein neuer Antrag gestellt werden, hieß es. Die ebenfalls bisher nicht genehmigte Windschutzwand könne nur so lange stehen bleiben, bis die Anmischhalle der Trockenbiogasanlage gebaut sei.

Die Mehrheit des Gemeinderates sah in diesem zustimmenden Beschluss die Möglichkeit, in Sachen Landertshamer Biogasanlage zu einem Neuanfang zu kommen, bei dem das Vorhaben der Bauherren Barbara Irl und Ralf Poschner mit mehr Sachlichkeit behandelt wird und erkannte durchaus Vorteile des Holzvergasers gegenüber der Biogasproduktion in Bezug auf mögliche Belästigung der Nachbarschaft. Für eine positive Bewertung dieser regenerativen Energieerzeugung plädierten insbesondere Zweiter Bürgermeister Sepp Huber und Gemeinderat Hans Mayer. Dagegen hielt CSU-Sprecher Michael Lache mit Unterstützung weiterer CSU-Mitglieder an der Kritik fest, das Konzept der gesamten Biomasseanlage sei unklar. Vor allem stellte Lache die Berechtigung der Privilegierung in Frage: "Es ist nicht nachgewiesen, dass der eigene Grund der Antragstellerin ausreicht, um die für das Laufen der Anlage nötige Biomasse zu liefern."

Kungelei-Verdacht vermeiden

Nach Ansicht Laches sollte der Gemeinderat die Halle mit dem Holzvergaser als Schwarzbau betrachten und den Rückbau der gesamten Anlage fordern. Er wolle als CSU-Gemeinderat auf keinen Fall in den Verdacht von CSU-Kungelei kommen, betonte Michael Lache.

igr/Wasserburger Zeitung

Rubriklistenbild: © pa

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